Montag, 27. März 2017

Es regnet heute Morgen heftig und stundenlang. Deswegen blase ich das Treffen mit dem Handwerker ab und verlege es auf übermorgen. Da Gai nicht kommen kann, verschiebe ich den Termin bei der Pong Verwaltung ebenfalls. Ich bitte Som mich morgen dorthin zu begleiten. 

Josie und Rhonda kommen am Vormittag. Josie nimmt Kylie und Lina Song wieder heraus. Sie sollen nach Thamai gehen. Nina humpelt seit gestern und an Zola stelle ich eine recht tiefe Wunde fest. Deswegen bitte ich Rhonda im Haus zu bleiben und fahre mit den beiden Hunden in die NPW Klinik. Dort kann Nina plötzlich auf wundersame Weise wieder normal laufen. Ich lasse sie dennoch checken und es wird noch eine leichte Schwellung an ihrem linken Hinterlauf festgestellt. Ich werde sie drei Tage mit Carprofen behandeln und dann sollte das Problem behoben sein. 

Die Wunde an Zolas Flanke ist ernsthafter Natur. Zola hatte zuvor an der Stelle eine Wunde, die zuzuheilen schien. Die ist aber wieder aufgebrochen und hat sich erweitert. Die Wunde wird versorgt und ich solle Zola eine Woche lang mit Amoksiklav behandeln. Außerdem soll ich mit ihr die kommenden drei Tage zum Verbandswechsel erscheinen. 

Am Spätnachmittag kaufe ich Trockenfutter und fahre dann in die South Pattaya Klinik. Ich möchte wissen, wie ich mit Iang weiter verfahren solle und benötige Deworming Tabletten, damit ich auch die restlichen Hunde behandeln kann. Die meisten habe ich schon abgefertigt. Dr. Kwanchai meint, dass eine weitere Chemo für Iang erstmal nicht notwendig sei. Sie müsse nur gut gefüttert werden, dann würden sich die Blutwerte ebenfalls wieder normalisieren. Iang hatte ja sechs Wochen lang Doxycycline und Ferric erhalten und das hat die Blutwerte fast wieder auf Normalniveau gebracht. Ich werde Iang also noch eine Weile bei mir behalten, bis sie wieder zurück auf die Straße kann.

Sonntag, 26. März 2017

Gai kommt heute Morgen und auch Josie, die sich um Kylie kümmert. Ich bitte Gai mich morgen zur Pong Verwaltung zu begleiten, um einige Tage Aufschub für die Umsiedelung der Hunde zu erlangen. Gai stellt auch den Kontakt zu dem Handwerker wieder her, den wir schon mal wegen der Errichtung eines Zaunes auf dem Grundstück am Highway 331 konsultiert hatten. Wir wollen uns morgen am frühen Nachmittag mit ihm treffen und zum Bang Saray Grundstück zu fahren. Ich hoffe, dass der uns dann ein Angebot machen kann, das verträglicher ist. 

Khun Tiiwa möchte am liebsten auch umziehen. Sie lebt ja mit ihren Hunden in sehr ärmlichen Verhältnissen und ist auf dem Grundstück, auf dem sie sich eingerichtet hat, nur geduldet. Som hat bei Khun Khao nachgefragt, ob Khun Tiiwa eventuell mit umsiedeln kann und hat eine positive Antwort erhalten. Ein Viertel Rai könne für sie für eine geringe Pacht frei gemacht werden. Wollen wir mal sehen, wie das alles praktisch zu bewerkstelligen ist.

Samstag, 25. März 2017

In meiner vorigen schlaflosen Nacht bin ich zu dem Entschluss gelangt, noch einen Monat im Haus Mabprachan dranzuhängen. Eine Einzäunung des Bang Saray Areal wird nicht bis zum Monatsende zu machen sein, und die ist Voraussetzung für die Umsiedlung der Hunde. Ich kann dann auch die Hunde, deren Therapie noch nicht beendet ist, im Haus behalten und in Ruhe in mein Apartment umziehen. Es steht zwar der 31. diesen Monats als Termin gesetzt von der Unterbezirksverwaltung Pong im Raum, ich hoffe jedoch am Montag noch einige weitere Tage aushandeln können. Ich muss ja auch nicht alle Hunde umsiedeln, sondern nur die Anzahl vermindern, mit anderen Worten, ich kann einige auch im kommenden Monat bei mir behalten.

Nachmittags bringe ich Mika zurück zum Tantrarak Busparkplatz. Wie alle anderen Hunde auch freut sie sich wieder an ihrem gewohnten Platz zu sein.

Das Angebot, das der Handwerker uns zur Errichtung von Zaun und Überdachungen gemacht hat, ist nicht akzeptabel. Wir müssen weitere Angebote einholen.

Freitag, 24. März 2017

Gai kommt am Morgen und ich bin mit Umzugsarbeiten beschäftigt. Am frühen Nachmittag treffe ich mich mit Som in Bang Saray und wir fahren gemeinsam zum Gelände von Khun Khao. Es ist ein sieben Rai großes Stück Land in den Hügeln dort. Am Fuße der Hügel hat Som ein kleines Haus gemietet, auf dessen Gelände sie 25 Hunde untergebracht hat. 

Die meisten Hunde auf dem Hügelareal laufen frei herum, einige sehe ich in geräumigen Einfriedungen. Sie sind sehr freundlich und bellen nicht als wir ankommen. Khun Khao führt uns in eine Ecke des Grundstücks, das sie bereit ist für uns freizuhalten. Es ist ein etwa ein Rai großes ansteigendes Gelände mit Baumbestand. Bei der Besichtigung begleiten uns etwa ein Dutzend Hunde, zu denen ich schnell Kontakt bekomme. Das Gesamtgelände ist eingezäunt. Ein Zaun muss gezogen werden, um Soms und meine Hunde von den schon anwesenden fernzuhalten. 

Som hat vor, die 25 Hunde vom Haus unten am Hügel sowie 16 Hunde aus ihrem Haus auf dem Areal unterzubringen. Dazu kommen 46 meiner Hunde. Soms und meine Hunde müssen sich dann zusammenraufen. Som hat einen Handwerker organisiert, der Maß für die Zäune nimmt und einen Plan für ein Regenshelter anfertigt. Wir hoffen, dass die Arbeiten so schnell wie möglich in Angriff genommen werden können, da ich ja nur noch sechs Tage bis zu meinem Auszug habe. 

Auf dem Rückweg halte ich im Wat Amparahm, kaufe Trockenfutter ein und versorge die Hunde. Danach fahre ich zu Khun Tiiwa und liefere bei ihr 80 Kilogramm Trockenfutter und eine Menge Hundeutensilien ab. Zu Hause folgt dann die übliche Abendroutine.

Donnerstag, 23. März 2017

Nachdem ich heute Morgen wieder eine Menge Glasscherben aufkehren musste, fahre ich mit Gai zum Mabprachan 7/11 und bringe Nana und Shima wieder an ihren Platz. Sally, Suzy und Kenji sehe ich auch sowie den freundlichen Rüden, der mit Shima befreundet ist. Die Wiedersehensfreude der beiden ist groß. Kenji scheint sich schon wieder gehauen zu haben, denn ich bemerke eine kleine Wunde an seinem vernarbten Nacken. 

Gai und ich fahren weiter zum Wat Khao Pho Thong, der direkt neben dem 7/11 gelegen ist. Wir fragen im Tempelbüro nach, ob wir einige Hunde im Wat unterbringen können. Wir erhalten eine Abfuhr. Weiter geht es zum Wat Thuan Thong, der in unmittelbarer Nähe vom Haus Mabprachan liegt. Die Mönche sind bei einer Einäscherung und das Büro ist geschlossen. 

Den dritten Tempel den ich mir vorgemerkt habe, ist Wat Sawang Arom in Pong. Wir sprechen mit einem höhergestellten Mönch, der mir erlauben würde, einige Hunde dort unterzubringen. Ich sehe jedoch etliche Katzen und da die Hunde Katzen nicht gewohnt sind, befürchte ich Probleme. Ich biete dem Mönch aber trotzdem an für Sterilisationen von Hunden und Katzen zu sorgen, sobald ich wieder etwas Luft habe. 

Am frühen Nachmittag kommt Som mit Leuten von Help Stone, einer neuen Spendensammelorganisation, die angeblich weltweit operiert. Man bietet uns an Hope for Strays als NGO zu registrieren und Projekte vorzustellen. Wir werden uns das Angebot im kommenden Monat näher ansehen. 

Anschließend fahren Som und ich zu Khun Tiiwa. Louise hatte ja angedeutet, dass Khun Tiiwa ein Grundstück in Aussicht habe. Das allerdings ist schon verpachtet. Es ist trotzdem gut, dass Khun Tiiwa und Som sich kennengelernt haben. 

Som hat etwa 25 Hunde in Bang Saray untergebracht und fährt jeden Tag dorthin, um die Hunde zu versorgen. Sie hat das Angebot von einer Frau erhalten, die abseits der Wohngegend dort dreihundert Hunde auf einem großen Grundstück hält, eine Anzahl meiner Hunde auf einem separaten Areal unterzubringen. Ich möchte mir das Gelände anschauen und verabrede mich mit Som morgen Nachmittag dort hinzufahren.

Mittwoch, 22. März 2017

Rhonda kommt heute Morgen und hilft mir den Garten zu säubern. Ich mache mich derweil an die Impfung aller Hunde, die kürzlich keine Impfung erhalten haben. Ich schaffe auch alle bis auf einige, die absolut gegen Impfung sind. 

Am Nachmittag bittet mich Louise bei Khun Tiiwa vorbeizuschauen. Khun Tiiwa wird von mir seit Anfang des Jahres unterstützt und bietet mir an einige Hunde aufzunehmen. Louise führt mich zu dem Platz an dem Khun Tiiwa etwa 40 Hunde versorgt. Der Platz ist sehr ärmlich, aber Khun Tiiwa ist sehr nett und die Hunde dort sind ausgesprochen freundlich. Das ist auch der Platz an dem Josie vorhat Lina, Nura, Skinny, Felix und Anna unterzubringen. Louise teilt mir mit, das eventuell noch ein Stück Land hinzu gepachtet werden könne. Das würde sich dann morgen entscheiden. Vielleicht kann ich dann noch einige Hunde mehr dort hinbringen. Ich denke an Jule und Mom, die beide ein wenig mehr Schutz brauchen. 

Auf dem Rückweg halte ich bei Jorie. Sie fühlt sich sichtlich wohl wieder an ihrem alten Platz zu sein.

Dienstag, 21. März 2017

Da ein neuer Platz für die Hunde nicht gefunden werden kann, muss ich umdenken. Ich muss die Anzahl der Hunde aufteilen und sie an diversen Plätzen unterbringen, an denen ich sie weiter versorgen kann. Das wird nicht einfach sein, aber ich habe da einige Ideen. Wat Amparahm ist ein solcher Platz. Einige Hunde werde ich dort wohl noch integrieren können. Andere Plätze müssen noch gesucht werden. 

Am Nachmittag bietet mir Josie an Felix, Anna, Lina, Nura und Skinny an einem Platz unterzubringen, den sie gerade mit Louise herrichtet.

Abends bringe ich Jorie zum Wachmann an der Pattaya Mail zurück. Jorie freut sich wieder an ihrem alten Platz zu sein. Sie kennt ja die Hunde dort und hat sogar noch Surya, ihre Tochter dort.

Montag, 20. März 2017

Rhonda kommt am Vormittag. Sie untersucht die Hunde nach Zecken und versteckten Wunden. Big Boy und Felix erhalten Bravecto; Jule hat eine Bisswunde am Rücken und wird mit Betadine versorgt. Shima kommt nun aus ihrem Kennel heraus und aber Mika hält sich noch bedeckt. 

Am frühen Nachmittag fahre ich zu Khun Nongs kleinem Kinderheim. Dort hat sich ein junger Hund angefunden, der angefahren wurde. Offenbar wurde sein linker Hinterlauf verletzt, er kann jedoch wieder recht gut laufen. Khun Nong hat mich gebeten ihn zu sich zu nehmen und deswegen bekommt er von mir die erste Impfung verpasst. In dem Heim leben noch zwei Rüden, die sich dort niedergelassen haben. Sie werde ich dann auch impfen, sobald ich Tollwutimpfstoffe erhalte. Dann werde ich auch alle noch nicht kürzlich geimpften Hunde im Haus nachimpfen.

Sonntag, 19. März 2017

Josie kommt und wäscht Kylie. Ich informiere sie darüber, dass ich noch immer keinen Platz für die Hunde gefunden habe. Josie will deswegen Kylie und Lina wieder zu sich nehmen. In der kommenden Woche werde ich alle Hunde, die nicht unbedingt im Haus untergebracht werden müssen, wieder an ihre Plätze zurückbringen. 

Als erster geht Tommy zu Annie, Mum werde ich zum Tuk.com Parkhaus zurückbringen, Mae geht zurück zum Pinnacle, Jorie zurück zu den Pattaya Mail Hunden, Lilly, Toby und Panya bringe ich wieder an den Tempelstrand, Shima und Nana gehen zurück zum Mabprachan 7/11 und Mika geht zurück zum Busparkplatz an der Tantrarak Schule.

Mum, Mae und Mika, die ich am frühen Abend aus der Klinik abhole, können sich noch einige Tage im Haus erholen, genauso wie Shima und Nana. Bleiben immer noch 46 Hunde, für die ich bis zum Monatsende einen Platz finden muss.

Samstag, 18. März 2017

Am Vormittag hole ich Khun Samran ab und wir treffen uns mit Som. Gemeinsam fahren wir zu dem Stück Land, dass Samran mir gestern gezeigt hat. Som gefällt das Land auch und kontaktiert den Besitzer. Der will verkaufen, das Problem ist nur, dass das Land garnicht verkauft werden darf, da es titellos ist. Es darf nur landwirtschaftlich genutzt und in der Familie weitergereicht werden. Demnach sind wir schon wieder eine Hoffnung ärmer. 

Vom Land aus fahren Samran und ich nach Baan Amphur. Ich liefere 30 kg Reis bei Ba Bät ab und schaue nach den Hunden. Bei Panya entdecke ich eine Wunde an der Schnauze. Die Wunde wird in der Baan Amphur Klinik behandelt und da Panya Cephalexin für eine Woche verordnet bekommt, nehme ich sie mit nach Mabprachan.

Freitag, 17. März 2017

Rhonda kommt am Vormittag und entdeckt einige Zecken an Nina und an Snowy, die beide Bravecto von mir verabreicht bekommen. Kurze Zeit später kommt Annie. Sie hat eine Adoptionsstelle für Tommy gefunden und will ihn bis zur Adoption in Pflege nehmen. 

Ich verteile an Mum und Mae mit flüssigem Acepromcine versehene Hähnchenteile. Beide Hunde fressen die Leckereien und nach etwa einer Viertelstunde wird Mae schläfrig, sodass ich sie leicht mit dem Netz einfangen und in eine Box verfrachten kann. Bei Mum funktioniert das nicht so leicht, obwohl sie die gleiche Dosis verpasst bekommen hat. Rhonda, Gai und ich haben Mühe sie in eine Ecke des Gartens zu drängen, wo ich sie schließlich einfangen kann. 

Während der Aktion kommen Khun Nong und Khun Samran vorbei. Khun Nong sind meine gegenwärtigen Probleme bekannt und da sie weiß, dass Khun Samran ein Stück Land anzubieten hat, stellt sie mir Khun Samran vor. Nachdem ich Mum und Mae im Vorratsraum untergebracht habe, fahre ich mit Khun Samran zu dem Stück Land, das etwa 30 km von Pong entfernt liegt. Ich bin angetan von dem Grundstück und kann mir vorstellen, dass es die Lösung meines derzeit akuten Problems sein könnte. Morgen Nachmittag möchte ich Joe und Som das Land zeigen. 

Nachdem ich wieder zurück im Haus bin, lade ich Mum, Mae sowie Tommy ein und fahre mit ihnen in die South Pattaya Klinik. Tommy lasse ich Blut für einen Test abnehmen und lasse bei ihm auch einen Staupetest durchführen. Der Staupetest ist negativ. Das Resultat des Bluttests erhalte ich morgen. Eigentlich will ich Mika schon mitnehmen, aber Dr. Kwanchai hatte gestern Abend keine Zeit sie zu sterilisieren und so muss sie sich noch einen weiteren Tag gedulden. 

In der Klinik treffe ich auf Beppe. Er bittet mich mir einen der Hunde anzuschauen, den er nicht weit von der Klinik aus versorgt. Der große Rüde hat eine böse Wunde am Schädel, verursacht durch eine Beisserei. Wir verfrachten Rambo in die Klinik, wo er von Dr. Kwanchai versorgt wird. Die weitere Behandlung kann Beppe vor Ort weiterführen.

Donnerstag, 16. März 2017

Nana und Shima haben sich gut eingefügt. Nana ist sehr mutig und will schon in den Gartenbereich, das verhindere ich aber lieber mal. Shima liegt am Morgen noch im Kennel. Ich füttere die Kleinen und die Rekonvaleszenten und verteile Medikamente. 

Am frühen Vormittag bekomme ich erneut Besuch von Unterbezirksverwaltung. Die Offizielle eröffnet mir, dass meine Eingabe einen Aufschub von 90 Tage zu erlangen zurückgewiesen wird, und dass ich die Hunde bis zum Monatsende zu entfernen habe, andernfalls sie zwangsweise deportiert würden. Ich habe nun fast ein Jahr lang dafür gekämpft, dass die Hunde bis zum Ende des Mietvertrages auf dem Grundstück verbleiben können; jetzt sieht es aber so aus, dass ich den Kampf verliere, denn ich kann ja schlecht gegen die Armee antreten. 

Plan B muss nun also entworfen werden. Wo bringe ich fünfzig Hunde innerhalb von zwei Wochen unter? Ich kann sie ja nicht einfach in der Landschaft aussetzen. Und wenn die Hunde raus müssen, dann gehe ich natürlich auch. Also frage ich meine Freunde, ob sie mir nicht wenigstens einen zeitlich befristeten sicheren Platz anbieten könnten. Bis zum späten Abend ist das nicht der Fall. Es gibt für mich immer noch die Option Phitsanulok. Dort hat Som ein sechs Rai großes Grundstück zur Aufnahme von Hunden eingerichtet. Phitsanulok ist aber acht Fahrtstunden von Pattaya entfernt und alle „meine“ Hunde innerhalb von zwei Wochen dorthin umzusiedeln ist eine logistische Unmöglichkeit. 

Meine tägliche Arbeit muss ich aber trotzdem verrichten und unter anderem auch meine Sterilisationsliste abarbeiten. Auf der stehen noch Mae und Mum, die beiden Mutterhunde von Dina sowie Torro, Nousha, Emma, Hakim, Amal und Binda. Mum und Mae sind zwei der Hunde, die sich nicht anfassen lassen. Am späten Nachmittag mache ich den Versuch sie zu überzeugen mit mir in die Klinik zu fahren – ich scheitere kläglich dabei. Morgen muss ich sie zu sedieren, damit sie mir nicht permanent davon laufen. 

Auf der Liste steht aber auch noch Mika vom Busparkplatz. Mika war sehr scheu als ich sie kennenlernte, hat aber während meiner vergangenen Besuche Vertrauen zu mir gefasst. Das nutze ich gemein aus und verfrachte sie in die mitgebrachte Box. In der South Pattaya Klinik bugsiere ich sie in einen Käfig und hole Dia heraus. 

Dia ist auch ganz lieb und hat die Sterilisation offenbar gut verkraftet. Ich setze sie wieder bei den Marktfrauen ab und Dia bedankt sich artig bei mir, dass ich sie zurückgebracht habe. Mit einer der Marktfrauen vereinbare ich Dam, den TVT Rüden, am Wochenende gemeinsam einzufangen. Die Frauen schärfen mir dabei ein, ja nicht die andere Hündin zu vergessen, die vor zwei Wochen ihre Welpen bekommen hatte. Es ist schön zu sehen wie diese einfachen Leute mitarbeiten wenn sie sehen, dass etwas bewegt wird.

Mittwoch, 15. März 2017

Zwei sind es gewesen. Al ging es in der Nacht zunehmend schlechter und er hat so gelitten, dass ich erneut kein Auge zu bekommen hatte. Um vier Uhr morgens habe ich dann ein wenig Schlaf gefunden, dem aber schon um sechs brutal ein Ende gemacht wurde. Meine freundlichen Nachbarn von gegenüber hatten abends für irgendeine Festlichkeit eine Lautsprecherbatterie aufgebaut und die wurde dann bei Tagesanbruch in Gang gesetzt. 

Al war zu diesem Zeitpunkt mehr tot als lebendig. Aus seinem Körper war jegliche Lebenskraft entschwunden. Zuvor hatte er noch mit dem Schwanz gewedelt, wenn ich ihn ansprach, aber selbst das war ihm nun nicht mehr möglich. Nachdem Gai gekommen ist, fahre ich mit Al in die North Pattaya Klinik. Die Tierärztin empfiehlt einen Staupetest durchzuführen. Zu dem Zeitpunkt denke ich nur an eine schwere Lungenentzündung, willige jedoch ein, den Test zu machen. Zu meiner Bestürzung ist der Test positiv. Das macht meine Situation nicht einfacher. Nun muss ich befürchten, dass Al andere Hunde angesteckt hat. Nicht alle sind geimpft und das muss ich mir nun vorhalten. An einen Fall, dass ein Unfallhund auch noch staupeinfiziert ist habe ich nicht gedacht. Ich fahre mit Al in die South Pattaya Klinik und Dr. Kwanchai erlöst Al. 

Wieder zu Hause reinige ich alle Stellen an denen Al gelegen hat mit Haiter. Ich kann nun nur hoffen, dass ich mir keine Staupeepedemie ins Haus geholt habe. Draußen habe ich ein weiteres Problem. Hana will unbedingt entfliehen. Im hinteren Bereich hat sie sich schon fast durch einen Doppelzaun gewühlt und sie klettert ständig über die Umzäunung vor dem Eingangstor. Ich hole sie sicher ein Dutzend Mal aus der Umzäunung in der Hoffnung, dass sie es endlich aufgibt ständig an Flucht zu denken. Allerdings muss ich diese Hoffnung irgendwann aufgeben und ich entscheide Hana wieder an Khun Soi zurückzugeben. 

Vergessen zu erwähnen habe ich noch, dass während der Nacht wieder drei Schnapsflaschen auf dem Zement vor dem Tor gelandet sind. Die Scherben kehre ich zusammen begleitet von der Rezitation einer Gruppe von Mönchen, die meine freundlichen Nachbarn engagiert haben. Dieser Klangteppich und der extensive Schlafentzug versetzen mich in einen tranceähnlichen Geisteszustand der die vielen Glassplitter als Meditationsobjekte erscheinen lässt. 

Nachdem ich aus der Stadt zurück bin, füttere ich Ivy, Johnny und Dina, die ja morgens und abends etwas bekommen, da sie noch so jung sind, sowie Iang und Lilly, die zu mager sind. Danach verteile ich die Medikamente. Die Operationswunde von Felix sieht recht gut aus und ich verzichte es ihm einen Kragen umzulegen. 

Am frühen Nachmittag lege ich mich für eine Stunde hin. Um vier Uhr bin ich mit Andrew in der Soi Bongkot verabredet. Wir wollen die restlichen zwei Hündinnen zur Sterilisation in die Klinik bringen. Die eine Hündin sehen wir. Sie ist aber recht scheu und die Nachbarin, die meinte sie greifen zu können, erscheint nicht, obwohl sie es zugesagt hatte. Die zweite Hündin können wir nicht entdecken. Also verschieben wir diese Aktion erst einmal. 

Ich fahre danach zu dem Markt, an dem sich der TVT Rüde aufhält und sehe dort die beiden weißen Hündinnen. Die eine, die gerade zwei Welpen hatte und die andere, die trächtig war. Beide Hündinnen sind sehr zutraulich. Einige Marktfrauen kümmern sich um sie. Sie zeigen mir die neugeborenen Welpen der Hündin, die ich noch als trächtig gesehen hatte. Es sind sieben an der Zahl. Von den beiden Welpen der anderen Hündin existiert nur noch einer. Ich nehme ihn und seine Mutter auf und fahre mit ihnen in die South Pattaya Klinik. Der Welpe wird geimpft und die Mutterhündin bleibt für die Sterilisation da. Ich nehme Nana und Shima an Bord, liefere den Welpen wieder bei den Marktfrauen ab und fahre nach Hause. 

Ich habe mich entschlossen die beiden Hunde für ein paar Tage aufzunehmen, bis ich sicher sein kann, dass die Operationswunden gut verheilt sind. Die Hunde kommen vorerst in einem Doppelkennel im hinteren Bereich unter. 

Nach Fütterung und Kotarbeit schnappe ich mir Hana und bringe sie zurück zu Khun Soi. Da sie Hana nicht in ihrem Geschäft halten will, schlage ich vor Hana im Tempel unterzubringen. Dort hat sie dann ihre Freiheit und kann entscheiden entweder zu bleiben oder zu gehen. Khun Soi willigt ein und wir vereinbaren, dass ich Hana in zwei Tagen wieder abhole. 

Weiter geht es in die South Pattaya Klinik, in der ich Anna und Dam abhole. Dam lasse ich an Prajuabs Unterkunft heraus und Anna setze ich wieder an ihren Platz auf der kleinen Terrasse ab. Nana und Shima liegen noch im Kennel. Ich öffne die Kenneltür und Nana kommt heraus und sucht sich sogleich einen Platz unter den Hunden. Shima bleibt im Kennel liegen. Beide Hunde scheinen pflegeleicht zu sein, denn auch am späten Abend vernehme ich keine unguten Geräusche aus dem hinteren Bereich. 

Es ist schon wieder Mitternacht und ich kann fast garnicht glauben, dass ich immer noch hellwach bin. In den vergangenen 64 Stunden habe ich nur 3 Stunden geschlafen.

Dienstag, 14. März 2017

Um ein Uhr morgens, das ist die Zeit, in der ich normalerweise schlafen gehe, wacht Al auf und atmet schwer. Seine Nase ist verstopft. Ich reinige sie so gut es geht und auch seine Augen. Al atmet nun besser und ich lege mich hin. Es vergehen aber keine zehn Minuten und Al meldet sich erneut und ich lege seine Nase wieder frei. Dieses Spiel wiederholt sich bis drei Uhr. Al leidet und ist ganz kraftlos. Seine Nase ist ständig voller Sekret obwohl ich sie regelmäßig tief reinige. Ich nehme Al zu mir ins Schlafzimmer. Meine Anwesenheit beruhigt ihn ein wenig; er jammert jedoch weiterhin alle paar Minuten, sodass ich kein Auge zu bekomme. Ich setze mich zu ihm, da ich befürchte, dass es mit ihm zu Ende geht. 

Um sechs Uhr dann ist seine Nase frei und Al schläft ein. Ziemlich kaputt lege ich mich hin, werde jedoch gleich von Hanas Gejaule aufgeweckt. Es nützt auch nichts, dass ich rausgehe und versuche sie zu beruhigen. Sie will unbedingt aus dem hinteren Bereich raus und wirft sich gegen das Gatter. Nach einer weiteren Stunde lasse ich sie dann heraus. Ich habe zwar Bedenken, dass sie möglicherweise angegangen wird, aber meine Energie schwindet allmählich und ich kapituliere. Allerdings versucht Hana nun in die Umzäunung vor dem Tor zu gelangen und es gelingt ihr auch irgendwie. 

Da ich sowieso nicht schlafen kann, beginne ich mit der Gartenarbeit. Kurz bevor Gai kommt, trage ich Hana wieder in den hinteren Bereich und schärfe Gai ein sie nicht heraus zu lassen. Dann versuche ich ein wenig Schlaf zu bekommen, das ist allerdings wieder nur ein Wunschtraum. Al jammert wieder und Hana macht Radau und steckt auch noch Lilly an, die die ganze Zeit recht still war. Ich trage beide in den überdachten Bereich, in dem normalerweise Mom, Namtarn, Lina, Nura und Aya liegen und verriegele eine Zwischentür. Lilly sucht sich sogleich ein kühles Plätzchen, Hana aber versucht sofort wieder herauszufinden wie sie entkommen kann. Schließlich scheint sie aufzugeben. 

Als Zustand ist derweil unverändert und da er nicht mal mehr den Kopf heben mag, flöße ich ihm regelmäßig Wasser mit einer Pipette ein. Immerhin ist nun Ruhe im hinteren Bereich eingekehrt, da Hana sich wohl ausgetobt hat und neben Lilly schläft. Al scheint es ein winziges bisschen besser zu gehen. Er, der gestern garnichts gegessen hat, nimmt zwei kleine Stückchen Hühnerbrust zu sich. Er atmet auch wieder ein wenig freier. Leider nimmt er die Medikamente nicht zu sich; ich muss sie ihm in den Hals schieben. 

Am späten Nachmittag kaufe ich Trockenfutter ein und füttere danach die Hunde. Anschließend lade ich Anna ein und fahre zu Prajuab. Der übergibt mir Dam, die junge Hündin, die ihm kürzlich zugelaufen ist. Ich fahre mit den Hunden in die South Pattaya Klinik und bugsiere sie in die Käfige. Shima wird gerade sterilisiert und Nana für die Operation vorbereitet. Eigentlich wollte ich die beiden schon wieder mitnehmen, aber Dr. Kwanchai war zu beschäftigt sie gestern Abend noch zu sterilisieren. Ich frage ihn um Rat wegen Al. Er sagt, dass meine Entscheidung Al zusätzlich mit Doxycycline zu behandeln richtig sei. 

Auf dem Rückweg halte ich bei den Tantrarak Hunden. Ich sehe Hiro, Aki, Mika und Zaina, die auf dem Busparkplatz schlafen. Mika ist nun so zutraulich, dass ich sie auf meine Liste für diese Woche setze. 

Zurück im Haus gebe ich Felix die abendlichen Medikamente. Er hat sich das Pflaster abgerissen, aber die Wunde sieht noch gut aus. Sollte er sie lecken, muss ich ihm morgen einen Kragen anlegen. 

Als Zustand ist unverändert kritisch. Ich säubere seine Nase und seine Augen und reibe ihn mit einem feuchten Tuch ab. Jetzt da ich dies schreibe, ist es kurz vor elf Uhr abends. Ich bin nun seit 39 Stunden auf den Beinen und über den Punkt müde zu sein hinweg. Irgendwann in den kommenden Stunden wird wohl der Hammer fallen und vielleicht lässt mich Al dann aber doch ein paar Stunden schlafen. Momentan sieht es nicht so aus, denn er wimmert und bellt häufig.

Montag, 13. März 2017

Gai eröffnet mir, dass sie erst morgen wieder zurückkomme und so habe ich wieder den ganzen Vormittag zu tun. Mittags nehme ich Felix und Asa an Bord und fahre mit ihnen in die Huay Yai Klinik. Ich will Felix dort kastrieren lassen, um zu sehen welche Arbeit Dr. Aor macht. 

Nachdem ich Felix abgegeben habe, fahre ich in den Tempel. Auf dem Weg zum Sala sehe ich überraschenderweise Bonnie und Tessa, die ich seit vielen Wochen vermisst habe. Beide sind in gutem Zustand und scheinen zu wissen, wo Futter zu holen ist. An der Vorhalle lasse ich Asa frei. Sie humpelt nicht mehr und ich hoffe, dass sich ihr Fellzustand bald wieder völlig normalisiert. Außer Nema und Satya, die mich beim Säubern und Füllen der Behälter beobachten, sind alle anderen Hund am Strand bei den Fischerbooten, die dort repariert werden. 

Die Tempel- und Strandhunde haben ja drei Gruppen gebildet: das sind die Vorhallenhunde, die Salahunde sowie Neung, Song und Sahm als Gruppe zwischen den beiden größeren Gruppen. Unter den Salahunden gibt es einige, zu denen ich keinen Kontakt habe, denn sie werden von Tai und Åsa betreut. Dabei ist eine weiße Hündin, die mir Gewicht verloren zu haben scheint. Es gelingt mir ihren Gaumen anzusehen, der blass aussieht. Das ist ein ziemlich sicheres Zeichen von Blutparasitenbefall. Ich entschließe mich sie sofort mitzunehmen. Als ich sie jedoch aufheben will, schnappt sie nach mir. Ich rufe deswegen Tai an und einige Minuten später kommt Åsa und bugsiert sie in den Käfig. Åsa teilt mir mit, dass die Hündin Lilly heißt und ich erkläre ihm, dass ich sie einen Monat lang behandeln muss, bevor sie wieder zurück kann. 

Auf dem Weg nach Hause fahre ich bei Em vorbei und liefere bei ihr einen Sack Trockenfutter für die Naklua Slumhunde ab. Zu Hause angekommen wird Lilly zunächst ebenfalls erstmal im hinteren Bereich untergebracht. Nun liegen Lilly und Hana gemeinsam am Gatter. 

Am späten Nachmittag fahre ich nach Huay Yai und hole Felix aus der Klinik. Ich habe einen guten Eindruck von Dr. Aor und werde, wenn ich mit Felix keine Probleme habe, auch Johnny demnächst von Dr. Aor kastrieren lassen. Johnny hat ja auch noch einen Nabelbruch, der dann gleich mit behoben werden kann. 

Ich habe mir für diese Woche ein ordentliches Pensum vorgenommen, das abgearbeitet werden muss: Sterilisiert werden müssen Anna, Mum und Mae, dazu die beiden Hündinnen, die neu zum Mabprachan 7/11 hinzugekommen sind, sowie eine Hündin, die Prajuab kürzlich zugelaufen ist. Dazu kommen noch zwei Hündinnen vom MG Guesthouse, dort wo Iang und Ivy her sind. Auf der Liste steht dann noch der Rüde vom Markland und Dam, der TVT Rüde von der Soi Bongkot. 

Nachdem ich Felix wieder auf die kleine Terrasse gesetzt habe, mache ich mich am frühen Abend noch mal auf, um die beiden 7/11 Hündinnen einzusammeln. Beide sind zutraulich und haben mich schon einige Male gesehen, sodass „Einsammeln“ der richtige Ausdruck ist. Während der Aktion kommt Kenji vorbei. Seine Wunde ist nun vollständig verheilt und auch das Narbengewebe fühlt sich weicher an. Kenji geht es offensichtlich gut. Auch spricht mich ein Farang an und fragt, was ich denn da tue. Er sagt, dass er die Hunde am 7/11 füttere und ist wohl besorgt, dass ich etwas Unsauberes mit ihnen vorhabe. Ich beruhige ihn und lade ihn fürs Wochenende zu uns ein. 

Nachdem ich Shima und Miko, so nenne ich nun die beiden 7/11 Hündinnen, in der South Pattaya Klinik abgeliefert habe, kümmere ich mich zu Hause vorrangig um Hana, Lilly und Al. Hana ist immer noch auf dem Sprung; Lilly jedoch ist nun ganz brav und hat sich in ihr Schicksal ergeben. Al geht es gar nicht gut und er jammert häufig. Schließlich nehme ich ihn ins Haus. Das scheint zu helfen, denn er schläft recht schnell auf dem Lager, das ich ihm bereitet habe, ein.