Freitag, 23. Oktober 2020

Ich bin schon frühmorgens im Shelter. Mutter, ich nenne sie Amy, und Welpen haben die Nacht unter freiem Himmel gut überstanden. Das Wetter war ja gut. Ich bringe die Hunde nun jedoch in einen der Kennel, lege dort Decken aus und füttere Amy. Die Welpen sind wohlgenährt. Amy sorgt gut für sie. Nach einer Stillung schlafen sie zufrieden ein. Die Hunde im Haus sind natürlich neugierig und wenn sie zu nahe an die Gittertür kommen, knurrt Amy sie an. Zu mir jedoch ist sie sehr zutraulich und ich kann ihre Welpen berühren, ohne dass sie es stört. 

Maggie hat sich in den hinteren Bereichen sehr gut eingelebt. Sie kommt nun aus dem hintersten Bereich heraus und läuft durch alle drei Bereiche. Die Hunde in diesen Bereichen akzeptieren das, auch Nuri nun. Ich füttere Amara und die vier Welpen, die mit jedem Tag selbstsicherer werden. Danach bereite ich Reisfutter für Leo und Sita zu. Da ich den Eindruck habe, dass ihr ein Bereichswechsel gut täte, nehme ich sie in den hintersten Bereich, schließe die Tür und füttere sie. Wenn Hunde in einen für sie neuen Bereich kommen, ist das für sie immer etwas stressig. Ich bleibe deshalb bei Sita noch eine Weile sitzen bis ich Tashi und Maggie hereinlasse. Die beiden nehmen nach kurzer Beschnüffelung kaum Notiz von ihr. Die Hunde haben ja eine Zeitlang zusammengelebt als das Shelter noch nicht so unterteilt war wie das jetzt der Fall ist. Da Hunde ein sehr gutes Gedächtnis haben, nehme ich an, dass die drei sich noch von früher kennen. Nur als ich auch Leo, Coco und Lilly hereinlasse, knurrt Sita sie an. Die drei sind jedoch ganz friedlich, sodass sich Sita ziemlich schnell entspannt. Am Nachmittag habe ich den Eindruck, dass Sita, genau wie zuvor Maggie, die Umsiedelung gutheißt. 

Im Laufe des Tages versuche ich Khun Gaeb mehrfach wegen der TVT Hündin zu erreichen – ohne Erfolg. Ich verschiebe deshalb die Baan Amphur Fahrt auf morgen. Arno kommt, mäht Gras und füttert die Hunde. Ich bin derweil mit Rocco und Dodger bei Dr. Oi. Roccos Verband wird gewechselt und Dodgers Wunden werden versorgt. Dodger war noch nie bei einem Tierarzt und so bleibe ich während der Wundversorgung bei ihm. Er ist ja mit seinen fast 28 Kilo ein ziemlicher Brocken und kann natürlich reagieren, wenn er Schmerzen verspürt. Dodger aber verhält sich tadellos und lässt sich im Shelter auch problemlos einen Kragen verpassen. 

Nach einer kurzen Pause bin ich am frühen Abend wieder im Shelter. Arno hat Amy und den Welpen ein wenig Auslauf im Doppeltorbereich verschafft. Ich füttere Amy, Ivy, Mika, Chip, Kaya und Amara für die Nacht. Rocco bekommt weiterhin Clindamycin und Dodger Clindamycin und Prednisilone. Amara erhält ihre Infusion. Obwohl ich sie zweimal täglich füttere, wird sie dünner und dünner. Aber sie ist noch wachsam und liegt überwiegend mit etlichen der anderen Hunde im großen Kennel. Ihr Verhalten ist immer noch völlig normal.

Donnerstag, 22. Oktober 2020

Ich hole am Vormittag 200 kg Trockenfutter bei Apisit ab und bin dann im Shelter. Pat ist schon bei der Fütterung. Ich bereite Reisfutter für Amara, die Welpen, Sita und Leo zu. Rocco und Dodger erhalten Clindamycin, Nousha, Pinky, Tommy und Roshi Fischöl. Anschließend erfolgt die übliche Säuberung. Am Nachmittag kommen die Frauen jedoch ohne TVT Hund. Morgen muss ich auf jeden Fall nach Baan Amphur zu den Tempelhunden. Ich hoffe, dass ich den TVT Hund dann zu Dr. Kwanchai bringen kann. 

Während ich abends gerade Amara ihre Infusion verabreiche, kommt Arno mit einem Mutterhund und ihren fünf etwa vier Wochen alten Welpen vorbei. Die Hündin hatte ihre Welpen unter einer kleinen Bühne zur Welt gebracht und die Hunde sollten dort schleunigst verschwinden. Wir bringen die Hunde für die Nacht im Doppeltorbereich unter. Die Welpen scheinen gesund zu sein und die Mutter ist zutraulich. Ich muss mir morgen überlegen, wo ich die Neuzugänge sparat unterbringen kann, 

Leila kommt mich nun jeden Abend besuchen. Sie scheint mich zu mögen und ich freue mich sie bei mir zu haben, solange sie nicht auf meiner Tastatur herumspaziert während ich am Computer arbeite.

Mittwoch, 21. Oktober 2020

Ich bin heute früh im Shelter, da Katharina morgens kommt, um mir wie jetzt jede Woche einmal täglich zu helfen. Pat kommt auch und so habe ich Zeit mit Rocco zu Dr. Oi zu fahren, nachdem ich meine Routinearbeiten erledigt habe. Roccos Heilungsprozess schreitet voran, er muss aber immer noch einen Kragen tragen, damit er sich den Verband nicht abbeißt. Katharina hilft Pat bei der Fütterung während ich für die Welpen, Amara und Leo Reisfutter bereite. Auch Sita erhält nun Reisfutter. Ich finde, dass sie etwas zunehmen kann. Entwurmt habe ich sie schon. Pat allerdings meint, dass sie normal fresse. 

Katharina entdeckt an Dogder eine weitere kleine Bisswunde. Ich verabreiche ihm deshalb Clindamycin, damit sich die beiden Wunden nicht entzünden. Roshi wird von Katharina gebadet. Sie entwickelt leichte Fellprobleme. Ich werde ihr nun auch Fischöl verabreichen. 

Am frühen Abend bin ich wieder im Shelter und füttere die Welpen und Amara für die Nacht. Auf Anraten von Dr. Oi werde ich ihr ab der kommenden Woche nur noch jeden zweiten Tag Kochsalzlösung verabreichen. Nach weiteren zwei Wochen soll ihre Nierenfunktion dann erneut getestet werden. 

Zwei Frauen erscheinen später am Abend am Sheltertor. Sie übergeben mir einen Sack Trockenfutter und bitten mich nach einer TVT Hündin in ihrer Nachbarschaft zu schauen. Ich habe zwar schon genug zu tun, aber TVT Hunde sind mir immer ein Anliegen. Es ist ermutigend zu erleben, dass einige Thai Residenten nun allmählich auch Schritte unternehmen, um Krebshunden zu helfen.

Dienstag, 20. Oktober 2020

Ich bin heute etwas später im Shelter, da ich eine Lieferung Bravecto abwarten muss. Nach Beendigung der Routinearbeiten, erhalten die Welpen Mika, Ivy, Kaya und Chip ihre Dosis. In den vergangenen Wochen musste ich sie täglich herannehmen, um sie trotz ihres Unwillens von kleinen Zecken in ihre Pfoten zu befreien. Das kann ich mir nun hoffentlich in den kommenden Wochen ersparen. Die großen Hunde sind nicht derart befallen. Wenn einer der Hunde vermehrt Befall aufweist, erhält er ebenfalls Bravecto. Eine andere Möglichkeit der Zeckenplage Herr zu werden sehe ich nicht. 

Ich bin heute wieder bis zum Abend im Shelter. Das Haus und alle Bereiche müssen gesäubert werden und die Hunde gefüttert. Amara und die Welpen erhalten wie jeden Tag spezielles Reisfutter, das nun auch Leo bekommt. 

Tashi und Maggie vertragen sich im hintersten Bereich sehr gut. Maggie ist immer ganz enthusiastisch, wenn sie mich sieht. Es scheint, als wolle sie sich bei mir bedanken, dass ich sie aus dem Hausbereich herausgenommen habe. Nur Nuri mag Maggie nicht und ich darf sie nicht unbeaufsichtigt zusammen lassen, wenn ich die Tür vom hintersten Bereich öffne. Tashi läuft dann unbehelligt durch alle drei Bereiche und auch wieder zurück in seinen Bereich, wenn ich ihm das bedeute. 

Nuri, Ruby, Leo, Mona, Buffy, Tommy, Coco und Lilly, die die beiden anderen hinteren Bereiche unter sich aufteilen, kommen gut miteinander aus. Dodger schlüpft zuweilen in deren Bereiche, ohne dass es Probleme gibt. Er ist mir jedoch heute auch in den großen Salabereich entkommen und sofort von mehreren Hunden angegangen worden. Dodger hat eine Baht-große Wunde an seinem linken Vorderlauf dabei davongetragen, die ich behandeln muss. Es wird ihm hoffentlich eine Lehre sein, das nicht noch einmal zu versuchen. 

Am Spätnachmittag füttere ich Amara und die Welpen für die Nacht und verabreiche Amara ihre tägliche Infusion. Mittlerweile geht das ganz prima, wenn ich Amara an einem Treat kauen lasse. Die Welpen sind auch ganz scharf darauf und gut damit beschäftigt. 

Montag, 19. Oktober 2020

Heute bin ich mal wieder den ganzen Tag im Shelter. Ausnahmsweise regnet es nicht. Bevor ich mit den Säuberungen beginne, füttere ich die Welpen und Amara. Leo bekommt ebenfalls Reisfutter. Mittags bin ich mit Rocco bei Dr. Oi. Die Schwellung ist völlig abgeklungen und die Löcher in der Leiste sind kleiner geworden. Rocco geht es insgesamt recht gut, wenn auch seine Laune nicht die Allerbeste ist, da er weiterhin einen Kragen tragen muss. Nachdem wir zurück sind, füttere ich alle übrigen Hunde. Anschließend noch einmal die Welpen und Amara, die danach ihre tägliche Infusion verabreicht bekommt. 

Sonntag, 18. Oktober 2020

Ich säubere morgens Hausbereich und Haus, füttere die Welpen und Amara und verteile Medikamente an Rocco, Amara, Nousha und Pinky, die beide Fischöl bekommen. Kenzos Augenverletzung hat sich gebessert. Ich reinige sein Augenumfeld wieder mit Kochsalzlösung. Amara und Leo erhalten Entwurmungstabletten. Leo hat weiter an Gewicht verloren. Ich mache mir jedoch keine großen Sorgen um ihn, denn sein Blutbild war ja in Ordnung. Leo hat sein ganzes bisheriges Leben auf der Straße verbracht und hat von Reisfutterabfällen gelebt. Ich füttere ihm deshalb mit Reisfutter und werde das auch fortführen. Das Trockenfutter scheint ihm nicht zu schmecken. 

Pat kommt und füttert. Ich säubere die übrigen Bereiche. Am Nachmittag kommt Arno vorbei und hilft mir bei der Zaunbefestigung im Talobereich. Meine provisorischen Reparaturen haben Talo, Tara, Zola und Toya von erneuten Ausbrüchen abgehalten, aber ich möchte den Zaun in der ganzen Länge mit Paletten befestigen. Nebenan wird gelegentlich weiter am Haus gewerkelt. Zwei Tore sind installiert worden. Khun Dtu hat mir erlaubt wieder Wasser vom Brunnen zu entnehmen. Das erleichtert mir die Arbeit und ich spare das Geld für Wasserlieferungen. 

Ich bin bis zum frühen Abend im Shelter, füttere Amara und Welpen erneut und verabreiche Amara ihre Infusion. Die Welpen schlafen mit etlichen der großen Hunde im großen Kennel in dem es wärmer ist als im offenen Hausbereich. Sie können in Plastikbottichen schlafen, die ich mit Handtüchern ausgelegt habe. Auch etliche der großen Hunde finden daran Gefallen. Werde deshalb noch einige mehr anschaffen. 

Samstag, 17. Oktober 2020

Pat und ich kommen heute Vormittag noch vor dem einsetzenden Regen, aber während wir noch arbeiten, fängt der wieder an und hält sich bis in den Nachmittag hinein. Kenzo hat sich eine Verletzung am rechten Auge zugezogen. Kenzo ist ja blind und so weiß ich nicht, ob es von einer Auseinandersetzung herrührt oder ob er sich irgendwo gestoßen hat. Ich reinige die beiden kleinen Wunden mehrfach mit Kochsalzlösung. Mehr kann ich nicht tun, da es Augenlidverletzungen sind. Rocco hat sich anscheinend in sein Los gefügt noch einige Tage einen Kragen tragen zu müssen. Er liegt meist in einem offenen Käfig, kann sich jedoch frei im Haus bewegen. 

Über Mittag lasse ich die Welpen und Kenzo im Behandlungsraum, da es recht kühl ist und der Regen anhält. Ich fahre in die Silverlake Klinik und hole die sterilisierte Hündin vom Huai Chak Nok Reservoir ab. Dann bin ich im Wat, kaufe Reis ein und bezahle Ba Bät. Da es immer noch regnet fällt der Strandgang wieder aus. Ich kaufe Trockenfutter ein, liefere die Hündin ab und bin dann wieder im Shelter. Nach der Fütterung der Welpen verabreiche ich Amara ihre Infusion und füttere sie dann ebenfalls für die Nacht.

Freitag, 16. Oktober 2020

Pat und ich verrichten unsere morgendlichen Routinearbeiten. Ich fahre mit Rocco zu Dr. Oi. Rocco wird neu verbunden. Der Heilungsprozess wird recht lange dauern, da die giftigen Bisse tiefe Löcher in Roccos Leistenbereich verursacht haben. Am Vormittag beginnt es heftig zu regnen und der Regen hält den ganzen Tag an. 

Meine geplante Fahrt in die Silverlake Klinik und zum Tempel muss ausfallen. Die Landeigentümerin Khun Dtu teilt mir mit, dass in den Brunnen am Haus nebenan wieder eine Pumpe installiert worden ist. Ich muss nur die Stromversorgung gewährleisten, dann kann ich von dort wieder Wasser entnehmen. Dafür besorge ich mir ein wetterfestes Kabel in der Stadt. Zudem hat mein Telefon seinen Geist aufgegeben. Glücklicherweise finde ich im Tuk.com einen kompetenten Mann, der es wieder ans Laufen bringt. 

Da es immer noch regnet, fällt mein abendlicher Shelterbesuch nur kurz aus. Ich füttere die Welpen und Amara und gebe ihr ihre Infusion. Später in der Nacht taucht Leila mal wieder auf. Ihre Operationswunde ist sehr gut verheilt und sie ist ganz die alte.

Donnerstag, 15. Oktober 2020

Wie nun jeden Morgen füttere ich die Welpen und Amara und Pat füttert die übrigen Hunde, außer Leo, der von mir ebenfalls Reisfutter bekommt, damit er wieder zunimmt. Amara bleibt trotz zweimaliger Fütterung weiterhin sehr dünn. Rocco erhält Clindamycin und Carprofen, die Welpen, Amara und Leo Ferric, Nousha und Pinky Fischöl. Maggie hat die Nacht mit Tashi wohlbehalten verbracht. Die beiden scheinen sich zu mögen. 

Am Nachmittag gesellt sich Leo zu ihnen. Ich schließe wieder die Tür zu den beiden anderen hinteren Bereichen in denen sich Mona, Tommy, Coco, Lilly, Nuri, Ruby und Nuri aufhalten. Die verstehen sich gut untereinander. Amara erhält ihre Infusion und wird für die Nacht gefüttert, genauso wie die Welpen.

Mittwoch, 14. Oktober 2020

Pat ist schon im Shelter als ich ankomme. Sie muss heute früher gehen. Während sie füttert, füttere ich die Welpen und Amara. Dann säubere ich die Bereiche. 

Anschließend bringe ich Maggie in die drei zusammenhängenden Bereiche und bleibe bei ihr. Alle Hunde sind ganz nett zu ihr und so fühlt sie sich bald recht wohl. Als ich mich jedoch kurz entferne, geht Nuri sie an und so bringe ich sie in den hintersten Bereich, in dem momentan Tashi allein lebt. Während ich aber präsent bin, öffne ich die Tür und Tashi kann in alle drei Bereiche laufen. Tashi und Maggie scheinen sich gut zu vertragen und so lasse ich die beiden allein, als ich mittags gehe. 

Rocco liegt noch im Hausbereich, jedoch nun in einem der Käfige. Die Tür bleibt offen, sodass er ein und ausgehen kann, was trotz Kragen gut klappt. Die Welpen haben sich im großen Kennel zusammen mit Patty, Amara, Nousha, Lena und Pinky eingerichtet. Die großen Hunde liegen auf zwei Bänken und die Welpen in Schüsseln, die ich mit Handtüchern ausgelegt habe. Ich habe sie heute erneut entwurmt. Nach einer Einkaufstour in der Stadt bin ich am frühen Abend wieder im Shelter. Ich füttere die Welpen und Amara und verabreiche ihr die tägliche Infusion.

Dienstag, 13. Oktober 2020

Heute Morgen kommt Katharina mit ihren Kindern Nele, Maya und Matti und hilft mir bei Säuberung und Fütterung. Die Kinder beschäftigen sich mit den Welpen, die damit lernen, dass es auch noch andere Menschen als Pat und mich gibt. Für sie ist ja jeder Sozialisationstag so wichtig. Kaya haut sich wieder mit Ivy. Ich bekomme die beiden nicht auseinander und muss sie in den großen Wasserbottich werfen. Das hilft. Nach der Fütterung schlafen sie dann schon wieder eng umschlungen in einer mit einem Handtuch ausgelegten Schüssel. 

Während ich in den hinteren Bereichen säubere, springt Maggie auf eine Holzkiste und über den Zaun. Katharina berichtet mir, dass sie gejagt worden sei. Ich schaue draußen nach Maggie und rufe sie, aber sie lässt sich nicht blicken. 

Nachdem Katharina und die Kinder gefahren sind, beendige ich die Fütterung in den hinteren Bereichen und bin dann mit Rocco wieder bei Dr. Oi. Die Insektenbisswunde hat sich an drei Stellen geöffnet und sieht unschön aus. Rocco wird verbunden und bekommt wieder einen Kragen umgelegt. Zurück am Shelter empfängt mich Maggie freudestrahlend vor dem Tor. Ich stecke sie und Rocco in jeweils einen der Hauskennel. Dann füttere ich die Welpen ein zweites Mal und verabreiche Amara ihre Infusion. Anschließend füttere ich auch sie für die Nacht.

Montag, 12. Oktober 2020

Dr. Oi informiert mich am Morgen, dass Nico in der Nacht gestorben sei. Nico ist über zehn Jahre alt geworden und hat in den vergangenen achteinhalb Jahren ein gutes Leben im Wat Amparahm gehabt. Nun sind alle drei Nakluahunde, die ich vor einem leidvollen Leben in Phutaluang gerettet habe, von mir gegangen. Kobie ist nach wenigen Tagen aus dem Tempel verschwunden, Asa vor fünf Wochen und nun ist Nico verstorben. Es waren drei gute Hunde. Insbesondere Asa und Nico werde ich sehr vermissen, denn sie waren ja so lange bei mir. 

Pat hat heute ihren freien Tag und so bin ich von morgens bis abends im Shelter. Die Welpen können sich nun frei im Haus und im Hausbereich bewegen. Ich habe keine Sorge, dass einer der großen Hunde ihnen etwas antut. Nur untereinander sind sie nicht immer friedlich. Das betrifft jedoch nur Kaya und Ivy. War zuvor Ivy meistens der Aggressor ist es nun Kaya, die richtig giftig werden kann. Chip ist ganz souverän und Mika ist eine ganz liebe. Die beiden mögen sich und spielen oft miteinander. Das ist der jetzige Stand der Dinge. Ich habe es allerdings schon mehrfach erlebt, dass sich Beziehungen der Welpen untereinander mit der Zeit ändern können. 

Nach der Fütterung bin ich bei Dr. Oi und hole Nico und Rocco ab. Roccos Schwellung ist zurückgegangen. Er muss aber einen Kragen tragen und bekommt drei Tage lang Clindamycin und Carprofen. Rocco kommt erstmal wieder in einen der Hauskennel. Ich füttere die Welpen und Amara für die Nacht und verabreiche Amara ihre Infusion. Amara frisst weiterhin gut und ihr Gaumen scheint sogar etwas rosiger zu werden. Die Welpen haben sich für die Nacht zu den Hunden im großen Kennel gesellt. Es wird nicht lange dauern bis sie sich an die Shelterroutine gewöhnt haben. Zum Abschluss bringe ich Nico in die NPW Klinik zur Einäscherung.

Sonntag, 11. Oktober 2020

Ich schaue am Morgen als Erstes nach Rocco. Er scheint ok zu sein. Bevor ich ihn in den Salabereich zurückbringe, schaue ich ihn mir aber genau an und entdecke eine rötliche Schwellung an der Innenseite seines rechten Hinterlaufs. Nachdem ich gesäubert habe und Pat mit der Fütterung begonnen hat, füttere ich die Welpen und Amara. Amara bekommt wie jeden Morgen danach Renavast und Ferric. Auch den Welpen und Leo verabreiche ich Ferric. 

Pat bleibt im Shelter und ich fahre mit Rocco zu Dr. Oi. Es scheint, dass Rocco von einem Insekt gebissen worden ist. Es könnte ein Tausendfüßler gewesen sein. Dr. Oi möchte Rocco an den Tropf hängen. 

Ich rufe Pan, die Marktfrau vom Huai Chak Nok an. Sie teilt mir mit, dass sie die läufige Hündin sieht. Also fahre ich zum Reservoir. Pat managed das Shelter für weitere zwei Stunden. Pan hat keine Schwierigkeiten die Hündin in die mitgebrachte Box zu bringen. In der Silverlake Klinik liefere ich die Hündin bei Dr. Kwanchai ab und informiere ihn über eine TVT Hündin, die ich am Reservoir entdeckt hatte. Pan kennt sie, kann sie jedoch nicht einfangen. Dr. Kwanchai will Bua hinschicken, um sie zu blowdarten. 

Im Tempel versorge ich die Hunde mit Trockenfutter und Wasser. Ich vermisse Nico an der Vorhalle und finde ihn am Strand unter einem Auto liegen. Ich sehe sofort, dass er ein Problem hat. Nico reagiert auf mich, kann aber noch nicht mal den Kopf heben. Ich ziehe ihn unter dem Auto hervor. Nico hat keine Körperspannung mehr und ist mehr tot als lebendig. Dr. Oi nimmt an, dass Nierenversagen vorliegt, denn Nico riecht entsprechend. Er wird an den Tropf gehängt. Wenn Nico die Nacht übersteht, soll morgen ein Bluttest Aufschluss bringen, woran er leidet. Im Shelter füttere ich wie jeden Abend die Welpen und gebe Amara ihre Infusion.

Samstag, 10. Oktober 2020

Pat füttert die Hunde und ich die Welpen und Amara. Pat macht mich darauf aufmerksam, dass Rocco sich schon gestern und auch heute unter der großen Sala verkriecht. Ich hole ihn dort heraus und sperre ihn in einen der Hauskennel. Dann bereite ich Reisfutter für ihn und Leo zu. Beide Hunde fressen alles auf. Rocco scheint es nicht schlecht zu gehen. Sein Gaumen ist rosig und er hat nicht an Gewicht verloren. Vielleicht hat er Probleme mit einem der Hunde im großen Salabereich. Ich lasse ihn über Nacht im Kennel. Morgen werde ich ihn zurückbringen und mal schauen, wo das Problem liegt. 

Coco blutet nicht mehr. Meine Vermutung, dass sie läufig war, scheint richtig gewesen zu sein. Amara bekommt am frühen Abend ihre Infusion und danach ihr Futter für die Nacht. Danach füttere ich die Welpen. Da ich keine Anzeichen von Krankheiten bei ihnen feststellen kann, werde ich sie morgen zu den großen Hunden lassen.

Freitag, 9. Oktober 2020

Dr. Oi teilt mir am Morgen das Ergebnis von Leos Blutuntersuchung mit. Leber- und Nierenwerte sind im Normalbereich. Das trifft auch für die weißen Blutwerte zu. Die Infektion ist also überwunden. Die roten Blutwerte allerdings sind zu niedrig. Dr. Oi empfiehlt Doxy abzusetzen und für einige Zeit Ferric zu verabreichen. Ich bringe Leo wieder in die hinteren Bereiche. Pat kommt und füttert und ich füttere Amara und die Welpen. Anschließend säubere ich alle Bereiche. 

Am frühen Abend bin ich wieder im Shelter und verrichte meine Routine. Die Welpen entwickeln sich gut. Das Shelter mit den großen Hunden und mit mir ist nun ihr Zuhause. Die schüchterne Kaya hat aufgeholt und hat sich schon mit Ivy gehauen. Die beiden sind nicht ohne und haben sich heute schon zweimal richtig ineinander verbissen, sodass ich Mühe hatte sie zu trennen. Chip und Mika sind friedlich und raufen nur mal freundschaftlich miteinander. Mika ist allerdings schon einmal von Ivy angegangen worden. Ich muss also ein Auge auf Ivy und Kaya haben um den Anfängen zu wehren. Die großen Hunde haben die Welpen als Mitbewohner im Haus akzeptiert und sind sehr nett zu ihnen.

Donnerstag, 8. Oktober 2020

Es regnet am Vormittag und hört garnicht mehr auf. Ich kann gerade mal den Kot im Hausbereich einsammeln, bevor alles im Schlamm versinkt. In die hinteren Bereiche komme ich überhaupt nicht. Ich füttere die Welpen und Amara; die anderen Hunde müssen warten, bis es einigermaßen trocken ist. Dann verrichte ich liegengebliebene Hausarbeiten und nehme mir die Welpen vor. Einige kleine Zecken finde ich in ihren Pfoten. Ansonsten aber geht es ihnen bestens. Noushas Fell wird wieder fleckig und so bade ich sie und schmiere sie mit dem Sulfur/Kokosnussöl ein.

Die Fahrt in die Silverlake Klinik und zum Tempel fällt aus. Dafür bringe ich Leo für einen Bluttest zu Dr. Oi. Leo hat seit der Kastration an Gewicht verloren und weist einen blassen Gaumen auf, obwohl er vier Wochen lang auf Doxy und Ferric war und nach der Kastration erneut Doxy gegen eine mögliche Infektion erhalten hatte. Bei der Gelegenheit werden ihm auch die Fäden gezogen. Die Wunde ist gut verheilt. 

Am späten Nachmittag lässt der Regen nach und ich füttere die Hunde. Amara und die Welpen werden ein zweites Mal gefüttert und Amara erhält ihre Infusion. Leo lasse ich für die Nacht in einem der Kennel im Haus. Von dem angereicherten Reisfutter, das ich extra für ihn zubereite, bleibt nichts übrig.

Mittwoch, 7. Oktober 2020

Pat füttert die Hunde und ich Amara und die Welpen. Ich habe ihnen Namen gegeben. Der männliche heißt nun Chip und die drei weiblichen Mika, Ivy und Kaya. Mika und Chip sind schon recht forsch. Am zurückhaltendsten ist Kaya. Edith hat sich eine Schwellung zugezogen, die ich mit einem heißen Tuch behandele. Diese Schwellungen sind nach einigen Behandlungen normalerweise verschwunden. Lilly blutet nicht mehr und Coco nur noch ein wenig. Beide verhalten sich ansonsten normal und ihre Wunden sehen gut aus. 

Am Nachmittag bin ich bei den Marktleuten am Huai Chak Nork Reservoir. Ich treffe auf Pan und verabrede mit ihr die läufige Hündin morgen Nachmittag abzuholen. Anschließend bin ich wieder im Shelter, säubere, füttere Amara und die Welpen und verabreiche Amara ihre Infusion.

Dienstag, 6. Oktober 2020

Katharina kommt heute und Pat auch. Katharina schaut mit Pat nach den Hunden und hilft ihr bei der Fütterung. Ich arbeite den Rest ab. Die Welpen haben die Nacht gut überstanden und sind wohlauf. Sie stürzen sich auf das Reisfutter, das Pat mitgebracht hat. 

Leo hat die Kastration sehr gut überstanden. Ich verabreiche ihm dennoch für die kommenden drei Tage weiterhin Doxy, Die Wunden von Coco und Lilly sind auch gut verheilt. Allerdings bluten beide leicht. Die Hormonproduktion stoppt erst nach sieben bis zehn Tagen nach der Entfernung von Gebärmutter und Ovarien. Es kann also sein, dass sie kurz vor der Sterilisation läufig gewesen waren, ohne dass ich das bemerkt hatte. In spätestens einer Woche sollte das Problem behoben sein. 

Kurz nachdem wir alle Arbeiten beendet haben, setzt wieder der tägliche Regen ein. Am frühen Abend bin ich dann wieder im Shelter. Ich füttere Amara und die Welpen und verabreiche Amara ihre Infusion und den Welpen Ferric.

Montag, 5. Oktober 2020

Meine erste Sorge gilt heute Vormittag natürlich den vier Welpen, die ich gestern aufgesammelt habe. Sie haben den Behandlungsraum vollgeschissen, wie Welpen das eben so machen. Ich werte das aber als gutes Zeichen. Ihre Verdauung funktioniert und einige Würmer sind dabei auch herausgekommen. Ich bringe die Vier in den Doppeltorbereich und mache mich an die Säuberung. Dann nehme ich sie mir einzeln vor, bade sie, entferne Zecken und reinige die Ohren. Ihr Fellzustand ist nicht der Allerbeste, wird sich jedoch bald verbessern. Das Frühstück bekommen die Welpen dann in einem der Käfige. Alle vier lange kräftig zu – ein weiteres gutes Zeichen. 

Ich bringe die Welpen wieder in den Doppeltorbereich und mache mich an die Säuberung der hinteren Bereiche. Der Talobereich ist bis auf Zola verlassen. Talo, Tara und Toya haben sich unter dem Zaun zum Nachbargrundstück durchgegraben. Ich finde sie gut gelaunt im angrenzenden Tapiokafeld wieder. Nachdem ich die Welpen in einen Käfig gesteckt habe, hole ich die drei Ausbrecher in den Doppeltorbereich und dichte das Loch unter dem Zaun ab. Dann mache ich mich an die Fütterung. Anschließend bringe ich die drei Ausreißer wieder in ihren Bereich. 

Die Welpen kommen dann in den geräumigen Baderaum, der gut sauber zu halten ist. Die großen Hunde haben sich mittlerweile schon an die Anwesenheit der Welpen gewöhnt und auch die Welpen gewinnen an Sicherheit. Sie scheinen ihre neue Umgebung nicht so übel zu finden und haben mich als Mutterersatz erkoren. Am Spätnachmittag füttere ich sie erneut und sie langen wieder kräftig zu. Ich lasse sie im Baderaum. Durch die Gittertür haben Sichtkontakt zu den Hunden im inneren Hausbereich. 

Ich verteile die Medikamente an Lilly, Leo und Amara und die bekommt dann auch wie jeden Tag ihre Dosis Kochsalzlösung verabreicht. Zu Hause empfängt mich Leila. Sie scheint keine Beschwerden zu verspüren und verhält sich zu mir wie auch vor der Sterilisation. Das Pflaster sitzt noch.

Sonntag, 4. Oktober 2020

Ich verrichte meine morgendlichen Arbeiten und Pat füttert. Lilly bekommt noch Immuplex, obwohl ich keine Papilomas mehr an ihrem Maul entdecken kann. Für Amara bereite ich wie jeden Morgen eine Mischung von Reis, Nassfutter und einem Ei zu, die sie stets mit Appetit verspeist. 

Auf dem Nachhauseweg entdecke ich auf der Zufahrt zum Shelter vier ca. acht Wochen alte Welpen, die ich dort nie zuvor gesehen habe. Ich halte Ausschau nach der Mutter, kann sie jedoch nicht ausmachen. Ganz in der Nähe befindet sich eine Paletten Manufaktur. Ich erkundige mich dort nach den Welpen, aber die Leute sind auch ganz überrascht sie zu sehen. Entweder sind die Welpen dort ausgesetzt worden, oder die Mutter ist gerade abwesend. 

Zu Hause angekommen, empfängt mich Leila, die sich die vergangenen Tage nicht hat blicken lassen. Das Shirt, das ihr Dr. Oi angelegt hatte, trägt sie nicht mehr und die Operationswunde ist unverpflastert, aber noch intakt. Leila trägt nun ein Halsband. Ich fahre mit ihr zu Dr. Oi, die die Fäden zieht. Dr. Oi meint, dass der Heilungsverlauf normal sei und ich das neue Pflaster in einigen Tagen entfernen könne. Ich bringe Leila zu mir ins Resort und lasse sie frei. 

Dann mache ich mich auf den Weg zu den Welpen und finde alle Vier mutterlos am selben Platz. Damit ist für mich klar, dass sie ausgesetzt wurden. Ich bringe sie zu Dr. Oi, die sie untersucht. Einige Zecken müssen entfernt werden und die Welpen werden entwurmt. Sie haben kein Fieber und Anzeichen von Staupe oder Parvo sind nicht zu erkennen. Im Shelter kommen die Welpen erstmal in den Behandlungsraum, wo ich sie füttere. Nach der Fütterung verkriechen sie sich in eine Ecke und schlafen erschöpft ein. Ich behandele Amara derweil und füttere sie für die Nacht. Ihr Zustand ist weiterhin unverändert und anscheinend stabil. 

Wieder im Resort sitzt Leila auf der Mauer zum Nachbargrundstück. Ich kenne das Haus nebenan, aber nicht die Leute, die darin wohnen. Morgen werde ich mal schauen, ob Leila zu dem Haus auf der anderen Seite der Mauer gehört.