Die
letzten beiden Tage waren Routine. Habe alle Hunde regelmäßig versorgt,
Old Man hat seine fünfte Dosis Ivermectin bekommen und ich habe für
Bella und die Jungen wieder einen provisorischen Verschlag hergerichtet,
in dem sie unterkriechen können wenn es regnet. Allerdings ziehen sie
es immer noch vor auf freier Fläche in einem Sandhaufen zu schlafen.
Selbst wenn ich sie in den Verschlag trage und ihnen dort Knochen
hinlege, gehen sie anschließend zum Schlafen wieder zu ihrem gewohnten
Platz zurück.
Auf dem Wege zu meinem neuen Apartment liegen drei Hunde, ein Rüde, eine
Hündin und ihr ca. vier Monate alter Welpe. Die Hündin und der Welpe
sind sehr zutraulich, der Rüde hält sich mir gegenüber zurück.
Vorgestern stelle ich fest dass der Welpe, ich nenne sie Jenny, humpelt
und als ich mir ihr Bein ansehe, sehe ich, dass es stark angeschwollen
ist. Jenny hat Schmerzen, wenn ich das Bein berühre. Ich nehme mir vor,
sie am folgenden Tag zur Untersuchung in die Klinik zu fahren, wenn ich
den Pickup bekommen kann. Gestern läuft Jenny wieder ganz normal und die
Schwellung ist fast gänzlich zurückgegangen. Manchmal geschehen doch
noch Wunder.
Hinter dem Apartmenthaus liegen zwei Hunde. Als ich mich ihnen nähere
entfernen sie sich, beäugen mich argwöhnisch und bellen mich dann an. Am
folgenden Tag gehe ich wieder zu ihnen und lege ihnen Knochen hin, die
sie sich holen, nachdem ich mich entfernt habe. Tags darauf stelle ich
ihnen Trockenfutter hinter das Haus aber am Abend macht mich ein
Angestellter des Apartmenthauses darauf aufmerksam, dass die Hunde im
Apartmenthausbereich nicht gefüttert werden sollen. Ich muss mir also
eine andere Lösung vorstellen.
Die Hunde sind beides Rüden, einer pechschwarz, ich nenne ihn Nico und
der andere braun-weiß gescheckt, ich nenne ihn Kobi. Da ich im zweiten
Stock mein Zimmer habe und mein Balkon auf das Nachbargrundstück schaut,
werfe ich ihnen nun Knochen von meinem Balkon zu, wenn ich sie abends
sehe.
Als ich heute Abend bei Shanas Jungen sitze, begrüßt mich Alana und
spricht anschließend mit Chatree. Als sie zu mir zurückkommt, sagt sie,
dass der Barbereich am Wochenende geräumt werden soll und ihre Bars
heute Abend zum letzten Mal geöffnet haben. Chatree habe ihr gesagt,
dass der Verwalter des Gesamtbereichs, in dem auch das Büro
untergebracht ist, einschließlich der angrenzenden verlassenen
Markthalle von allen Hunden und Katzen “gesäubert” warden soll.
Ich bin entsetzt und beratschlage mit Chatree und Alana was wir machen
können. Sie zucken mit den Schultern und deswegen entschließe ich mich
noch den Verwalter zu sprechen, der meistens bis spät abends im Gebäude
ist. Ich treffe ihn auch glücklicherweise an und er teilt mir mit, dass
er bereits die Behörden informiert hat, die Hunde in kürzester Zeit zu
entfernen. Ich sage ihm, dass ich nicht zulassen würde, dass die Hunde
irgendwo, wahrscheinlich in Tonys Auffanglager, enden würden. Der Verwalter
ist sehr abweisend und sagt, dass er die Behörden nicht informieren
werde, die Entfernung der Hunde aufzuschieben.
Schließlich ringe ich ihm
zwei Tage Aufschub ab und kehre zu Alana zurück, um ihr das
mitzuteilen. Ich frage sie, ob sie eventuell wisse, wo wir die Hunde
zumindest vorübergehend unterbringen können. Es sind ja nicht nur Shana
und ihre Jungen mit Lizzy, Arnie und Prince, sondern auch all die Hunde
um die sich Chatree im Bereich der verlassenen Markthalle kümmert,
insgesamt an die vierzig Hunde.
Alana sagt, dass sie ein großes Stück Land außerhalb von Pattaya
besitze, dass allerdings nicht eingezäunt sei und auch über keine
Unterstände verfüge. Ich erzähle ihr, dass Tony gerade dabei ist, ein
großes Apartment zu verkaufen und mich vor einigen Tagen gebeten hatte,
mich nach einem Stück Land umzusehen, dass er eventuell kaufen wolle, um
ein Haus darauf zu bauen. Ich frage Alana ob sie damit einverstanden
wäre die Hunde auf ihrem Land vorübergehend unterzubringen, bis wir eine
Dauerlösung gefunden haben. Sie willigt ein.
Chatree sagt mir, dass er seinen Toilettenjob verliere und deswegen bereit wäre für die Hunde auf Alanas Land zu sorgen.
Mit diesen Informationen fahre ich zu Tony und erkläre ihm die neue
Lage. Ich schlage ihm ein Meeting mit Alana und mir vor aber Tony sagt
mir, dass er morgen zu viele Termine hat, um das hinkriegen zu können.
Er ist aber von der Idee angetan und sagt mir dass ich mir mit Alana das
Land ansehen solle, mir die Kopie der Grundbesitzurkunde geben lassen
soll und ihn dann informieren.
Das Problem nun ist einen Teil des Landes einzuzäunen und den Bereich
eventuell abzuteilen, da nicht alle Hunde zusammen gehalten werden
können, eine Art Unterstand für die Hunde zu errichten, unter den sie
unterkriechen können, wenn es regnet und eine Bleibe für Chatree zu
finden, in der er sich entweder auf dem Gelände oder nachts außerhalb
aufhalten kann.
Tony verspricht sich um die Einzäunung zu kümmern. Er hat einige
Arbeiter an der Hand, die das Gelände einzäunen könnten. Eine Behausung
für Chatree könnte ein Wohncontainer sein.
Ich fahre zurück, um Alana aufzusuchen. Sie sagt, dass die Dächer der
offenen Bars möglicherweise als Regenschutz für die Hunde dienen können.
Ich verabrede mit ihr morgen am frühen Nachmittag zu ihrem Land zu
fahren. Eine Kopie der Grundbesitzurkunde könne ich haben. Ich frage
Chatree, ob er Zeit hat mitzufahren. Er sagt, dass er gern mitfahren
wolle um sich orientieren zu können, wie er dort für die Hunde sorgen
könne.