Samstag, 31. Oktober 2015

Nach Erledigung meiner morgendlichen Arbeiten fahre ich mit Rocco und Snow in die Klinik. Rocco bekommt seine vierte Impfung, die eigentlich seine zweite ist, da die erste kurz vor der Infektion und die zweite kurz vor Ausbruch der Krankheit vorgenommen wurde. Die vorerst endgültig letzte ist dann wieder einem Monat fällig. 

Bei Snow bin ich mit meinem Latein am Ende. Sie frisst zwar ein wenig von diesem und jenem aber kann offensichtlich nicht verdauen und erbricht sich immer noch. Dr. Sam vermutet Intussuszeption, das ist wenn ein Darm in einen anderen hineingleitet. Dadurch wird der Transport der Verdauungsprodukte nahezu blockiert. Die Methode der Wahl um das festzustellen ist eine Barium Radioskopie, das ist Röntgenfolge mit der die Bewegung des Bariums durch den Verdauungstrakt verfolgt wird. Leider kann das in der Klinik von Dr. Sam nicht gemacht werden. Dr. Sam schlägt mir vor, mir in einer anderen Klinik eine zweite Meinung einzuholen und/oder die Radioskopie dort vornehmen lassen. Sollte ich mit einem Eingriff einverstanden sein um die mögliche Verschlingung zu beseitigen, würde er diesen vornehmen. Ich entscheide mich dafür und wir verabreden, dass ich Snow morgen am frühen Nachmittag vorbeibringe.

Die Welpen werden nun mit jedem Tag agiler und auch Mum sehe ich öfter draußen. Ich entschließe mich ihnen einen kleinen Verschlag einzurichten, in dem sie draußen im Gras liegen können. Es besteht zwar das Risiko, dass der Virus noch irgendwo im Boden weiterlebt, aber die von mir ausgesuchte Ecke ist von den Parvo Welpen nicht betreten worden. Außerdem sollten die Welpen noch durch die Einnahme der Muttermilch gegen den Virus geschützt sein. Ich möchte nicht, dass die Welpen immer nur in der Wanne sitzen oder auf dem Fliesenboden herumkriechen müssen. Sie sollen, um sich normal entwickeln zu können, auch Erde und Gras unter sich fühlen können.

Freitag, 30. Oktober 2015

Heute Morgen bin ich mit Harald und Fon verabredet, die Jacky eine Woche lang mit Amoksiklav und Prednisilone versorgt haben. Zuvor erledige ich die üblichen Arbeiten und lege Arnie, Nema und Snow ihre Infusionen. Jackys Geschwulst auf seiner Nase ist nicht zurückgegangen, allerdings leidet er nicht mehr an einer akuten Entzündung. Ich fahre mit Harald, Fon und Jacky zu Dr. Sam, der empfiehlt eine Chemotherapie zu beginnen. Da Harald die Kosten übernimmt, erhält Jacky die erste Chemo, dazu noch eine Ivermectin Injektion gegen Räude sogleich. Die Amoksiklav Kur soll noch drei Tage lang fortgesetzt werden und eine einmonatliche Doxicyclin Kur begonnen werden. Die nächste Chemoinfusion soll Jacky am kommenden Freitag erhalten. Jacky fühlt sich nach der einwöchentlichen Antibiotik Kur sichtbar besser und atmet leichter. Hoffen wir, dass die Chemotherapie bei ihm anschlägt.

Coco und Patty haben sich wieder eingelebt, da sie ohne viel Zickerei von den anderen Hunden aufgenommen wurden. Die Welpen hält es nun nicht mehr in der Wanne. Deswegen lasse ich sie tagsüber im Vorratsraum herumkrabbeln. Es wird nun nicht mehr lange dauern, bis sie ihre volle Sehfähigkeit erlangt haben und dann auch Mum jederzeit im Raum wiederfinden können. Snow frisst zwar, ist aber sehr wählerisch. Immerhin hat sie sich heute nicht erbrochen. Während Nina und Rocco mit jedem Tag ein Stückchen wachsen, bleibt sie gegenüber den beiden ziemlich zurück.

Donnerstag, 29. Oktober 2015

Das Highlight des heutigen Tages - ein trauriges - ist, dass Coco und Patty am Nachmittag zurückgebracht werden. Immerhin sind sie nicht auf die Straße entsorgt worden. Patty hat enorm zugelegt und auch Coco ist natürlich gewachsen. Beide Hunde erinnern sich ganz offensichtlich gut an das Haus, an Ui und an mich. Patty mischt sich sofort unter die anderen Hunde und Coco sitzt am Tor als Ui hinausgeht wie zuvor auch immer. Coco wird wohl ein paar Tage brauchen bis sie sich wieder völlig eingewöhnt hat. Sie war ja das Nesthäkchen als sie uns verließ; diese Stelle haben nun Nina, Rocco und vor allem Snow eingenommen. Der Chinese ist übrigens nicht mehr wiedergekommen, hatte ich mir schon gedacht. 

Mali und Derek waren hier, Propangas muss besorgt und eingekauft werden. Beim Best treffe ich auf Rudi und gebe ihm 16 mg Ivermectin. Danach gehe ich runter zum Strand und suche nach Boss und Alana. Boss finde ich bei den Taxifahrern, es geht ihm gut. Alana sehe ich nicht. 

Die Welpen werden immer agiler und versuchen schon aus der Wanne zu krabbeln. Ich lasse sie für eine Stunde frei im Vorratsraum herumlaufen, aber sie sind noch etwas desorientiert in dem für sie endlosen Raum und schlafen danach wieder friedlich in der Wanne.

Mittwoch, 28. Oktober 2015

Arnie, Nema und Snow bekommen ihre Infusionen, die Gartenarbeit wartet und anschließend ist die Medikamentenvergabe dran. Da Rikas Gaumen ein wenig blass aussieht und eine Doxicyclinkur gegen Blutparasiten nichts schadet, behandele ich sie bis auf Weiteres weiter, obwohl die Wunde sehr gut verheilt ist. Ich ziehe ihr die noch vorhandenen Fäden und gebe einem Rüden, der mit Rika zusammenliegt, ich nenne ihn Ryo, nun auch Doxicyclin. Sein Gaumen ist ebenfalls etwas gräulich. 

Anschließend säubere ich die Wanne, in der die Welpen liegen. Sie scheinen nun schon etwas zu sehen, denn sie fangen an miteinander zu spielen. Mum liegt nun nicht mehr ständig bei ihnen, sondern häufig außerhalb der Wanne. Während ich die Wanne säubere klettert sie durchs Fenster und als ich die Tür öffne, kommt sie wieder herein. Natürlich geht das Gebelle los als sie in den Hof tritt, aber es wird nicht mehr lange dauern bis die anderen Hunde sich an sie gewöhnt haben. Sobald die Welpen alle ihre volle Sehfähigkeit erlangt haben, werde ich sie tagsüber für ein oder zwei Stunden ins Gras setzen. Einen Laufstall muss ich mir noch besorgen. 

Nina und Rocco entwickeln sich prächtig und Snow ist ihnen gegenüber nun ein ganzes Stück zurück. Sie frisst zwar recht gut aber leider sehe ich am Abend doch wieder eine Lache Erbrochenes. Ich will nicht hoffen, dass ihre Magenschleimhaut Schaden gelitten hat.

Dienstag, 27. Oktober 2015

Nachdem ich Arnie und Snow ihre Infusionen verabreicht habe, die Gartenarbeit erledigt und die Medikamente verteilt habe, muss ich mich mal um meine finanziellen Angelegenheiten kümmern. Ich gebe viel mehr Geld aus als ich hereinbekomme und das muss sich ändern, wenn ich das Haus auf Dauer halten will. 

Auf dem Wege zurück schaue ich nach den Naklua Hunden oder besser gesagt nach denen, die noch übrig sind. Shira liegt wieder allein unter einem Auto und ist nicht zu bewegen mit mir zu kommen. An der Häuserzeile treffe ich auf Mirko, Anja und Sila, denen es gut geht. Tacco sehe ich vor einem Kramladen liegen und Jule nicht weit von der verlassenen Häuserzeile. Khieow, Luna und Yumi liegen in der Nähe des nun aufgegebenen Schrottplatzes.

Als ich nach Hause zurückkomme empfängt mich Ui mit der freudigen Botschaft, dass das Elektrizitätswerk den Zähler abgeklemmt hat. Die Oktoberrechnung allerdings habe ich bezahlt. Offenbar habe ich es versäumt die Septemberrechnung zu begleichen. Nachdem ich meine Schulden bezahlt habe, wird am frühen Abend die Stromversorgung wieder hergestellt, allerdings hat der Techniker vergessen (!) den Zähler mitzubringen und frickelt die Leitung thaistylemäßig wieder zusammen mit dem Resultat, dass wir ständig Stromschwankungen haben. Erst am späteren Abend stabilisiert sich die Stromversorgung und damit auch die Wasserversorgung. 

Eine gute Nachricht habe ich noch, Snow frisst zum ersten Mal mit großem Appetit und ich finde keine Lachen Erbrochenes wie die Tage zuvor fein säuberlich verteilt in allen Zimmern. Ich hoffe, dass sie nun endlich über den Berg ist und allmählich zunimmt. Arnie scheint mit seiner Blindheit immer besser zurechtzukommen. Er bewegt sich im Haus und auch draußen viel sicherer. Stufen und Treppenabsätze sind nun nicht mehr ein so großes Problem für ihn.

Montag, 26. Oktober 2015

Ich habe die Infusionen auf den Morgen verlegt, da morgens erstmal keine Klinikfahrten mehr zu erwarten sind, obwohl sich das natürlich schnell ändern kann. Arnie und Snow bekommen ihre tägliche und Nema soll nun auch wieder alle zwei Tage eine bekommen.

Am Mittag ruft Khun Bun an und fragt ob sie Coco und Patty wieder zurückbringen könne. Sie seien angeblich zu ungestüm und die Nachbarn hätten sich schon über ihr Gebell beschwert. Was soll ich dazu sagen. Ich biete zwar jedem an Hunde, mit denen die neuen Besitzer nicht zurechtkommen, wieder aufzunehmen, aber nach zwei Monaten sollten sich eigentlich Mensch und Hund zusammengerauft haben wenn das Verhältnis 1:1 oder 1:2 ist. Bei meinem letzten Besuch vor etwa zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung zu sein, zumindest machten die Hunde einen zufriedenen Eindruck. Nunja, wenn Khun Bun Coco und Patty zurückbringen sollte, werde ich sie natürlich wieder aufnehmen und die beiden werden wohl auch keine Schwierigkeiten haben sich wieder einzufügen. Geimpft sind sie ja, sodass eine Ansteckungsgefahr hoffentlich ausgeschlossen werden kann.

Am Nachmittag ruft mich Johann an. Er hat Treats, Hundespielzeug, Fischöl und eine Geldspende von Samira und Ramona mitgebracht. Wir treffen uns in einem Hotel ganz in der Nähe vom Best Supermarkt. 

Nachdem ich mich von Johann verabschiedet habe, gehe ich rüber zu Rudi und gebe ihm 24 mg Ivermectin. Sein Fellzustand hat sich wieder etwas verschlechtert aber nicht dramatisch. Wenn ich es nicht mit Tabletten hinbekomme, muss ich ihm wieder Ivermectin flüssig geben oder ihn sogar für eine Weile zu mir nehmen.

Sonntag, 25. Oktober 2015

Ich fahre mittags zum Makro und hole die wöchentliche Ration Leber, Eingefrorenes und Rippchen. 

Anschließend hole ich die Testberichte aus der Klinik ab. Arnies Werte entwickeln sich in die richtige Richtung. Seine Hämatokritwerte die am 9. 10. bei 9% lagen sind auf 23% gestiegen. Der Normwert liegt zwischen 37% und 55%. Sein Creatininewert (Nierenfunktion) lag beim ersten Test bei 5.2 und liegt nun bei 2.8. Der Normwert liegt zwischen 0.4 und 1.5 mg%. Gutes Futter und tägliche Infusionen bringen die Werte hoffentlich in die Normbereiche. Snows Werte sind erfreulich gut, Hämatokrit liegt bei 27% und Creatinine bei 0,3. Nemas Hämatokritwert liegt bei 27% und der Creatininewert bei 1.4. Auch Ninas Wert liegen mit 26% und 0.3 im zufriedenstellenden Bereich. 

Die Hämatokritwerte, also der Anteil der roten Blutköperchen gemessen am Blutvolumen, der bei allen vier Hunden geringer als normal ist, wird sich hoffentlich mit der Zeit einpendeln. Bei Nina und Nema kann man diese Defizite weder am Verhalten noch an ihrer Erscheinung erkennen. Arnie und Snow sind erkennbar viel zu dünn, aber da sie mittlerweile beide recht gut fressen, bin ich sicher, dass sie bald wieder zulegen werden und sich damit auch der Anteil der roten Blutkörperchen erhöhen wird.

Samstag, 24. Oktober 2015

Snow, der es jeden Tag etwas besser geht, bekommt morgens ihre Infusion; ich säubere den Garten, Ui füttert die Hunde mit Reisfutter und ich verteile danach die Medikamente. 

Am späten Vormittag besucht uns ein in Mabtahut arbeitender chinesischer Ingenieur, der wie er sagt, ganz in der Nähe von uns wohnt, mit seinem achtjährigen Sohn, der gern einen Hund haben möchte. Nach recht kurzer Zeit finden sie Gefallen an Nina und würden sie sofort mitnehmen. Ich bin aber generell skeptisch gegenüber Eltern, die dem Wunsch ihrer Kinder nachgeben einen Hund haben zu wollen. Das Kind und die Eltern müssen erstmal Überzeugungsarbeit leisten, bevor ich ihnen erlaube einen Hund zu sich zu nehmen. Deswegen bitte ich den Mann, in ein paar Tagen noch einmal vorbeizukommen, wenn die Behandlung von Nina vollständig abgeschlossen ist.

Mittags lade ich Nina, Snow, Nema und Arnie ins Auto und fahre mit ihnen in die Klinik. Allen Vieren wird Blut abgenommen, Nina wird ein drittes Mal geimpft und Arnie erhält die jährlich zu wiederholende Boosterimpfung.
 
Mum und den Welpen geht es gut. Die Welpen wachsen und gedeihen. Sie öffnen allmählich die Augen, aber sehen offensichtlich noch nicht viel. Das wird sich in ein paar Tagen ändern. Die Sehfähigkeit setzt im Alter von ungefähr drei Wochen ein. Mum fühlt sich im Vorratsraum sicher, sie kann jederzeit durch das Fenster nach draußen, aber die Hunde draußen hüten sich hineinzuspringen. Sobald sich einer von ihnen am Fenster zeigt, wird er von Mum wütend angeknurrt. Zu mir ist sie friedlich. Anfassen will ich sie sowieso erstmal nicht und die Welpen fasse ich nur mit Latexhandschuhen an, wenn ich die Wanne säubere.

Freitag, 23. Oktober 2015

Heute Morgen muss ich mich sputen, da ich mich für 10 Uhr mit einigen Leuten für eine Besichtigungstour in Plutaluang verabredet habe. Snow bekommt wieder etwas von ihren Mix eingeflößt in der Hoffnung, dass sie tagsüber selbst etwas frisst; Garten und Hof müssen in Ordnung gebracht werden, die Medikamente an die Haushunde verteilt und Rika (Bild) mit Doxicyclin versorgt werden. Ihre Wunde ist gut verheilt, sodass die Fäden bald gezogen werden können. Anschließend erhalten Snow und Nema ihre Infusion. 

In Plutaluang stehe ich um viertel nach zehn vor dem Tor und warte bis halb elf aber niemand kommt und der Wachmann lässt mich auch nicht auf das Gelände. Also fahre ich zurück und zum Wat Amparahm wo ich auf Ba Bät treffe, die gerade die Hunde an der Vorhalle füttert. Ich erneuere das Wasser und fülle Trockenfutter nach, das noch nicht vollständig gefressen wurde. Danach machen wir unseren Strandspaziergang. 

Weiter geht es zur Thepprasit Road, wo ich Khun Daeng treffe. Sie sagt, dass sie alles versucht habe um Malee in ihr Haus zu locken, aber es habe nicht geklappt. Ich gebe Khun Daeng eine Schachtel Ivermectin und bitte sie Malee jeden Tag eine Tablette ins Futter zu geben. Eine zweite Schachtel stecke ich dem Wachmann ans Fenster, da er noch schläft. Er arbeitet ja nachts. Ich sehe Silver, der es unverändert gut geht, Berta und Surya. Diesen beiden geht es ebenfalls gut. Surya ist ja schon vor über einem Jahr sterilisiert worden. 

Um ein Uhr habe ich ein Treffen mit einigen Leuten, um herauszufinden ob wir jobmäßig was zusammen machen können. Die Bereitschaft ist vorhanden, aber es fehlt an den finanziellen Mitteln, um das Unternehmen ans Laufen zu bringen. Ich muss mich mal auf die Suche nach einem Investor machen. 

I Daeng und Nong Da, die beiden TVT Hunde sind seit zwei Tagen bei Karin. Ich war gestern noch bei Dr. Kwanchai, um mich nach ihnen zu erkundigen. Die Operationen seien gut verlaufen aber die Tumore waren recht groß, sodass mindestens sechs Behandlungen mit Vincristine, dem Chemotherapie Medikament, notwendig seien. Das in meinem gestrigen Bericht zu erwähnen, hatte ich vergessen. 

Ich fahre beim Best vorbei, um nach Rudi zu schauen. Seine Pfoten sind wieder leicht gerötet, sodass ich ihm wieder Ivermectin geben muss. Anschließend gehe ich rüber zum Pattaya Bazaar, um nach Luna zu schauen. Sie liegt hinter dem Bauzaun und ist mit Chula zusammen. Lennard sehe ich nicht, aber Ivan, der ganz schrecklich aussieht mit seiner Räude, die nun seinen ganzen Körper befallen hat. Eine junge Frau füttert ihn gerade mit Hühnerklein. Sie erklärt mir, dass sie sich auch um Straßenhunde kümmere und Ivan in eine Klinik bringen will. Ich hoffe es gelingt ihr. 

Zurück im Haus gebe ich Snow zunächst den Powermix und biete ihr danach ein Minirippchen an, an dem sie eifrig nagt. Diese kleinen Leckerbissen sind bei allen Hunden sehr beliebt. Arnie, der ja immer noch recht dünn ist, bekommt einige davon, Nina und Rocco je eines. Nina ist so verfressen, dass sie das ganze Teil herunterwürgt, ohne es zu zerkauen. Isi bekommt natürlich auch eines, obwohl sie ja ziemlich fett ist. Den Rest verteile ich an die Hunde draußen. 

Nachdem ich auch etwas gegessen habe, verpasse ich Arnie noch eine Infusion. Morgen will ich ihn, Nema und Snow testen lassen um zu sehen, ob sich ihre Blutwerte verbessert haben.

Donnerstag, 22. Oktober 2015

Hurra! Snow frisst heute Abend nach zehn Tagen das erste Mal wieder selbstständig. Aber zunächst der Reihe nach. 

Morgens flöße ich Snow Welpenmilchersatz vermischt mit Honig ein. Danach kümmere ich mich um die Hunde draußen, die Ui schon mit Reisfutter gefüttert hat. Ich erledige die Gartenarbeit und verteile die Medikamente an Arnie, Nina, Rocco, Baffy, Lina, Yoshi Nacho und Amy. Anschließend gehe ich zu Rika und erlöse sie vom Kragen. Die Wunde fühlt sich gut an und scheint normal zu verheilen. Anschließend erhält Snow ihre tägliche Infusion. 

Gegen elf ruft mich Harald an. Er hatte mich vor einigen Wochen gebeten nach einem Hund zu schauen, der eine infizierte Nase hat. Danach ist die Flut dazwischen gekommen und eine Krankheit Haralds. Harald möchte, dass ich zur Thappraya Road fahre, um den Hund in eine Klinik zu bringen. Er und seine Freundin erwarten mich am Platz des Hundes. Dessen Kopf ist stark entzündet und sieht nicht sehr schön aus. 

Dr. Sam untersucht Jacky, so heißt er, auf TVT, kann aber keinen Tumor am Penis feststellen. TVT kann dennoch nicht ausgeschlossen werden, da der auch durch Schnüffeln übertragen werden kann. Jackys Wunden werden gesäubert und er erhält eine entzündungshemmende und eine Antibiotik Injektion. Ein Bluttest soll Aufschluss über die Blutwerte geben. Zunächst soll Jacky mit Amoksiklav zehn Tage und mit Prednisilone sieben Tage behandelt werden. Die Vergabe übernehmen Harald und seine Freundin Fon. 

Da Jacky in der Parallel Soi von Leks Soi lebt besuche ich auch Lek. Er sieht gut aus, ist munter und guter Dinge. Seine Augen strahlen und er läuft beschwingt neben mir her nachdem ich ihn ausgiebig gestreichelt habe. Ein alter Mann scheint sich in diesem Slumgebiet ein wenig um ihn zu kümmern. Er führt mich zu einer weiteren Elendsbehausung auf der anderen Seite der Soi und zeigt mir zwei Hündinnen, die er sterilisiert haben möchte. Die Hündinnen sind zutraulich und ich werde sie mir vormerken. 

Auf dem Wege zurück halte ich am Big C. Ein gewisser Nick hatte mich gestern angerufen und mich gebeten ihm seinen Hund abzunehmen, der ein kleines Kind ins Gesicht gebissen hat. Nick ist nicht in seiner Firma aber seine Freundin lässt Vizion aus einem geräumigen Käfig der vor dem Gebäude steht. Der Hund ist eine Mischung aus einem Pitbul und einem Dalmatiner. Es ist ein neun Monate alter Rüde, mit dem ich sofort guten Kontakt habe. Ich frage die Freundin warum Vizion das Kind gebissen habe und sie erklärt, dass er keine kleinen Kinder mag, da sie ihn als er noch klein war getreten haben. 

Diese Aussage ist absolut glaubhaft. Ich habe oft Thai Kinder gesehen die, wenn auch spielerisch, Hunde treten. Das haben sie sich von Männern abgeschaut, die Freundlichkeit gegenüber Kindern und Hunden in Muay Thai Manier ausdrücken. Sie wissen es eben nicht besser und die Kinder meinen, das sei die richtige Art Freundlichkeiten auszutauschen. Hunde haben dazu offensichtlich eine andere Meinung  und wenn Kinder das mit einem Pitbull machen, kann das fatale Folgen haben. Nick will aus verständlichen Gründen nicht, dass das womöglich noch einmal passiert und möchte den Hund deswegen weggeben. Falls jemand von euch Vizion zu sich nehmen möchte, kann sich bei mir melden. 

Wieder zu Hause, nachdem ich von elend langen Staus gequält worden bin, empfangen mich die Hunde wie immer stürmisch und im Hause stelle ich erfreut fest, das Snow recht lebendig wirkt. Ui teilt mir zwar mit, dass Snow sich wieder erbrochen habe, Blut im Kot war und sie nicht fressen wollte aber ich mache mich gleich daran ihr eine Mischung aus Welpenmilchersatz, Honig und Energie Food zuzubereiten und flöße sie ihr mit einer Syringe ein. Nicht lange danach sehe ich sie Wasser trinken und dann sogar am Trockenfutter knabbern. Ich bin begeistert und gebe ihr gleich ein wenig rohes Fleisch, dass sie vollständig auffrisst. Sie scheint noch mehr zu wollen, aber da sie so lange nichts zu sich genommen hat, bin ich vorsichtig und belasse es dabei. 

Später am Abend gebe ich Nina, Arnie, Rocco und Isi je einen Knochen. Danach ist Arnie nochmal mit einer Infusion dran.

Mittwoch, 21. Oktober 2015

Snow hat wieder die Nacht bei mir im Zimmer verbracht. Mit dem Aufstehen sehe ich wieder einige Lachen Erbrochenes. Nachdem ich mein Zimmer gesäubert habe, nehme ich Snow ins Bürozimmer. Ich habe mit Nina die Erfahrung gemacht, dass ihr eine längere Isolierung nicht gut getan hat. Ich hoffe nun, dass Snow vielleicht auch mit etwas Gesellschaft schneller wieder Tritt fasst. Der Beginn ihrer Infektion liegt bereits mehr als zehn Tage zurück. Im Prinzip kann Snow noch immer ansteckend sein, aber Rocco und Nina sind durch die überstandene Infektion immun und Isi sowie Arnie sind mehrfach geimpft. Sollte der Virus nach draußen geschleppt werden oder worden sein kann er den geimpften Hunden draußen nicht gefährlich werden. 

In der Theorie kann ein Welpe nach überstandener Infektion noch bis zu sechs Wochen ansteckend sein. Nina und Rocco waren nach zwei Wochen schon wieder soweit, dass man ihnen ihre Erkrankung nicht mehr ansehen konnte. Nach weiteren fünf Tagen habe ich sie dann nach draußen gelassen. Trotz intensiver Desinfektion der Räume in denen sich Nina und Rocco aufgehalten hatten, kann der Virus überlebt haben und kann auch draußen noch virulent sein. Im Boden kann sich der Virus jahrelang halten. Wenn einmal Boden auf Jahre verseucht ist, sind ungeimpfte Hunde stark gefährdet. 

Ich habe mich immer gefragt warum man eigentlich nur so wenig einige Wochen alte Welpen draußen sieht. Nun weiß ich warm. Sie sterben an Parvo oder an Staupe. Die Mortalitätsrate bei unbehandelt bleibenden mit Parvo infizierten Welpen liegt bei über 90 Prozent. Die Mortalitätsrate bei Staupe tendiert gegen 100 Prozent. 

Wegen meiner leidvollen Erfahrungen mit Parvo kommt mir kein Hund mehr durchs Tor, der nicht nachweislich ausreichend geimpft ist. Ich habe ja nun Mum mit ihren Welpen bei mir. Solange die Welpen ausschließlich mit Muttermilch versorgt werden sind sie geschützt. Sie bleiben ja auch erstmal von allen anderen Hunden getrennt im verschlossenen Vorratsraum und verlassen die Wanne nicht. Mum kann zwar durch das Fenster nach draußen, tut das aber nur um sich zu erleichtern. Ein gewisses Risiko, dass die Welpen dennoch infiziert werden besteht natürlich immer. Aber ich kann mir mein Herz nicht auch noch mit einem vielleicht Möglichen schwer machen. Sobald die Welpen entwöhnt sind, werden sie das erste Mal geimpft. Da sie nicht ständig drinnen bleiben können wenn sie sich normal entwickeln sollen, werde ich sie dann so lange in einem abgesperrten Bereich unterbringen, bis sie ihre dritte Impfung erhalten haben. Soweit die Theorie.

Dienstag, 20. Oktober 2015

Snow lebt noch, hat aber das was ich ihr eingeflößt hatte wieder erbrochen. Erstaunlich wie zäh dieses kleine Ding ist. Sie ist zwar schwach, kann aber noch stehen und gehen. Snow bekommt heute Morgen etwas Welpenmilchersatz mit Honig eingeflößt. Ich habe schon alles Mögliche ausprobiert, nun versuche ich es mal damit. Anschließend erhält sie eine Infusion. Die muss ich ihr leider auch zumuten, um die Dehydierung in Grenzen zu halten. 

Die morgendliche Medikamentenvergabe schließt nun auch Rika mit ein, die vor dem Beauty Saloon bei mir um die Ecke liegt. Sie trägt noch ganz brav ihren Kragen und ist auch sonst sehr lieb. Obwohl sie mich ja kaum kennt, scheint sie mich zu mögen und legt sich auf den Rücken, um sich von mir kraulen zu lassen, nachdem ich ihr das Doxicyclin gegeben habe. 

Mittags habe ich ein Treffen um gewisse Angelegenheiten zu regeln. Danach leiste ich mir mal wieder neunzig Minuten im Fitness Studio. Anschließend gehe ich rüber zum Best, um nach Rudi zu schauen. Er schläft im Hauseingang; sein Zustand ist zufriedenstellend. 

Danach fahre ich zu Em und besuche Nora. Nora ist recht agil auf ihren drei Beinen und freut sich sichtlich mich zu sehen. Nicky sehe ich nicht, aber sie war gestern bei der Fütterung dabei. Ansonsten ist da noch ein freundlicher schwarzer Rüde, der Nora Gesellschaft leistet. Billy, Buck, Jerry, Bliss, Toto, Kali, Sanya, Mudita und Wendy sind entweder tot oder verschwunden. Em hat auch nur noch Mee, nachdem Nina vergiftet worden war. Mee hat sich glücklicherweise vollständig erholt, nachdem sie angefahren worden war. Die Hunde aus diesem Slum haben wirklich kein Glück im Leben. Chica, die ich von dort als Welpe herausgeholt hatte kurz bevor sie gestorben wäre, hatte ich ja vermittelt. Nachdem ihre Besitzer aber umgezogen waren, wurde auch sie vergiftet. Alle diese Hunde habe ich noch ganz plastisch in Erinnerung; ich hatte sie ja so oft gesehen. 

Abends treffe ich mich einigen Hundefreunden, die die Situation der Hunde in Plutaluang verbessern wollen. Etliche ermutigende Fakten wurden vorgetragen. Wieder zu Hause schaue ich nach allen Hunden draußen, nach Mum und ihren Welpen und kümmere mich insbesondere um Snow und Arnie, der noch eine Infusion bekommt.

Montag, 19. Oktober 2015

Snow hat in der Nacht geweint und so habe ich sie zu mir ins Schlafzimmer genommen. Dort hat sie dann friedlich bis zum Morgen geschlafen. Fressen will sie immer noch nichts hat aber  immerhin noch so viel Energie, dass sie mich aus dem Schlaf reißen kann.

Nach den morgendlichen Routinearbeiten schnappe ich mir Nema und verpasse ihr eine Infusion. Mittags kommt wie verabredet Bua und wir fahren gemeinsam zu dem Laden an der Soi Huay Yai. Snow nehme ich mit, um sie später in die Klinik von Dr. Sam zu bringen. Die Leute vom Laden halten I Deng und Nong Da bereit und es bereitet Bua keine Schwierigkeiten sie in sein Auto zu bekommen. Er fährt mit ihnen zur South Pattaya Klinik, wo sie von Dr. Kwanchai morgen operiert werden. Danach wird sie Bua von dort abholen und sie werden dann bei Karin von Dr. Praew einmal wöchentlich Chemo therapiert. 

Ich fahre weiter zum Tempelmarkt und liefere 20 kg Reis bei Ba Bät ab. In der Vorhalle erneuere ich Wasser und Trockenfutter. Scottie und Asa bekommen von mir Ivermectin. Anschließend fahre ich in die Thepprasit Road, um Malees und Silvers Bruder ebenfalls Ivermectin zu geben. Allerdings sehe ich ihn nicht und so gebe ich dem Wachmann die Tabletten. Ich stelle ihm auch den Käfig hin, der immer noch verlassen vor Khun Daengs Küchentür steht. Der Wachmann will nun versuchen Malee einzufangen. Sollte er Erfolg haben, will er mich anrufen. 

Weiter geht's zur Klinik, wo Snow von Dr. Sam untersucht wird. Sie erhält wieder eine subkutane Infusion, Glukose und Vitamine. Dr. Sam vermutet, dass Snows Magenschleimhaut entzündet ist und sie deswegen nicht fressen mag. Er gibt mir entsprechende Medikamente mit und trägt mir auf ihr Energiefood einzuflößen, sollte sie nicht selbstständig fressen. Die Parvo Infektion ist im Prinzip überstanden; nun muss Snow aber bald wieder zu Kräften kommen, damit nicht Folgeschäden auftreten. 

Mit Hilfe von Dr. Sam bugsiere ich Som Song und Koo in Box und Käfig und fahre sie zurück an ihren Platz. Sie werden von einem Angestellten des Restaurants entgegen genommen. Ich händige ihm Doxycyclin für 8 Tage aus und weise ihn an die Tabletten täglich zu verabreichen. 

Anschließend fahre ich wieder zurück und hole Snow und Rika, wie wir sie genannt haben, ab. Rika setze ich vor dem Beauty Saloon ab und nehme Snow zu mir ins Zimmer, wo sie von mir Engergiefood und Vibravet gegen Blutparasiten eingeflößt bekommt. Leider erbricht sie sich später wieder. Keine Ahnung woher Snow die Energie hernimmt noch herumzulaufen und aufmerksam zu sein. Später am Abend bekommt Arnie seine tägliche Infusion mit Kochsalzlösung.

Sonntag, 18. Oktober 2015

Ich verteile am frühen Morgen die Medikamente und säubere den Garten. Buddha sei Dank läuft das Wasser wieder und ich fülle den Tank.

Am frühen Vormittag fahre ich mit Snow in die Klinik. Sie erhält dort eine subkutane Infusion, Glukose und eine Vitaminspritze. Danach nehme ich sie wieder mit nach Hause. Ich bewirte sie wieder à la carte, aber sie ziert sich immer noch. Zumindest trinkt sie, aber die ständige Dehydrierung geht natürlich auf die Nieren. 

Am Nachmittag erhält Arnie seine tägliche Infusion, genauso wie Nina ihre zweimal wöchentliche. Nema wäre auch wieder dran, aber sie versteckt sich tief in den Büschen, sodass ich sie nicht erreichen kann. Morgen werde ich sie mir aber schnappen. Arnie verschmäht das Reisfutter aber ich kann ihm kleine Rippenhäppchen schmackhaft machen. 

Für Snow bereite ich Hühnerfilets zu, aber auch die lässt sie unberührt liegen. Ich werde sie morgen zu Dr. Sam bringen, damit sie wieder Glukose bekommt und einen Appetitanreger. Das neue Bluttestresultat allerdings gibt Anlass zur Hoffnung. Danach zu urteilen kann es Snow eigentlich gar nicht so schlecht gehen. 

Da die drei sterilisierten Hunde bis zum späten Nachmittag noch nicht völlig wach sind und ich sie nicht im Dunkeln zurückbringen möchte, verabrede ich mit Dr. Sam sie noch eine Nacht in der Klinik zu lassen. 

Isi ist nun zu einem richtigen Haushund geworden und ich muss sie regelrecht nach draußen tragen, damit sie auch mal an die frische Luft kommt. Auch Arnie bleibt am liebsten im Haus. Mittlerweile kommen die beiden auch recht gut miteinander aus. Nina und Rocco möchte ich eigentlich auch öfter draußen sehen, aber Ui braucht glaube ich Gesellschaft und deswegen nimmt sie sie häufig zu sich. Mums Welpen entwickeln sich normal. Es wird nicht mehr lange dauern und sie werden die Augen öffnen. Ich lasse nun ein Fenster des Vorratsraumes geöffnet, sodass Mum nach draußen gelangen kann. Das tut sie auch, um ihre Geschäfte dort zu erledigen. 

Das Bild zeigt Mae und Mae Song, die leider einem heimtückischen Giftanschlag zu Opfer gefallen sind. Die beiden haben niemandem etwas getan und waren sterilisiert. Wie Menschen anderen Lebewesen so etwas antun können wird mir für immer unbegreiflich bleiben.

Samstag, 17. Oktober 2015

Der heutige Tag ist schwierig, da wir kein Wasser haben. Vor drei Tagen ist wohl ein größeres Rohr gebrochen und bis heute hat die Stadt den Schaden offensichtlich nicht beheben können. Wir haben zwar einen Tank, aber da der nicht vollständig gefüllt war, läuft die Pumpe nun trocken und ich muss sie abstellen.

Mit Snow muss ich heute mal nicht in die Klinik. Ich verabreiche ihr eine Infusion und versuche ihr allerlei Speisen schmackhaft zu machen, aber sie mag nur ganz zaghaft etwas zu sich nehmen. Snow ist nun auch recht abgemagert, allerdings nicht so dramatisch wie zuvor Nina. Wenn sie morgen immer noch nicht mehr frisst, muss ich mit ihr wieder vorzeitig in die Klinik, damit sie Glukose und Vitamine bekommt. 

Mittags kommt Paul mit Tochter, um sich nach adoptierfähigen Welpen zu erkundigen. Ich habe ja zur Zeit nur Nina und Rocco, möchte sie aber nicht hergeben, da sie noch einige Wochen auf Doxicyclin bleiben sollen.

Am Nachmittag schnappe ich mir die junge Hündin vom Beauty Saloon um die Ecke. Ich hatte sie vor ein paar Tagen mit einem Rüden gesehen und mit der Betreiberin des Saloons vereinbart, sie so schnell wie möglich sterilisieren zu lassen. 

Mit ihr und einem Sack Trockenfutter fahre ich zu Wan Song. Wan erzählt mir, dass nun auch Mae und Mae Song vergiftet wurden. Nur Shira war so vorsichtig nichts Vergiftetes zu fressen. Ich treffe Shira dann auch und versuche sie zu ergreifen, um sie mitzunehmen, aber sie entzieht sich mir. 

Die Saloon Hündin liefere ich bei Dr. Sam ab und fahre im strömenden Regen nach Huay Yai. Nun wollen die Restaurantbesitzer die zuvor vereinbarten 1,500 Baht nicht mehr zahlen. Sie nehmen wohl an, dass ich die Hunde trotzdem mitnehme und für die Kosten aufkomme. Warum also sollten sie denn dann zahlen? Ihre Rechnung geht auf. Damit unterstütze ich zwar ein bedauernswertes Verhalten, aber ich kann ja die Hunde nicht im Stich lassen. Ich liefere die Hunde bei noch immer strömenden Regen bei Dr. Sam ab und fahre nach Hause, wo ich Arnie noch eine Infusion gebe und Snow versorge, die immer noch nichts fressen mag.

Freitag, 16. Oktober 2015

Ich bringe morgens Snow wieder in die Klinik. Dr. Sam empfiehlt nur noch eine subkutane Infusion zu legen, da Snow weder Durchfall hat noch sich während der Nacht übergeben hatte. Snow wird Blut für einen Test entnommen, sie bekommt zudem wie jeden Tag Glukose intravenös und eine Vitamininjektion. Nach einer guten halben Stunde kann ich sie wieder mit nach Hause nehmen. 

Am Nachmittag teilt mir Dr. Sam das Testergebnis mit: Aufgrund einer gewissen Dehydrierung sind die Hämatokritwerte etwas abgesackt, alle anderen Werte, insbesondere die Zahl der weißen Blutkörperchen, sind im Normbereich. Für die kommenden zwei Tage kann ich Snow selbst die Infusionen legen, dann soll ich sie wieder vorstellen. 

Die Dehydrierung ist nicht in erster Linie durch mangelnde Wasseraufnahme verursacht wie man denken könnte; Snow trinkt regelmäßig und ausreichend. Der Grund ist in mangelnder Nahrungsaufnahme zu suchen. Da Snow nicht selbst fressen will, flöße ich ihr spezielle Aufbaunahrung mit einer Syringe ein. Diese Prozedur wiederhole ich alle paar Stunden. 

Mum und den Welpen geht es gut. Sie liegen immer noch in der Wanne; Mum jedoch hat sich schon mal durch das halbgeöffnete Fenster gezwängt, um draußen ihre Geschäfte zu erledigen. Arnies Zustand ist unverändert. Ich gebe ihm wieder Rippchen, die er mit großem Appetit verspeist. Ich denke, dass er mit dieser Diät allmählich wieder etwas auf die Rippen bekommt. Abends bekommt er erneut eine Infusion gelegt gegen die er sich allerdings nun zunehmend wehrt. Werten wir das mal als gutes Zeichen, obwohl es meine Arbeit nicht eben leichter macht.

Donnerstag, 15. Oktober 2015

Snow geht es besser heute Morgen. Sie steht, schaut zu mir hoch und ihr Bereich ist sauber. Ich verrichte schnell die Gartenarbeit und erledige die Medikamentenvergabe während Ui die Hunde mit Reisfutter füttert. Dann lege ich Snow in den Korb und fahre mit ihr in die Klinik. Während sie an den Tropf gehängt wird erbricht sie sich noch einmal, aber ich hoffe, dass es mit ihr weiter aufwärts geht. Ein morgiger Bluttest wird Aufschluss geben. 

Im Pattaya Bazaar schaue ich nach den Hunden, insbesondere suche ich Luna und Lennard, da Wan mir berichtet hat, dass sie Lennard und Chula einige Tage nicht mehr gesehen hat. Ich sehe Candy, Cassie, Sasha, Rohita und Cora. In der Entfernung kann ich Blanca ausmachen und hinter dem Zaun entdecke ich auch Luna. Lennard und Chula sehe ich nicht. Ich laufe das ganze Areal ab und gehe auch auf die andere Seite des Bauzauns. Weitere Hunde kann ich nicht entdecken. Auf dem Weg nach Hause kaufe ich dreißig Futterschalen, da die bisherigen fast alle ziemlich zerbissen sind dazu noch jede Menge Papierrollen.

Arnie war über Nacht bei mir da er sich augenscheinlich im Dunkeln nicht wohlfühlt. Auch tagsüber liegt er gern bei mir. Seitdem er erblindet ist, bin ich sein Anker. Isi ist auch am liebsten im Haus. Sie hat nun draußen die Opferrolle übernommen wo Luna und Lennard jetzt weg sind. Im Haus ist sie völlig unkompliziert und gern mit Rocco und Nina zusammen. Anfangs hat sie etwas rumgezickt weil Arnie nun auch bei mir ist, aber mittlerweile hat sie diesen Zustand akzeptiert. Nina und Rocco entwickeln sich gut. Man kann ihnen ihre überstandene Krankheit nicht mehr ansehen. 

Am Nachmittag verteile ich Rippchen, die ich im Makro billig bekomme. Die Hunde sind ganz wild darauf und auch Arnie, der den ganzen Tag das Reisfutter nicht angerührt hat, hat plötzlich wieder Appetit und frisst gleich mehrere. Es ist doch unverkennbar, dass die Hunde zum Carnivorischen neigen. Abends fahre ich Snow abholen. Dr. Sam sagt, dass es ihr besser gehe. Morgen muss sie allerdings nochmal die gleiche Prozedur über sich ergehen lassen. Ich treffe mich mit Wan an der Karaoke. Sie teilt mir mit, dass Luna und Chula zusammen sei, dass aber Lennard seit Tagen verschwunden sei. Da sich einige Rüden, die ich nicht kenne, in dem Areal aufhalten, kann es sein, dass er vertrieben worden ist. Weit wird er wohl allerdings nicht sein.

Ich gehe rüber zum Best um nach Rudi zu sehen. Sein Fellzustand ist überraschend gut und er scheint auch sonst in Ordnung zu sein. Zurück im Haus säubere ich Snow, bevor ich sie wieder in ihren Bereich lege und gebe ihr Wasser zu trinken. Fressen mag sie nicht. Anschließend bekommen Arnie und Nema ihre Infusion.

Mittwoch, 14. Oktober 2015

Snows Zustand hat sich verschlechtert. Ihre Ausscheidung ist wässerig und sie erbricht sich. In der Klinik wird sie wieder an den Tropf gehängt. Die gute Nachricht allerdings ist, dass die Werte ihrer weißen Blutköperchen im Normbereich sind. Dr. Sam verzichtet deshalb darauf ihr Granulocyte zu spritzen. Der heutige Tag wird ergeben ob es mit ihr bergauf oder bergab geht. 

Da mir gestern ein Motorbikefahrer hinten drauf gefahren ist und der Auspuff erneuert werden muss, fahre ich nach der Klinik in die nächste Werkstatt. Nach zwei Stunden habe ich das Auto wieder, hole Nachschub vom Makro sowie Trockenfutter und fahre nach Hause. 

Karin hat Bedenken wegen meiner Parvo Verseuchung und bittet mich Bua den TVT Hund abholen zu lassen und direkt in die Klinik von Dr. Kwanchai zu bringen, um ihn dort operieren zu lassen bevor sie mit der Chemotherapie beginnt. Sie bittet mich ihr eine Google map mit dem Abholpunkt zu schicken. Da ich nicht mehr ganz genau weiß wo ich die Hündin gefunden hatte, fahre ich nochmal dorthin. Die Hündin ist nicht aufzufinden. Auf der Suche nach ihr treffe ich auf eine zweite TVT Hündin, die auch von den Ladenleuten gefüttert wird. Sie hatten mir von deren Existenz nicht berichtet. Ich bitte Karin auch diese Hündin aufzunehmen und sie sagt schweren Herzens zu. Da die Kosten für die Operation und der anschließend Chemotherapie nicht unerheblich sind bitte ich K9Aid mir zu helfen. Ich hoffe, dass ich dann mit Bua die Hunde am kommenden Montag abholen kann. 

Während der Suche nach der Hündin sehe ich auf dem Nachbargrundstück zwei Hündinnen. Die Leute dort haben sich ihrer angenommen. Ich frage sie ob sie sterilisiert seien und sie teilen mir mit, dass sie sie mit einem Verhütungsmittel spritzen lassen. Das ist häufig der Fall wenn sich Thai Straßenhunde annehmen aber Kosten für eine Sterilisation scheuen. Der Nachteil dieser Verhütungsmittel ist, das sie erstens Paarung nicht verhindern und damit die Hunde TVT gefährdet sind und zweitens Krebs als Spätfolge auftreten kann. Ich kläre die Leute über die Nachteile der Verhütungsspritzen auf und schlage vor, die Hunde sterilisieren zu lassen, wenn sie die Kosten übernehmen. Die Leute sagen zu und ich vereinbare mit ihnen die Hunde am Samstagnachmittag abzuholen. Einen Sterilisationstermin für Sonntag hatte ich zuvor schon erhalten. 

Nachdem das erledigt ist, fahre ich Snow abholen. Erfreulicherweise geht es ihr besser. Sie hat sich nur einmal erbrochen und hat den Kot halten können. Snow sieht mich zwar immer noch aus traurigen Augen an aber nimmt wieder mehr Anteil an ihrer Umgebung. Vielleicht war es ja heute Morgen die Krise, durch die sie durch musste.

Dienstag, 13. Oktober 2015

Am Morgen fahre ich mit Nina, Rocco und Snow in die Klinik. Nina ist für einen erneuten Bluttest dran, Rocco für eine weitere Impfung. Snow geht es nicht gut. Sie hat Durchfall und erbricht sich. Sie erhält eine intravenöse Infusion und muss den ganzen Tag am Tropf hängen. 

Nachdem ich Nina und Rocco zurückgebracht habe, fahre ich zu Albi, Jeanette und Fabienne, um mich zu erkundigen wie sich Juma eingelebt hat. Wie eigentlich alle Hunde, die ich nach ihrer Adoption besuche, macht sie sich recht gut. Sie freut sich mich zu sehen, aber geht auch zu Fabienne oder läuft entspannt auf der Terrasse herum. Auch diese Vermittlung wird also sowohl für Hund und neue Besitzer zu einem Erfolg werden. Albi bedenkt mich bei meinem Abschied mit einer großzügigen Spende. 

Am Nachmittag fahre ich nach Tongklom, liefere 500 Baht für die Fütterung der Hunde dort ab und behandele den räudigen Rüden, dem es recht gut geht wie auch Anika und Cleo. 

Auf dem Weg zu den Tempelhunden fällt mir am Straßenrand ein TVT Hund auf. Ich nehme Kontakt mit Ladenbesitzern auf und vereinbare mit ihnen die Hündin demnächst abzuholen. Karin ist so freundlich sie auch noch trotz ihrer vielen TVT Fälle aufzunehmen. 

Im Wat mache ich mit den Hunden einen Strandspaziergang und fahre dann weiter zu Christel, um ihr Doxicyclin zu bringen und um zu schauen ob Kami auch brav ist. Ranger lässt sich immer noch nicht einfangen, aber Christel kann ihn nun schon mal streicheln. 

Anschließend fahre ich wieder in die Klinik und hole Snow ab. Dr. Sam meint, dass ihre Chancen zu überleben 60% seien aber ich bin optimistischer. Snow hat lange nicht so viel Gewicht verloren wie zuvor Nina und scheint mir auch mehr Energie zu haben. Ein Bluttestresultat wird morgen vorliegen. 

Abends verabreiche ich Arnie, Nema und Nina jeweils eine Infusion. Für Arnie wird die erstmal täglich wiederholt aber Nina bekommt die Infusion nun nur noch zweimal die Woche, da sich ihre Nierenwerte erholt haben. Nema ist bis auf weiteres auch zweimal die Woche dran.

Montag, 12. Oktober 2015

Ich fange heute mal mit einer schlechten Nachricht an. Snow hat den ganzen Tag nicht fressen wollen und war nicht sehr agil. Am Abend entschließe ich mich sie noch zur Untersuchung in die Klinik zu fahren und meine Befürchtung, dass auch sie ein Parvo Fall ist bestätigt sich leider. Ich bin ziemlich niedergeschlagen weil nicht auszuschließen ist, dass sie sich im Haus angesteckt hat. Der Virus ist sehr hartnäckig und kann auch mehrfache Desinfektionen überleben. Da die ersten Anzeichen der Erkrankung am nun sechsten Tag nach ihrer Aufnahme hier auftreten und die Inkubationszeit zwischen fünf und sieben Tage liegt, kann Snow den Virus aber auch schon im Körper getragen haben, als ich sie gefunden habe. 

Wie auch immer, wir müssen nun schauen, dass wir diese schwierige Phase auch so erfolgreich durchstehen, so wie es uns mit Nina gelungen ist. Nina und Rocco sind ja nun glücklicherweise immun und die großen Hunde sind auch alle durch mehrfache Impfungen immunisiert. Sorgen muss ich mir nun allerdings um die sieben Neugeborenen machen. Sie liegen zwar entfernt vom Haus, in dem sich Nina, Rocco und Snow aufhalten, in einem Nebengebäude, aber ich weiß nicht wie gemein der Virus sein kann und sich evtl. in den Vorratsraum einschleppen lässt. Wir müssen alle Vorsichtsmaßnahmen treffen, damit das nicht passiert.  

Snow bekommt in der Klinik eine Infusion mit Kochsalzlösung und eine Vitaminspritze. Zurück im Haus lege ich sie in das Gästezimmer in den abgesperrten Bereich, in dem schon Nina um ihr Leben gekämpft hat. Dr. Sam hat mir ein Immunsystem stärkendes Medikament mitgegeben, das ich Snow nach einer Stunde gebe. Morgen früh wird ein Bluttest vorgenommen und dann wird die entsprechende Therapie eingeleitet. Es ist noch Granulocyte für zwei Behandlungen vorhanden, das sicher Verwendung finden wird. Rein äußerlich macht Snow einen stabileren Eindruck als Nina vor der Behandlung. Ich hoffe, dass wir mit dem gleichen intensiven Einsatz mit dem wir Nina retten konnten auch Snow helfen können.

Mittags fahre ich mit Arnie und Isi in die Klinik. Arnies Augen werden untersucht aber eine genaue Diagnose kann nur von einem Spezialisten gestellt werden. Fakt allerdings ist, dass Arnie wohl seine Sehfähigkeit vollständig oder fast vollständig verloren hat. Die Therapie zur Bluthochdrucksenkung und zur Nierenfunktionsstärkung wird für zwei Tage fortgesetzt. Doxicyclin wird noch mindestens drei Wochen lang täglich verabreicht. 

Isi ist mit der zweiten Impfung dran. Ihre Geschwulst am Hals ist erstmal vollständig abgeklungen. Wir wollen sehen, ob nicht an anderer Stelle wieder Geschwulste auftreten. Ich muss Isi täglich genauestens abtasten, um mögliche erste Anzeichen davon sofort erkennen zu können. 

Abends erhalten Nina und Arnie Infusionen und Arnie auch seine abendliche Dosis Medikamente. Mum und den Welpen scheint es gut zu gehen. Das sage ich aber mit Vorbehalt. Ich kann erst sicher sein, dass sie überleben, wenn sie ihre dritte Impfung erhalten haben. Bis dahin sind noch zehn Wochen Ungewissheit zu ertragen.

Sonntag, 11. Oktober 2015

Mein erster Gedanke heute gilt Mum mit ihren Welpen und Arnie. Arnie hat die Nacht zusammen mit Snow in meinem Schlafzimmer verbracht. Alle sieben Welpen leben noch und werden von Mum im Vorratsraum gut versorgt. 

Während ich meine morgendliche Säuberung des Gartens unternehme, sind Arnie, Rocco und Nina auch draußen. Snow muss noch drinnen bleiben, hat aber schon mal die ersten fünf kritischen Tage ohne Symptome überstanden. Ich glaube auch nicht, dass sie Parvo infiziert ist, aber es kann ja sein, dass sich noch irgendwo Viren verstecken und sie sich hier anstecken kann. Es ist auch nicht mit völliger Sicherheit auszuschließen, dass Nina oder auch Rocco noch aktive Viren in sich tragen. 

Mittags kommt Mali kurz vorbei. Sie hat zwei Hunde bei Dr. Sam abgeholt und mir 250 kg Reis aus Thamai mitgebracht. 

Am Nachmittag informiert mich Albi darüber, dass sich Juma gut eingelebt habe. Ich werde die Familie am Dienstag besuchen, um mir selbst ein Bild von Jumas neuem Zuhause zu machen. 

Den ganzen Tag über schaue ich immer wieder nach Mum und den Welpen und überprüfe Arnies Zustand. Ich säubere die Wanne in denen die Hunde liegen und lege ein frisches Handtuch für sie darin aus. Mum ist zwar immer noch ein wenig knurrig, aber das wird sich sicher in den kommenden Tagen legen. 

Seitdem Luna und Lennard nicht mehr bei uns sind und ich auf den Rat von George, dem Hundetrainer, ein wenig strenger mit den Hunden umgehe, ist der nächtliche Lärmpegel erheblich reduziert. Ich habe mir die Mühe gemacht, jedes mal hinaus zu gehen, um die Bellerei zu unterbinden. Anfangs habe ich einige Male dem bellenden Hund eine Kette vor die Pfoten werfen müssen. Danach hörten die Kläffer schon auf, wenn sie die Kette klicken hörten. Nun muss ich nur noch vor die Tür treten und die Kläfferei verstummt, ohne dass ich einen Ton sagen muss. Als nächstes muss ich den Hunden begreiflich machen, dass sie sich zu benehmen haben, wenn Besucher durchs Tor treten. Das mache ich am besten mit Leuten die mich gut kennen und die nicht annehmen, dass sie einen Unmenschen vor sich haben, der die Hunde misshandelt, wenn ich ihr Verhalten korrigiere.

Samstag, 10. Oktober 2015

Ich beobachte morgens, dass Arnie sich etwas unkoordiniert bewegt und offenbar Orientierungsschwierigkeiten hat. Wenn ich ihn leicht anhebe und wieder absetze, knicken seine Vorderläufe ein. Arnies Zustand ist sehr besorgniserregend. 

Nachdem ich meine morgendlichen Arbeiten und die Medikamentenvergabe erledigt habe, fahre ich mit ihm und Nacho, der für eine jährliche Impfauffrischung dran ist, in die Klinik. Arnie wimmert nicht mehr als ich ihn aufhebe. Er wird an den Tropf gehängt. Dr. Sam verschreibt zwei Medikamente, gegen Bluthochdruck und Nierenschädigung. Nacho wird geimpft und da ich finde, dass sein Gaumen auch etwas blässlich ist und ich ihm deswegen seit einigen Tagen auf eine Doxicyclinkur gesetzt habe, lasse ich ihm Blut abnehmen. 

Mittags kommen Albi, Jeanette und Fabienne vorbei. Sie waren gestern schon bei uns und hatten nach einem Welpenrüden gefragt. Ich habe ja nur Rocco und den möchte ich noch nicht weggeben, bevor er nicht alle Impfungen und Tests hinter sich gebracht hat. Wie allen Besuchern, die zu uns kommen, ist ihnen Juma aufgefallen und sie wollten sich überlegen, sie vielleicht zu adoptieren. Nun haben sie sich entschieden, Juma tatsächlich aufzunehmen. Ich trage Juma in Albis Auto und bitte Fabienne, sich die ersten Stunden gut um Juma zu kümmern. Juma ist zwar von der unkomplizierten Sorte, aber doch eher sensibel und ihre gewohnte Umgebung zu verlassen und sich an neue Menschen zu gewöhnen ist doch immer etwas stressig für die Hunde. 

Arnie läuft zwar im Garten und Hof umher, aber es ist offensichtlich, dass er Probleme mit der Orientierung hat. Ich schaue in seine Augen und sehe, dass die Pupillen weit geöffnet sind und gräulich erscheinen. Arnie reagiert nicht auch meinen Zeigefinger, den ich vor ihm hin und her bewege. Er scheint erblindet zu sein. Solch eine plötzliche Erblindung aufgrund einer Netzhautdegeneration kann auftreten, wenn eine hormonelle Imbalance vorliegt. Die ist bei Arnie mit großer Wahrscheinlichkeit der Fall. Arnie frisst nicht sehr viel, aber trinkt gut. Er kommt gut mit den anderen Hunden zurecht, die wahrscheinlich merken, dass mit ihm etwas nicht in Ordnung ist.

Am Nachmittag kommt Sek vorbei und wir fahren zum Tuk.com Parkhaus. Die Hündin, ich nenne sie Mum, liegt mit ihren Welpen immer noch unter dem gleichen Pick-up. Es gelingt uns die Welpen eines nach dem anderen einzusammeln und in die Box zu legen. Als alle drin sind, geht Mum von selbst in die Box. Leider finden wir einen achten Welpe tot unter dem Pick-up. Ich nehme auch ihn mit und begrabe ihn später. Überraschenderweise hat die ganze Aktion sehr gut geklappt und ich bin froh Mum und ihre sieben Welpen nun in Sicherheit zu wissen.

Freitag, 9. Oktober 2015

Ich schnappe mir Lennard und fahre mit ihm zum Pattaya Bazaar. Am Zaun erwartet uns Luna und Lennard läuft freudig auf sie zu und die beiden begrüßen sich. Danach läuft Lennard das Areal ab und schnüffelt hier und schnüffelt da. Er scheint wie befreit und kümmert sich nicht um mich. Luna allerdings kommt zu mir und als ich gehe folgt sie mir bis an die Straße. Chula sehe in einiger Entfernung, sie flieht ja immer wenn sie mich sieht. Ich hoffe, die drei werden sich finden. Hinter dem Bauzaun ist trotz der Rodung des Platzes noch ein Stück Buschbereich stehen geblieben. Darin haben die drei ja gehaust und können sich dort auch wieder zurückziehen. Ich informiere Wan, dass ich Lennard und Luna wieder zurückgebracht habe. 

Anschließend mache ich mich auf den Weg in die Klinik, um Roland beim einchecken der drei Hunde, die er sterilisieren lassen möchte, zu helfen. Roland hat ja Nelly, Darya und Leela adoptiert und hat noch zwei weitere Hunde, die bisher nicht sterilisiert worden sind. Die sind nun dran und dazu noch Leela. Als ich wegen eines Sturzregens etwas später in der Klinik eintreffe ist Roland schon gefahren, um nicht in den Fluten vor der Klinik unterzugehen. Da ich die Hunde kenne, helfe ich beim Wiegen. Roland wird sie noch am Abend wieder abholen. 

Danach fahre ich ins Parkhaus. Auf der zweiten Ebene höre ich ein leises Welpenwimmern und finde die Hündin mit ihren Jungen unter einem Pick-up liegen. Nun läuft sie nicht mehr davon, knurrt mich aber böse an, als ich unter den Wagen schaue. Ich rufe Sek an. Der hat aber keine Zeit, da er mit einem seiner Hunde in eine Klinik muss. Wir müssen die Rettung also auf morgen verschieben. 

Dr. Sam hat das Bluttestergebnis von Arnie vorliegen. Leider sind alle Blutwerte ziemlich im Keller. Vermutlich muss ich also schon wieder um ein Hundeleben kämpfen. Ich gebe Arnie abends Doxicyclin und will ihm wie zuvor schon Nina eine Infusion legen. Er lässt sich jedoch nicht von mir anheben. Entweder hat er Schmerzen im Brustbereich oder er hat einfach Angst vor einer erneuten Behandlung. Ich werde Arnie morgen zu Dr. Sam bringen müssen.

Donnerstag, 8. Oktober 2015

Die vergangene Nacht war wieder durch viel Gebelle und das Geheule von Luna zur schlaflosen gemacht worden. Ich muss schließlich eingestehen, dass ich Lennard und Luna nicht vollständig integrieren kann und deshalb entschließe ich mich die beiden wieder mit ihrer Mutter Chula zu vereinigen. Allerdings gelingt es mir nicht Lennard einzufangen und so fahre ich nur mit Luna zum Pattaya Bazaar und lasse sie dort raus, wo die übrigen Hunde liegen. Luna verschwindet ganz schnell hinter dem Bauzaun, der das freie, ehemalige Marktgelände vom ehemaligen Busparkplatz, auf dem nun ein Gebäude errichtet wird, abgrenzt. 

Ich fahre weiter und hole George, den Hundetrainer ab und wir fahren zu Christel. Christel hat mir ihr Leid geklagt, dass Kami, nun Tina, zu bossig sei und angedeutet, dass sie sie zurückgeben würde, sollte sich ihr Verhalten nicht bessern. Ich habe Christel vorgeschlagen, George zu bitten Tinas Verhalten zu korrigieren. Nachdem wir ins Haus eingetreten sind, lässt die Korrektur auch nicht lange auf sich warten und hat durchschlagenden Erfolg. Während George uns über die Prinzipien seiner Arbeit unterrichtet und einem Essen danach liegt Tina mucksmäuschenstill in der Nähe und versucht ihre offensichtliche Konfusion zu verarbeiten. Nun liegt es an Christel die Anweisungen, die George ihr gegeben hat, konsequent umzusetzen. Auch ich lerne an diesem Nachmittag sehr viel und bin motiviert Georges Richtlinien zur Verhaltensausrichtung der Hunde zu befolgen. 

Auf dem Rückweg fahre ich mit George zum Wat und fülle die Behälter nach. Mir ist schon bei den beiden vergangenen Besuchen aufgefallen, dass Arnie etwas an Gewicht verloren hat. Ich schaue mir seinen Gaumen an und stelle fest, dass er blasser ist als er sein sollte. Kurzentschlossen stecke ich ihn in den mitgebrachten Käfig und fahre Arnie in die Klinik nachdem ich George zu Hause abgesetzt habe und einen Abstecher in die Thepprasit Road gemacht habe. 

Dort sehe ich Malee, deren Räude sich weiter verschlimmert hat unter einem Auto liegen. Mein Käfig steht neben dem Auto. Ich rufe Khun Daeng an und sie teilt mir mit, dass sie vergeblich versucht hat, Malee in ihre Küche zu locken, vor deren Tür Malee und die anderen Hunde oft liegen. Ich verabrede mit Khun Daeng es mit Acepromazine zu versuchen.

In der Klinik wird Arnie untersucht und es wird ihm Blut abgenommen. Das Resultat wird morgen vorliegen. Da Blutparasiten wahrscheinlich sind, wird eine Doxicyclinkur verordnet. Ich lasse Arnie am Tor raus und führe ihn zum Vorratsraum, gebe ihm zu Fressen und zu Trinken und die erste abendliche Dosis Doxicyclin. Die Nacht über bleibt er im Vorratsraum. Auf der kleinen Terrasse erwische ich Lennard und nehme ihn mit ins Haus, damit ich ihn morgen früh besser zu fassen bekomme.

Mittwoch, 7. Oktober 2015

Sek kommt pünktlich um 10 Uhr und wir fahren zum Parkhaus. Nach einigem Suchen finden wir die trächtige Hündin, die sich uns aber ständig entzieht, indem sie sich unter geparkte Autos legt. Sek schlägt vor sie einzufangen, nachdem sie ihre Jungen zur Welt gebracht hat. Ich werde also in den kommenden Tagen öfters ins Parkhaus fahren müssen, damit Mutter und Junge schnell in Sicherheit gebracht werden können. 

Mittags kommen Sylvia und Joseph und schauen sich Snow an. Sylvia möchte mich künftig mit 1,000 Baht monatlich unterstützen. Am Nachmittag fahre ich mit Isi, Nina und Nema in die Klinik. Isi und Nina sind mit der zweiten Impfung dran, Nema mit der Boosterimpfung und Nina wird Blut abgenommen, um den Creatinininewert zu bestimmen. Die Infusionen sollen für Nema und Nina weitergeführt werden. Nina und Rocco erholen sich weiter gut und Snow zeigt bisher keine Krankheitssymptome. Sie ist nun dauerhaft bei mir im Zimmer und Nina und Rocco halten sich  weiterhin bei Ui auf.

Dienstag, 6. Oktober 2015

Heute Morgen ruft mich Nicky an und berichtet mir, dass sie einen angefahrenen Welpen gefunden habe, der offenbar die schon die ganze Nacht im Regen am Straßenrand gelegen hat. Ein zweiter Welpe habe nur kleinere Bisswunden und scheint sonst in Ordnung zu sein. 

Ich fahre runter zu Nicky, nehme die Welpen in Empfang und fahre zu Dr. Sam in die Klinik. Der angefahrene Welpen ist so schwer verletzt, dass ich ihn auf Anraten von Dr. Sam einschläfern lasse. Der zweite Welpe, den ich Snow nenne, da er von weißer Farbe ist, ist bis auf eine unbedeutende Bisswunde soweit unversehrt und scheint gesund zu sein. Auf einen Virus Test verzichten wir erstmal, da ich Snow zunächst einige Tage in Quarantäne nehmen möchte. Snow wird entwurmt und ich fahre mit den beiden Hunden auf dem Weg zurück nach Hause noch bei Nicky vorbei und berichte ihr vom Ausgang der Untersuchungen. 

Anschließend sperre ich Snow in den Vorratsraum, füttere sie und beerdige dann den zweiten Welpen. Danach bade ich Snow und entferne ein paar wenige Zecken aus ihren Pfoten. Snow, die zuvor etwas verängstigt war, ist nun zutraulich und gibt sich willig in meine Hände. Nachdem sie ein wenig geweint hat, schläft sie bald erschöpft ein. 

Die Gartenarbeit ist dann dran und anschließend die Medikamentenvergabe. Mittags erreiche ich Sek, der mir zusichert noch morgen Vormittag mit mir zusammen zum Tuk.com Parkhaus zu fahren. Wan Song ruft mich an und teilt mir mit, dass jemand in Naklua Hunde vergiftet hat. Wenn ich sie recht verstehe, ist dem Unmenschen Alfredo zu Opfer gefallen. 

Am Nachmittag schreibt mir Sylvia, dass sie gern die Patenschaft für Snow übernehmen möchte. Sie möchte auch die Kosten für einen Virustest und die Impfungen übernehmen. Morgen wollen Sylvia und Joseph mit Snow Bekanntschaft schließen. Snow ist mittlerweile so zutraulich als wäre sie schon immer bei mir gewesen. Wenn ich sie auf den Arm nehme ist sie völlig entspannt. Anscheinend hat sie die schlimme Erfahrung der vergangenen Nacht schon vergessen. 

Da die Hunde in der letzten Nacht sehr unruhig waren, sperren wir die Kleinen abends auf die große Terrasse und ich sperre auch die kleine Terrasse ab, sodass Isi, Nadia und Nema dort in Ruhe schlafen können. Nema allerdings entweicht wieder und legt sich unter die Büsche, unter der sie und Isi auch tagsüber gern liegen.

Montag, 5. Oktober 2015

Ich versuche jeden Hund regelmäßig abzutasten wenn ich ihn streichele, ob die Lymphknoten Schwellungen aufweisen oder sich Abszesse gebildet haben. Heute Morgen entdecke ich an Nuras Brust eine Schwellung, die mir bisher nicht aufgefallen ist. Da ich sowieso in die Klinik muss, lade ich Nura auf und auch Yoshi, der für eine Boosterimpfung, die jährlich durchgeführt werden sollte, dran ist. Dr. Sam empfiehlt für Nuras Problem Amoksiklav und Prednisilone. Dazu soll ich die Schwellung mit einem warmen, feuchten Tuch mehrmals täglich massieren. 

Nach der Klinik fahre ich zum Makro und hole die wöchentliche Futterration. Evi ruft mich an und wir treffen uns mittags bei mir. Sie hat eine Geldspende aus Deutschland mitgebracht, dazu Vitamintabletten und Treats. 

Da Dr. Sam am Vormittag nicht viel Zeit für mich hatte, weil er eine Operation vorbereitete, fahre ich am Nachmittag noch mal zu ihm. Sigi hat mir Geld für den Kauf von weiteren Flaschen Malaseb überwiesen und so kann ich 9 Flaschen bestellen, dazu brauche ich noch Cephalexin 250 mg und Nadeln für die Infusionen. Ich lasse mir mal die Rechnung für die Behandlung für Nina und Rocco geben. Die beträgt 8,400 Baht. Darin sind nicht enthalten die Kosten für das Granulocyte, das waren nochmal 7,900 Baht. 

Anschließend fahre ich zum Tuk.com Parkhaus, um dort nach den Hunden zu sehen. Ich will Khun Thip treffen, die die Hunde dort füttert. Im Parkhaus stelle ich zu meinem Unbehagen fest, dass die Mutter von Flake, Fanta, Figo und vom letzten Wurf Said und etlichen anderen Welpen, die dort irgendwann verschwunden waren, wieder trächtig ist. Da ich nicht nochmal ein Massensterben erleben möchte, habe ich vor sie zu mir zu nehmen, bevor sie niederkommt. Sie ist so ein liebenswerter Hund, dem ich gern helfen möchte. Ich habe einen Käfig dabei, aber leider kann ich sie nicht greifen. Khun Thip versucht es ebenfalls, auch ohne Erfolg. Ich muss unbedingt Sek aktivieren, um zu versuchen die Hündin mit einem Netz zu fangen. Khun Thip darf übrigens nicht mehr die Hunde im Parkhaus füttern, sie tut es nun auf dem Parkplatz davor.

Zurück im Haus erhalten Nema, Rocky und Nina ihre Infusionen. Nina wehrt sich heute Abend heftig, aber ich kann ihr mir viel Geduld noch genügend Kochsalzlösung verabreichen. Mit Rocco und Nema gibt es keine Probleme.

Später am Abend ruft mich Em an. Sie teilt mir mit, dass es Mudita zwei Tage lang nicht gut ging und dass sie heute gestorben sei. Wieder denke ich, wenn ich sie zu mir genommen hätte, und daran habe ich öfters gedacht, wäre sie vielleicht heute noch am Leben.

Sonntag, 4. Oktober 2015

Vergangene Nacht waren die Hunde draußen sehr unruhig, sodass ich mehrmals raus musste, um nach dem Rechten zu sehen. Schließlich ist die Nacht um 3 Uhr morgens für mich zu Ende aber dafür darf ich ein Mittagsschläfchen halten, während die Hunde ein Gleiches tun. 

Am Nachmittag setzt ein Dauerregen ein, sodass ich entscheide mal ganz zu Hause zu bleiben. Rocco, Nina und Nema erhalten ihre Infusionen. Alle drei verhalten sich so als seien sie völlig gesund. Nina und Rocco sprühen vor Energie, sodass wir sie nicht mehr in Uis Zimmer halten können. Nina ist zwar noch ein wenig dünn aber hat schon das Kommando über Rocco übernommen, dem man seine überstandene Krankheit garnicht ansieht. Nach draußen dürfen die beiden aber erst in einigen Tagen um ganz sicher zu gehen, dass keinerlei Ansteckungsgefahr für die anderen Hunde besteht. Wenn einer der Hunde draußen vom Virus infiziert worden ist als er mit Nina vor ihrer Erkrankung Kontakt hatte, so ist er offensichtlich durch die Impfungen geschützt worden. Die Inkubationszeit ist vorüber und ich kann bei keinem Hund irgendwelche Krankheitssymptome entdecken.

Samstag, 3. Oktober 2015

Mit der heutigen Medikamentenvergabe verbinde ich die Vergabe von Ivermectin oral an alle Hunde. Ivermectin wird von mir hauptsächlich gegen Räude eingesetzt, ist aber auch ein Mittel gegen Herzwürmer, Zecken und Flöhe. Die schwereren Hunde haben 16 mg bekommen und die kleineren Hunde 8 mg. 

Isi hat vorläufig die letzte Dosis Prednisilone erhalten. Doxicyclin werde ich ihr weiter geben. Nadia erhält die letzte Dosis Amoksiklav. Die Wunde an ihrem Hinterlauf ist vollständig verheilt. 

Nachdem der Regen aufgehört hat, lade ich einen Sack Trockenfutter und 20 kg Reis auf und fahre nach Baan Amphur. Bei Ba Bät liefere ich den Reis ab und gebe ihr die monatlichen 2,000 Baht für die Versorgung der Tempelhunde. Den Vorhallenhunden geht es gut bis auf Asa, die diese vermutlich von Pilzen herrührenden kahlen Stellen auf ihrem Rücken aufweist. Leider kann ich sie mir nicht schnappen, da sie aufspringt und wegläuft als ich sie aufnehmen will. Sie ist und war schon immer die Einzige, die sich nicht von mir auf den Arm nehmen lassen wollte. Muss es bei meinem nächsten Besuch wieder versuchen. 

In der Thepprasit liefere ich den Sack Trockenfutter ab. Khun Daengs Tür ist verschlossen und der Käfig steht noch vor der Tür. Ich rufe sie an, kann sie jedoch nicht erreichen. Ich sehe Malee. Leider ist sie wieder stärker räudig und auch sie habe ich keine Chance zu erwischen. Berta kommt angetrabt; ihr geht es gut. Auch Silvers Zustand ist stabil. Der Räudefortschritt bei ihrem Bruder ist gestoppt. Ich gebe Silver und ihm Ivermectin. Malee ist nicht zu bewegen, auch ein Wurststückchen zu fressen. 

Ich fahre weiter um nach Lek zu schauen. Die Schwellung auf seiner Nase ist erfreulicherweise verschwunden, allerdings fühle ich noch eine Schwellung im Hinterkopfbereich. Vielleicht ist das aber auch nur Luft. Eine Punktierung wird Aufschluss geben können. 

Anschließend fahre ich zu Khun Emma, die Geld für den Kauf von Malaseb für mich hat. Wir führen ein intensives Gespräch. Khun Emma ist bereit zu helfen indem sie versucht Spenden zu sammeln, wenn sie demnächst in Wien ist.

Freitag, 2. Oktober 2015

Nina und Rocco sind weiter auf dem Wege der Erholung. Rocco hatte ja sowieso kaum an Gewicht verloren und Nina legt nun auch wieder zu. Abends bekommen beide wieder eine Kochsalzlösunginfusion. 

Am Nachmittag fahre ich mit Berta in die Klinik und es werden ihr dort die Fäden gezogen. Trotz einiger Bedenken von Dr. Sam hat sie den Eingriff gut überstanden und hat nun für den Rest ihrer Tage ein Problem weniger. Ich fahre Berta in die Thepprasit, wo sie von den anderen Hunden in Empfang genommen wird. Mali sehe ich allerdings nicht und die Tür von Khun Daengs Haus ist verschlossen. Der Käfig steht noch vor der Tür. Ich werde morgen auf dem Wege zu Wat nochmal bei ihr vorbeischauen. Der schwarz-weiße weibliche Welpen an der Pattaya Mail bleibt verschwunden. Vermutlich hat ihn jemand mitgenommen.

Donnerstag, 1. Oktober 2015

Nachdem ich Gartenarbeit und Medikamentenvergabe erledigt und Nadia von ihrem Verband erlöst habe, schlagen die Hunde an. Am Tor findet sich Jeff aus Chicago ein. Er hat unsere Adresse von Mali bekommen. Jeff unterstützt Mali mit Spenden und ist für ein paar Tage in Thailand. Wir haben ein anregendes Gespräch und ich hoffe mit ihm in Kontakt zu bleiben. 

Nachdem er gegangen ist, gebe ich Nina und Rocco Infusionen. Beide sind sehr lebendig, fressen und trinken gut und auch der Kot wird zunehmend fester. Die Infusionen sollen aber noch für einige Tage fortgesetzt werden. Vom Zustand Ninas Nieren abhängig für sie auch längerfristig.

Am Nachmittag setzen wir die Zeckenbehandlung fort. Bis auf Lennard, der sich mir entzieht, haben wir alle einmal durch. Im Grunde können wir aber dann gleich wieder von vorn anfangen. Falls jemand von euch Lust hat einmal die Woche zu mir zu kommen, um Zecken zu pulen ist er/sie herzlich dazu eingeladen. 

Abends verteile ich nochmal Medikamente. Bei Buffy sehe ich einige offene Stellen, die nach Pilz aussehen. Sie bekommt erstmal Cephalexin und Itraconazole. Nadias Entzündung hat sich stark zurückgebildet, sie bekommt aber weiterhin Amoksiklav und Prednisilone und ich lasse sie noch im Haus. Rocco erhält Doxicyclin und Isi weiterhin Prednisilone. Die Geschwulst an ihrem Hals ist vollständig verschwunden, aber ich bin nur vorsichtig optimistisch, dass sie nicht wieder auftritt. Dafür sah sie zu sehr nach Krebs aus. Nina und Rocco sind weiter auf dem Wege der Besserung und wollen unbedingt nach draußen. Ich muss aber eisern bleiben und sie in Uis Zimmer lassen, auch wenn es schwer fällt.