Mittwoch, 30. September 2015

Nach Gartenarbeit und Medikamentenvergabe verlade ich Nadia in einen Käfig und Nina sowie Rocco jeweils in einen Korb und fahre mit ihnen in die Klinik. Eine intravenöse Infusion ist für Nina nicht mehr notwendig und so bekommt sie wie auch Rocco die Infusion subkutan. Nadias Wunde wird versorgt und verbunden. Sie erhält eine Antibiotika Injektion und muss von mir für einige Tage mit Amoksiklav behandelt werden. Die Welpen sollen noch für mindestens eine Woche in Quarantäne bleiben, bevor sie wieder mit den großen Hunden zusammengeführt werden. Sie sollen auch bis auf Weiteres Infusionen erhalten. Nadia bleibt vorerst ebenfalls im Haus bis die Entzündung abgeklungen ist.

Am frühen Nachmittag kommen Sylvia und Joseph zu Besuch und bringen Nierenfunktion unterstützendes Trocken- und Nassfutter vorbei, das wir gut für Nema und Nina verwenden können. Anschließend nehmen Ui und ich uns wieder einige Hunde vor und befreien sie von Zecken. Danach bade ich Juma, Luna und Buffy.

Am frühen Abend erhält Nema ihre Infusion. Die beiden zehn Baht großen kahlen Stellen auf ihrem Rücken scheinen allmählich wieder zuzuwachsen. Nina und Rocco bleiben bei Ui im Zimmer.

Dienstag, 29. September 2015

Heute Vormittag nehmen Ui und ich uns die Hunde vor und suchen sie nach Zecken ab. Obwohl wir längst nicht alle schaffen, haben wir bis zum frühen Nachmittag zu tun. Morgen geht es mit dieser mühseligen Arbeit weiter. 

Am Spätnachmittag kommt Klaus vorbei und bringt mich zu Nissan. Nachdem wir dort einen Kaffee getrunken haben, ist der Wagen fertig. Es hat sich herausgestellt, dass doch Wasser in den Tank gelangt ist. Der Tank ist gereinigt worden und die Zündkerzen wurden ausgewechselt. 

Von Nissan aus fahre ich zur Klinik. Dr. Sam berichtet mir, dass es beiden Welpen besser gehe. Als ich zu ihnen gehe, springen sie auf und Nina beruhigt sich kaum wieder vor Freude mich zu sehen. Sie ist wie ausgewechselt und hat auch schon etwas gefressen. Es scheint, dass sie und auch Rocco die Virusattacke überstanden haben. Ob eine dauerhafte Nierenschädigung bei Nina vorliegt, werden weitere Tests ergeben. 

Zu Hause stellt Ui den Welpen noch ein paar Happen hin und dann schlafen sie in Uis Zimmer erschöpft ein. Morgen geht es dann für sie ein hoffentlich vorerst letztes Mal für einen Tag in die Klinik. Ich werde dann auch Berta mitnehmen, der dann die Fäden gezogen werden können. Wenn Dr. Sam sein Ok gibt, kann sie wieder zurück in die Thepprasit. 

Isis Geschwulst ist weiter geschrumpft. Sie verhält sich normal und ist schmerzfrei. Nema bekommt ja alle drei Tage eine subkutane Infusion und zeigt ebenfalls keine Auffälligkeiten. An Nadias linkem Hinterlauf stelle ich eine hässliche Wunde fest. Ich gebe ihr Doxicyclin, reinige die Wunde, behandele sie mit antibiotischem Puder und lege Nadia einen Kragen an. Sie wird über Nacht im Haus bleiben und wenn die Wunde nicht besser aussieht, nehme ich sie morgen auch mit in die Klinik.

Montag, 28. September 2015

Ui berichtet mir am Morgen, dass der Kot von Nina kein Blut mehr aufweist, dafür aber hat sie etwas Blut im Kot von Rocco gefunden. Ich habe den Eindruck, dass es Nina besser geht. Rocco verhält sich eigentlich wie immer, allerdings liegt er auch eher als dass er sich bewegt. 

Am frühen Vormittag fahre ich die beiden in die Klinik. Sie übergeben sich nicht während der Fahrt und verhalten sich ruhig. Dr. Sam hat den Eindruck, dass es Nina besser geht, obwohl sie mittlerweile nur noch Haut und Knochen ist. Ich überlasse Nina und Rocco Dr. Sams Obhut und kaufe im Makro die wöchentliche Ration ein. Auf dem Rückweg erstehe ich noch einige Säcke Trockenfutter. 

Am Nachmittag liefere ich einen Sack davon bei Wan Song ab. Sie zeigt mir einen Hund aus einem Haus nebenan. Die Besitzerin ist verzogen und hat die Hündin angekettet. Wan hat zusammen mit einer anderen Nachbarin die Hündin von der Kette befreit und Priaowan liegt nun vor deren Haustür. Wan Song bittet mich Priaowan sterilisieren zu lassen, sie würde sie dann weiter versorgen. 

Auf dem Wege in die Stadt halte ich am Schrottplatz, der allerdings garnicht mehr existiert. Alle Verschläge sind verschwunden. Am Zaun begrüßt mich als Erste Khiaow und dann auch Luna (1) und Yumi. Taco, der normalerweise etwas abseits liegt, kommt auch angetrabt. Die Hunde sehen gut aus, sie werden ja auch von Wan Song gefüttert und können in der Nähe einen Unterschlupf finden, wenn es regnet. Natürlich denke ich sofort daran sie auch aufzunehmen, aber ich verbiete mir das. 

Während ich zu den Tempelhunden fahre, macht mein Auto Sperenzien und ich komme gerade noch an die Vorhalle, bevor der Motor ganz absäuft. Ich vermute, dass Zünddefekt vorliegt. Während ich die Behälter säubere und fülle, kommt Ba Bät mit Reisfutter. Mit einiger Mühe bekomme ich den Wagen wieder gestartet und schaffe es gerade noch auf den Hof von Nissan, der nicht weit vom Tempel entfernt ist. Ich habe Glück, dass noch jemand im Büro ist und ich bitte den Wagen morgen durchchecken zu lassen. 

An der Sukhumvit erwische ich einen Songthaew, mit dem ich bis von die Klinik fahre. Ich bitte Dr. Sam Nina und Rocco über die Nacht da zu behalten. Die Bluttestergebnisse sind gekommen. Die Werte für Ninas und Roccos weiße Blutkörperchen sind wieder in Ordnung, der Wert für Roccos rote Blutkörperchen ist verbessert, allerdings liegt der Creatinine Wert von Nina nun im kritischen Bereich. Das liegt an der Dehydrierung die trotz der Infusionen nicht ganz aufzuhalten war. Nina wird morgen wieder den ganzen Tag am Tropf hängen müssen. 

Mit einem Motorbiketaxi lasse ich mich nach Hause fahren und bitte Klaus mich morgen im Laufe des Tages zu Nissan zu bringen.

Sonntag, 27. September 2015

Nina hat die Nacht bei mir im Zimmer verbracht. Ich denke, dass die Isolierung ihr bei ihrem Genesungsprozess nicht hilft. Sie hatte sich spätabends in eine Ecke des Zimmers zurückgezogen und sah nicht besonders glücklich aus. In der Nacht wache ich mehrmals auf und säubere sie sowie den Boden, auf dem sie sich entleert hat. Ich bin sehr besorgt den Kot in flüssiger Form und mit Blut vermischt zu sehen. Rocco ist bei Ui im Zimmer und es scheint ihm besser zu gehen als Nina.

Nach Erledigung meiner morgendlichen Routine fahre ich mit Nina und Rocco in die Klinik. Während der Fahrt erhebt Nina ihre Stimme und das macht mir wieder Mut. Ich gebe die beiden bei Dr. Sam ab und fahre ins Mercure Hotel, wo ich mit Stewart den Vortrag halten soll. Die Vorbereitung dazu zieht sich etwas in die Länge, aber schließlich sind wir zur Mittagszeit an der Reihe unsere Geschichten zu erzählen. Stewart leitet die Präsentation mit einem Exkurs über den Einfluss des Hundes auf die Entwicklung des Homo Sapiens ein und ich stelle danach vier Rescue Stories vor. Anschließend werden Stewart und ich noch von Pattaya People TV interviewt. All das läuft in entspannter Atmosphäre statt und Stewart und ich erledigen unsere Aufgabe souverän. Ob es irgendeine Resonanz auf unsere Performance gibt, bleibt abzuwarten. 

Am frühen Nachmittag fahre ich wieder in die Klinik. Rocco hat eine subkutane Infusion erhalten und Nina hängt noch am Tropf. Ich habe den Eindruck, dass es beiden verhältnismäßig gut geht. Rocco sieht man seine Infektion garnicht an und Nina ist wieder viel aufmerksamer. 

Da sie noch eine Zeitlang am Tropf hängen muss, fahre ich zu Chistel, um ihr Medikamente für Ranger zu bringen und um zu sehen, ob sich Kami eingelebt hat. Wie ich gestern schon festgestellt habe, fühlt sich Kami in ihrer neuen Umgebung sehr wohl und hat auch schon Zutrauen zu Christel gefasst. Sie hat bereits das ganze Haus erkundet und die Nacht bei Christel im Zimmer verbracht. Ranger ist nun auch nicht mehr so ängstlich und zeigt Interesse an Kami. Diese Adoptionen scheinen sich also zu einer Erfolgsstory zu entwickeln. 

Auf dem Weg nach Hause mit Nina und Rocco beschwert sich Nina die ganze Fahrt dorthin. Sie hat also wieder soviel Kraft, um vehement gegen ihre Einsperrung in den Korb zu protestieren. Normalerweise geht mir permanente Weinerei und Bellerei während der Fahrt auf den Keks, aber heute Abend genieße ich das lautstarke Gejammer. 

Später am Abend erhält Isi eine Prednisilone Tablette und Nema eine Infusion. Das Prednisilone hat die Geschwulst an Isis Hals erheblich schrumpfen lassen und sie scheint wohl auch keine Schmerzen zu haben. Da Rocco leicht anämisch ist bekommt er nun morgens und abends je eine Viertel Doxicyclin Tablette verabreicht. Er und Nina verbringen die Nacht gemeinsam in Uis Zimmer.

Samstag, 26. September 2015

Nina weigert sich weiterhin den Kampf um ihr junges Leben aufzugeben. Sie ist nun sehr abgemagert, da sie jede Nahrungsaufnahme verweigert. Aber ihre Augen sind ausdrucksvoll und sie sucht Augenkontakt zu mir. 

Zu meinem Entsetzen berichtet mir Ui, dass nun auch Rocco ganz ruhig ist. Rocco hatte ja, bevor Khaya positiv getestet wurde, viel mit Nina gespielt und so ist nicht auszuschließen, dass auch er positiv ist, obwohl er bereits zweimal geimpft wurde. In der Klinik bestätigt sich leider meine Befürchtung. Rocco wird der gleichen Behandlung wie zuvor Nina unterzogen, allerdings erhält er erstmal keine Granulocyte Injektion; Dr. Sam möchte zuerst das Bluttestresultat abwarten. Beide Welpen bleiben in der Klinik. Rocco erhält eine subkutane Infusion und Nina eine intravenöse. 

Da sich George, ein amerikanischer Hundetrainer für die Mittagszeit angesagt hat, fahre ich nach Hause. George lebt seit einigen Jahren in Pattaya und ist nun in ein Haus gezogen, in dem er einen Hund halten kann. Er würde sich gern einen erwachsenen, jungen Hund zulegen. Wir haben ein interessantes Gespräch über unerwünschtes Hundeverhalten und dessen Korrektur. George findet Gefallen an Yaya, möchte sich aber auch noch an anderer Stelle Hunde ansehen. Er verspricht, sich nächste Woche wieder zu melden. 

Nachdem George gegangen ist, packe ich mir Kami und fahre sie in die Klinik. Christel möchte, dass ein Bluttest an ihr vorgenommen wird, bevor sie sie zu sich nimmt. Nachdem das überstanden ist, fahre ich Kami zu Christel. Da Kami ja in einem Haus groß geworden ist, kann ich mir vorstellen, dass sie sich relativ schnell einlebt. Ihr Verhalten übertrifft allerdings meine kühnsten Erwartungen. Kami erkundet sofort den großen Garten und das Erdgeschoss des Hauses. Sie ist freundlich zu Christel und auch zu deren Maid. Noch während ich mit Christel einen Kaffee trinke, läuft Kami schon die Treppe zu den Räumen im Obergeschoss hinauf, als wäre sie schon lange bei Christel zu Hause. Kami beachtet Ranger nicht, der aber zeigt freundliches Interesse an ihr. 

Mit einem guten Gefühl fahre ich wieder in die Klinik, wo Dr. Sam das Bluttestresultat für Rocco vorliegt. Dessen weiße Blutkörperchen liegen mit 8,500 im Normbereich, allerdings sind seine roten Blutköperchen unten. Rocco macht einen wesentlich energetischen Eindruck als Nina, aber das kann sich ja schnell ändern wie wir gesehen haben. 

Zurück im Haus lege ich Nina wieder in den abgeteilten Bereich im Gästezimmer und Rocco geht zu Ui. Ich versuche Nina etwas von dem Energiefood einzuflößen, aber sie speit es immer wieder aus. Ui hat mit Rocco mehr Glück, er frisst ein wenig aus dem Napf.

Freitag, 25. September 2015

Mein erster Gedanke heute Morgen gilt wieder Nema. In meinen Albträumen finde ich sie leblos an ihrem Platz liegen. Tatsächlich ist sie aber noch unter uns. Ui hatte sie schon aufgenommen. Sie berichtet mir, dass Nina sich entleert hat und der Kot Blut aufwies. Das ist kein gutes Zeichen. Als ich mit ihr, Kami und Nema in die Klinik fahre, richtet sie sich allerdings im Korb auf und bellt seit langem einmal wieder. 

In der Klinik erhält sie eine Glucose Injektion und dieses Mal eine intravenöse Infusion. Fieber hat sie keines aber das Thermometer weist Blutspuren auf. Ich habe den Eindruck, dass es ihr dennoch etwas besser geht. Sie reagiert wieder auf mich, sucht den Augenkontakt und macht kein für Parvo Welpen so typisches ausdrucksloses Gesicht mehr. Dr. Sam möchte sie dennoch bis heute Abend da behalten, bis das Bluttestresultat vorliegt. Hoffen wir, dass die Produktion der weißen Blutkörperchen wieder angelaufen ist. 

Kami und Nema habe ich zum Impfen mitgenommen. Von Kami liegen mir keine Impfdaten vor. Da sie jedoch im Haus großgezogen wurde, gehe ich von einer Erstimpfung aus. Nema ist im Tempel zweimal geimpft worden und erhält die jährlich fällige Nachimpfung. Sie hat seit dem ersten Klinikbesuch zwei Kilogramm zugelegt. Man kann nun auch nicht mehr ihre Rippen zählen. Was Isis Behandlung anbetrifft, so will Dr. Sam das Bluttestresultat abwarten. 

Am frühen Nachmittag ruft Christel mich an und berichtet mir, dass Liza gestorben sei. Sie fragt mich, ob ich ihr helfen könne Ranger einzufangen. Vielleicht kann ich den Österreicher überreden mit mir zu ihr zu fahren. Ich rufe Khun Daeng an, ob sie Malee mittlerweile gesichtet hat. Sie schlägt vor, ihr einen Käfig zu bringen, damit sie Malee dort einsperren kann, bis ich sie abgeholt habe.

Am späten Nachmittag fahre ich in die Thepprasit in der Hoffnung den Österreicher an der Futterstelle anzutreffen. Leider ist das nicht der Fall. Ich bitte einen der Wachleute mir dessen Telefonnummer zu besorgen. Einen Käfig liefere ich in Khun Daengs Haus ab. Malee sehe ich, sie verhält sich wie sonst auch. Silver scheint es weiterhin gut zu gehen, sie freut sich mich zu sehen und legt sich vor mir auf den Rücken, was sie in Mabprachan nie getan hatte. Von den Welpen vermisse ich den schwarz-weißen weiblichen. 

Ich fahre weiter zu Christel. Ranger verhält sich mir gegenüber ausweichend und ich denke mir, dass der Österreicher ihn wahrscheinlich auch nicht zu fassen bekäme. Das war wohl nur an der Futterstelle in Rangers gewohnter Umgebung möglich. Mir kommt die Idee, Ranger mit Hilfe eines anderen Hundes an mich und Christel zu gewöhnen. Die ideale Besetzung wäre Kami. Kami ist ja in einem Haus groß geworden und hält sich bei uns auch am liebsten im Haus auf. Und Christel möchte nach dem Verlust von Liza eigentlich auch lieber einen großen Hund bei sich haben. Nina ist ja noch nicht über den Berg und Christel hat auch Bedenken, ob sie wieder ganz gesund werden wird. Ich schlage also Christel vor, Kami einfach mal vorbeizubringen, um zu schauen, ob sie sich eingewöhnen kann und auch mit Ranger klar kommt. Christel ist bereit es mit Kami zu versuchen. 

Auf dem Rückweg halte ich an der Klinik. Dr. Sam hat die Resultate der Bluttests von Nina und Isi erhalten. Meine Vermutung, dass es Nina besser geht wird durch das Testergebnis bestätigt. Der Wert der weißen Blutkörperchen ist von 3,100 auf 10,700 angestiegen und damit wieder im Normbereich, der zwischen 6,000 und 17,000 Zellen pro Kubikmilimeter liegt. Alle anderen Werte liegen auch im Normalbereich. 

Die Werte für Isi liegen alle im Normbereich. Nun müssen wir warten, was der zytologische Test ergibt. Vom äußeren Bild allerdings muss von einem Mastzellentumor ausgegangen werden. Vorläufig schlägt Dr. Sam eine Medikation mit Doxycycline und Prednisilone für eine Woche vor. Dann müsste das Ergebnis des Tests vorliegen. 

Zurück im Haus lege ich Nina schlafen und gebe Isi die erste Prednisilone Tablette. Kami ist wieder im Haus und wir lassen sie auch heute Nacht drinnen. Morgen Nachmittag werde ich sie dann zu Christel bringen.

Donnerstag, 24. September 2015

Nina hat eine weitere Nacht überstanden. Ich erledige meine morgendlichen Routinearbeiten und Berta sowie Nema erhalten ihre Doxicyclindosis. 

Da eine neue Granulocyte Verordnung, zu erhalten nur im Bangkok Pattaya Hospital, verschreibungspflichtig ist, lade ich zunächst Flake und Selina ins Auto, damit sie ihre Wiederholungsimpfung bekommen. Ich hole mir das Medikament, fahre die Hunde wieder zum Haus und hole Nina ab. 

In der Klinik erhält Nina erneut eine subkutane Infusion mit Kochsalzlösung und Glucose intravenös. Es wird ihr zudem Blut abgenommen. Anschließend erhält sie eine Dosis Granulocyte. Zu Hause lege ich sie wieder in den abgeteilten Teil des Gästezimmers und gebe ihr mit einer Syringe etwas Wasser zu trinken. Dr. Sam hat mir angereichertes Nassfutter mitgegeben. Das versuche ich Nina schmackhaft zu machen, aber sie frisst nicht von selbst. Deswegen flöße ich ihr ein wenig davon mit einer Syringe ein. 

Christel ruft mich an und berichtet mir, dass es Liza schlecht gehe. Ranger hat sich noch nicht von ihr berühren lassen. Ich werde Christel am Wochenende, wenn ich wieder zu den Tempelhunden fahre, besuchen. 

Jos, ein Bekannter, der vor einiger Zeit zwei Welpen von mir adoptiert hatte, schreibt mir, dass er zwei verlassene Welpen aufgefunden habe. Da ich mir nicht noch mehr Probleme aufladen will, erkläre ich ihm sie testen zu lassen, dann zehn Tage in Quarantäne zu nehmen, sie erneut testen zu lassen und dann könne ich sie zu mir nehmen. Das wird auch das Protokoll für kommende Aufnahmen sein, wenn Hunde keine dokumentierte Vergangenheit haben. 

Bei der früh abendlichen Gartenarbeit stelle ich bei Isi eine Verhärtung an ihrer linken Halsseite fest. Normalerweise taste ich die Hunde routinemäßig ab, wenn ich sie streichele. Diese Verhärtung ist mir allerdings durchgerutscht. Da Jori sowieso für morgen zur Impfung vorgesehen ist, nehme ich sie auch gleich in die Klinik mit. Bei Isi wird ein tumorartiges, großflächiges Geschwür festgestellt. Es wird eine Blut- und Zellentnahme vorgenommen. Über eine mögliche Therapie wollen wir morgen sprechen. 

Später am Abend flöße ich Nora nochmal Wasser und etwas Nassfutter ein. Als ich sie wieder an ihren Platz setze nippt sie vorsichtig an der Wasserschale. Vielleicht ist das ein zaghafter Schritt auf dem Wege der Besserung.

Mittwoch, 23. September 2015

Nina hat die Nacht überstanden, ist jedoch sehr schwach. Nach den Routinearbeiten ziehe ich Yota, Yobo, Yana und Kami die Fäden. Bertas Wunde fühlt sich auch gut an, aber bei ihr möchte ich auf Anraten von Dr. Sam noch ein paar Tage warten und die Fäden von ihm ziehen lassen. Wenn sie dann geimpft ist, kann ich sie wieder an die Thepprasit zurückbringen. 

Unterschwellig mache ich mir Sorgen um Rocco, der ja tagelang mit Nina gespielt hatte. Er ist zwar zweimal geimpft worden und sollte immun sein, aber ich bin doch immer froh ihn gesund und bei Kräften zu sehen. 

Ich fahre mit Nina in die Klinik, wo sie der gleichen Prozedur wie gestern unterzogen wird. Leider ist die Anzahl der weißen Blutkörperchen weiter gesunken und liegt nun bei 3,100. Das ist noch nicht lebensbedrohend, ist aber doch alarmierend. Khaya wies bei ihrem letzten Test einen Wert von 700 auf. Wenn der Wert unter 1,000 sinkt, sind die Überlebenschancen äußerst gering. 

Ich fahre Nina nach Hause und rufe Christel an, um mich zu erkundigen wie sich Ranger eingelebt hat. Christel berichtet mir, dass er ihr immer näher kommt und auch schon mal auf der Terrasse liegt, aber berühren konnte sie ihn noch nicht. 

Da ich mir etwas Sorgen um die Verletzungen von Scottie und Shana mache, fahre ich vorzeitig zum Wat. Die beiden humpeln immer noch ein wenig, aber die Entzündungen scheinen sie nicht großartig zu behindern. Ich säubere und fülle die Behälter und dann gehen wir an den Strand. Dabei stelle ich bei Asa ein paar Stellen auf ihrem Rücken fest, die ich nicht genau untersuchen kann, da Asa nie still hält. Die Stellen sehen aber ähnlich aus wie die, die Nema aufwies, als ich sie zu mir nahm. Asa hat allerdings kein Gewicht verloren und verhält sich auch ansonsten normal. Ich werde am Wochenende wieder zum Wat fahren und versuchen mir ein genaueres Bild bei Tageslicht zu machen.

Dienstag, 22. September 2015

Klaus holt mich heute Morgen ab und wir fahren mit Nina in die Klinik. Dr. Sam erklärt mir, dass er Khaya noch um vier Uhr morgens eine Granulocyte Injektion verabreicht hatte, sie dann jedoch um sechs Uhr tot aufgefunden habe. 

Da wir Khaya nicht mehr helfen können, müssen wir nun um Ninas Überleben kämpfen. Sie bekommt eine Infusion mit Kochsalzlösung, erhält eine Vitamininjektion und eine Injektion mit Glucose. Es ist nun klar zu sehen, dass sie infiziert ist. Es wird ihr Blut für einen Test abgenommen. Dr. Sam erklärt mir, dass er Nina möglicherweise nur noch mit sehr teurem Granulocyte helfen könne. Dieses Medikament kann den Verfall der weißen Blutkörperchen stoppen und die Bildung neuer Blutkörperchen unterstützen. 

Da ich nichts unversucht lassen möchte um Nina zu retten, fahre in eine Klinik, die eine Generic Version des Mittels bereithält und kaufe eine Dosis, die für zwei Injektionen reicht. Ich lasse Nina in der Klinik, hole meinen Scooter ab, fahre nach Hause und mit dem Auto wieder in die Klinik. Das Bluttestergebnis liegt inzwischen vor. Der untere Normbereich für weiße Blutkörperchen liegt bei 6,000 Zellen pro Kubikmillimeter Ninas Wert liegt bei 4,500. Wir hoffen, dass die Granulocyte Injektion diesen Wert wieder ansteigen lässt. Mit Nina und Khaya fahre ich zurück nach Hause. Nina ist sehr ruhig und schläft auch gleich in einem Gästezimmerbereich, den ich abgeteilt habe, ein. Mit Khaya fahre ich in ein Waldstück und begrabe sie dort.

Montag, 21. September 2015

Nach Gartenarbeit und Medikamentenvergabe fahre ich zu Stewart, um mit ihm den Vortrag im Expat Club vorzubereiten. Wir werden ein paar Rescue Stories vorstellen und dann Fragen beantworten. 

Mittags fahre ich zu Christel. Mit Liza fahren wir zur Dr. Sam. Liza wird eingehend untersucht und Christel wird mit Medikamenten für sie versorgt. Ein Bluttest soll Aufschluss geben, welcher Befund genau vorliegt. Das Bluttestresultat für Ranger zeigt, dass er leicht anämisch ist, was bei Straßenhunden schon fast der Normalfall ist. Eine Doxicyclinbehandlung soll Abhilfe schaffen. Ranger ist bereits sterilisiert worden.  

Liza und Ranger werden ins Auto gepackt und wir fahren zurück zu Christels Haus. Dort lassen wir Ranger frei und der verdrückt sich erstmal in den wuchernden Garten. Ich bleibe noch eine Stunde und in der Zeit tastet sich Ranger langsam an die Terrasse heran, auf der wir sitzen. Ich denke, es wird nicht lange dauern, bis er sich an die neue Umgebung und die fremden Menschen dort gewöhnt hat.

Auf dem Rückweg halte ich bei den Hunden im Wat. Scotties und Shanas Verletzungen zeigen eine leichte Besserung an. Bei beiden Hunde ist eine Zehe etwas geschwollen. Ich fülle die Behälter auf und wir machen einen nächtlichen Strandgang.

Zurück im Haus stelle ich zu meinem Unbehagen fest, dass Nina dehydriert ist. Ui berichtet, dass sie nicht fressen wollte. Ich rufe die Klinik an und Dr. One empfiehlt eine 100 ml Infusion zu geben. Die behagt Nina aber garnicht, sodass ich die Behandlung nach kurzer Zeit abbrechen muss. Um zu sehen, ob sie Durchfall hat, lasse ich sie über Nacht in einer Box. Ich werde sie morgen früh, wenn ich mit Klaus in die Stadt fahre, um endlich meinen Scooter zu holen, in die Klinik bringen. Ich kann nur beten, dass Nina nicht auch infiziert ist.

Sonntag, 20. September 2015

Am frühen Vormittag fahre ich mit Rocco und Nema in die Klinik. Rocco erhält die zweite Impfung, wird erneut und erfreulicherweise negativ auf Parvo getestet, und Nema wird Blut abgenommen. Khaya muss weiterhin in Quarantäne gehalten werden. Sie bekommt Infusionen. Ein Labortest soll morgen Aufschluss bringen, wie weit ihre Blutwerte runter sind. 

Ich fahre Nema und Rocco zurück und dann zum Makro. Auf dem Wege dorthin halte ich an der Thepprasit Road, um zu erfahren, ob die Wachleute den braunen Rüden einfangen können, den Christel neben Nina ebenfalls adoptieren möchte. Zu meiner Enttäuschung meinen beide, dass sie den Hund nicht zu fassen bekommen. Er ist auch der Einzige der fünf Welpen, der mir nie zu nahe kam. Ich gehe rüber zum Futterplatz der Welpen und sehe dort den Österreicher, der da schon zwei Hunde aufgenommen hat und regelmäßig mit ihnen zu der Futterstelle der Hunde kommt, um ihnen Trockenfutter zu geben. Ich frage ihn, ob er vielleicht den Rüden, Christel will ihn Ranger nennen, fangen kann. 

Tatsächlich kann er Ranger packen, ich trage ihn zu mir ins Auto und wir fahren in die Klinik. Dort wird er untersucht, getestet und ist für den morgigen Tag zur Kastration vorgesehen. Ich informiere Christel, dass Ranger in der Klinik ist und sie bittet mich ihr morgen zu helfen ihre 13 Jahre alte Hündin Liza, die anscheinend an einer Bauchhöhleninfektion leidet, in die Klinik zu bringen. 

Zurück im Haus schaue ich zunächst nach Berta und dann nach Nina. Berta hat sich einigermaßen eingelebt. Sie ist ja die Ruhe selbst und geht ihres Weges. Nina verhält sich weiterhin normal. In der Nacht bleiben alle Hunde im Freien.

Samstag, 19. September 2015

Da mein Auto immer noch in der Waschanlage steht, muss ich früh runter in die Stadt. Klaus ist wieder so freundlich mich runterzufahren. Bis auf die Teppiche, die noch in der Sonne trocknen müssen, ist der Wagen gereinigt. Da ich kein Risiko eingehen will, lasse ich den Wagen in einer nahe gelegenen Werkstatt durchchecken. Das dauert wieder einige Stunden und deswegen lasse ich mich mit einem Motorradtaxi nach Hause fahren. 

Am frühen Nachmittag sind check-up und Reparaturen durchgeführt und ich fahre mit dem Scooter wieder runter in die Stadt. Mit dem Auto fahre ich zurück nach Mabprachan und lade Lek, Nina und Khaya ein. Ich habe mich entschlossen Lek zurückzubringen, da unser Therapieversuch erstmal abgeschlossen ist. Nina will ich zu ihrer neuen Adoptivmutter bringen und Khaya soll in der Klinik untersucht werden. 

Ich nehme nur Khaya aus der Box und stelle sie Dr. Sam vor. Sie hat kein Fieber aber Dr. Sam testet sie dennoch auf Parvo. Leider ist das Ergebnis positiv. Darauf hin hole ich auch Nina in die Klinik und auch sie wird wieder getestet. Das Ergebnis ist negativ. Ich muss dazu erklären, dass bei der Erstuntersuchung ein Test nur bei Nina durchgeführt wurde, da sie etwas lethargisch erschien und Khaya sehr lebendig war. 

Der Parvo Virus ist hochansteckend. Khaya war ja die ganze Zeit mit Nina, Nema  und Leila zusammen in meinem Büro und nur zeitweise draußen. Rocco kam auch ab und an zu mir. Er ist genau wie Nina und Khaya erst einmal geimpft. Seine zweite Impfung steht morgen an; Ninas zweite Impfung erst am 1. Oktober. Nema hat vollen Impfschutz, ist aber durch ihre Nierenprobleme gefährdet. Leila ist geimpft. Ich rufe Christel, die Adoptivmutter von Nina, an und erkläre ihr die Situation Sie möchte Nina erst nach dem erneuten Test aufnehmen, sollte er negativ sein. 

Ich lasse Khaya und Nina in der Klinik und fahre Lek an seinen Platz zurück. Dort treffe einen Mann, den ich zuvor schon in dem Straßenrestaurant gesehen hatte. Er nimmt Lek in Empfang. Dann fahre ich weiter zum Wat. Dort empfängt mich Scottie humpelnd. Ich schaue mir seine Vorderpfote an. Es scheint eine Bisswunde zu sein, der Knochen scheint mir unverletzt. Solche Verletzungen passieren und heilen in der Regel von selbst. Ich hoffe, dass das auch bei Scottie der Fall sein wird. Da ich wieder schnell zur Klinik zurück will, fällt heute der Strandgang aus. 

In der Klinik hole ich Yana, Berta und Nina aus ihren Käfigen und verfrachte sie ins Auto. Zuvor wird Berta noch geimpft. Von der Klinik bekomme ich eine Box gestellt, da ich meine Box, in der ich Nina und Khaya hatte, vor einer intensiven Reinigung nicht mehr benutzen kann. Khaya bleibt in der Klinik und wird isoliert. Es wird sich in wenigen Tagen erweisen, ob sie überleben kann. Schon während der Fahrt zum Wat habe ich Ui gebeten, die Räume, in denen sich Khaya aufgehalten hat, gründlich zu reinigen. 

Zurück im Haus entlasse ich Yana, Nina und Berta in den Hof. Nema ist schon draußen, genauso wie Rocco. Er, wie auch Nina und Nema kommen erstmal nicht mehr ins Haus. Berta hat sich ein Plätzchen am Geisterhäuschen gesucht. Um sie mache ich mir weniger Sorgen; sie hat ja einen sehr erdhaften Charakter. Luna und Lennard werden sie wohl erstmal ankläffen, aber ich hoffe, das wird sich dann morgen im Laufe des Tages geben. 

Jetzt hilft nur beten, dass mich nicht ein weiterer Parvofall konfrontiert. Immerhin haben wir ja schon einmal eine solche Virusattacke überstanden; es heißt also Daumen drücken.

Freitag, 18. September 2015

Nach Erledigung der Gartenarbeiten und der Medikamentenvergabe setze ich mich auf den Scooter und fahre zum Auto in der Hoffnung in der Nähe eine Werkstatt zu finden, die mir den Wagen wieder in Gang bringt. Glücklicherweise werde ich schnell fündig und der Autotechniker, der mir geschickt wird macht einen kompetenten Eindruck. Er arbeitet schweigend und weiß offensichtlich genau was zu tun ist. Nachdem der Mann die Zündkerzen gereinigt und eine Platine in einem Schaltkasten unter dem Armaturenbrett ersetzt hat, kann er den Wagen starten. Meine Gebete wurden erhört. 

Ich fahre zur Big C Autowaschanlage und bitte den Wagen komplett zu säubern. Dazu gehört, dass die Sitze und die Teppiche entfernt und separat gesäubert werden und der Motor gewaschen wird. Da die Prozedur bis zum frühen Abend andauert, bitte ich Klaus mich wieder nach Hause zu fahren. Die Rücklichter sind noch voller Wasser und der Techniker hatte mich gewarnt, die Elektrik erst dann zu benutzen, wenn alles Wasser aus den Lichtschächten entfernt ist. Ich werde also morgen Vormittag zu Nissan fahren müssen und einen kompletten check-up durchführen lassen. Eigentlich wollte ich ja Berta und Yana heute noch aus der Klinik holen. Das muss ich dann auf morgen verschieben. 

Zurück im Haus hat Ui schon die Hunde versorgt. Die Operationswunden von Kami, Yota und Yobo verheilen gut. Lek hat Kontakt zu Amy gefunden und jagt mit ihr durch den Garten. Jetzt haben sich aber Kami und Bieow gelegentlich in der Wolle. Nina und Khaya liegen wieder mit Nema im Bürozimmer.

Donnerstag, 17. September 2015

Da mir das Auto fehlt, bin ich in meiner Bewegungsfreiheit stark gehandicapt. Zudem regnet es den ganzen Tag Strich. Dr. Sam hat versucht den Wagen zu starten, war aber erfolglos. Die Werkstatt neben der Klinik, vor der der Wagen steht, bietet einen solchen Service nicht an. Der Wagen steht nun auf dem Bürgersteig neben der Werkstatt. 

Ich muss also jemand finden, der mit etwas Ahnung den Wagen vielleicht ans Laufen bekommt. Klaus kommt vorbei und wir fahren zu einer Werkstatt an der Sukhumvit, die ich schon einmal wegen eines Kühlerproblems aufgesucht hatte. Der Frickler erklärt sich bereit, sich den Schaden anzuschauen. Während wir zum Wagen unterwegs sind, fängt es wieder stark an zu schütten. Das ist für eine Diagnose des Schadens nicht eben hilfreich. Der Frickler kann den Wagen auch nicht starten. Er will den Wagen abschleppen lassen und dann in seiner Werkstatt "auseinander nehmen". Das klingt nach einer hohen Rechnung ohne Garantie, dass der Wagen dann auch fahrbereit ist. 

Wir bringen deswegen den Frickler erstmal wieder zurück und da es sich weiter zuzieht, blasen wir alle weiteren Aktivitäten ab und fahren wieder zu mir nach Hause. Nachdem wir von der Autobahn runter sind, sehen wir schon wieder Fluten uns entgegenströmen. Die Bäche an den Straßenseiten sind übervoll und so ergießt sich das Wasser auf die Straßen. Die Fahrt durch das knietiefe Wasser geht kilometerweit, aber schließlich bringt mich Klaus doch trockenen Fußes wieder zurück. 

Ich erkundige mich bei Nissan, ob sie mir helfen können. Die Antwort ist negativ. An eine Fahrt mit dem Scooter in die Stadt ist heute nicht mehr zu denken und so hoffe ich, dass ich morgen mal eine halbwegs trockene Stunde erwische, um eine Werkstatt in der Nähe des Autos aufzutreiben. Eile ist geboten, sonst verrottet mir die Kiste noch unter den Händen und ohne Auto bin ich absolut hilflos.

Die Hunde sind trocken geblieben und den beiden Welpen im Haus geht es auch recht gut, wenn man mal von einer leichten Diarrhö absieht. Nema scheint sich weiter gut zu erholen. Dummerweise kann ich nun Yana und Berta nicht aus der Klinik holen. Ich hoffe Dr. Sam findet irgendwann Zeit sie mir zu bringen.

Mittwoch, 16. September 2015

Während ich im Garten arbeite ruft mich Christine an. Sie hat zwei Welpen wiedergefunden, der dritte ließ sich nicht blicken. Während ich Lek auflade, ruft mich Christel an. Sie hat sich entschlossen den Rüden von der Thepprasit Road aufzunehmen und auch einen der drei Welpen. 

In der Klinik erwartet mich Christine mit den beiden Welpen. Da Dr. Sam gerade am operieren ist, stecke ich Lek in einen der Käfige und die beiden Welpen in einen anderen. Dann fahre ich in die Thepprasit Road. Ich schaue zuerst nach den Welpen, die mich alle fünfe begrüßen. Mittlerweile kann ich vier von ihnen anfassen, nur der braune Rüde bleibt noch etwas auf Abstand, ist aber sehr freundlich. Dann gehe ich rüber zu der Frau, die Jack versorgt. Sie hatte mich beim vorigen Besuch auf ein Augenproblem von Jack aufmerksam gemacht. Ich bringe ihr nun Augentropfen vorbei. 

Danach fahre ich zu dem Platz auf dem Malee, Silver und die anderen Hunde liegen. Ich treffe dort Khun Daeng. Leider kann sie Malee nicht greifen. Malee weiß schon genau, dass wenn ich auftauche, sie vorsichtig sein muss. Khun Daeng und ich verabreden, es am kommenden Mittwoch erneut anzugehen. Dann wird sie versuchen Malee in ihr Haus zu locken, bevor ich dort auftauche. Allerdings sieht es wohl so aus, dass ich Malee dann bei mir halten muss, da sie ein zweites Mal auf den hoffentlich erfolgreichen Trick nicht noch einmal hereinfallen wird. Bis zur nächsten Woche muss ich mir eine Regelung einfallen lassen wie ich Malee separieren kann, ohne den Freilauf der anderen Hunde zu begrenzen.

Am Spätnachmittag fahre ich erneut in die Klinik, um die Welpen und Yana abzuholen. Da ich nur zwei Käfige laden kann, will ich Lek und Berta noch bis morgen in der Klinik lassen. Unterwegs fängt es stark an zu regnen und der Regen wird zum Sturzbach als ich in der Klink ankomme. Yana und Berta sind bereits sterilisiert worden und liegen wach in ihren Käfigen. Ich hole Lek aus seinem Käfig und Dr. Sam punktiert die Schwellung auf dessen Nase. Zu unser beider Überraschung enthält die Schwellung nur Luft, die durch die Punktierung entweicht.

Während Leks Untersuchung kommt Em, eine von Dr. Sams Helferinnen, ins Behandlungszimmer und rät mir mein Auto in Sicherheit zu bringen, da die Sukhumvit schon unter Wasser steht. Ich schaffe es gerade noch den Wagen auf den Bürgersteig zu setzen und dann entwickelt sich die Straße zum reißenden Fluss. Innerhalb von wenige Minuten steigt der Pegel bis auf einen Meter an, sodass die Autos, die noch auf der Sukhumvit unterwegs sind, bis zu den Fenstern im Wasser versinken. Etliche Fahrzeuge bleiben liegen werden von ihren Insassen aufgegeben. Meinem Auto reicht das Wasser "nur" bis zur Tankklappe. Das reicht aber es voll laufen zu lassen. 

Nachdem der Regen gegen 23 Uhr nachlässt, schöpfe ich das Wasser aus dem Auto. Startversuche scheitern. Kurz vor Mitternacht ist das Wasser dann soweit zurückgegangen, dass mich Dr. Sam und Dr. One zusammen mit Lek und den beiden Welpen nach Hause bringen kann. Glücklicherweise steht mein Wagen direkt vor einer Werkstatt und so hoffe ich, dass ihn die Techniker dort morgen wieder flott kriegen. 

Die Hunde im Haus haben das Unwetter heil überstanden. Lek legt sich wieder auf die Terrasse und bekommt von mir noch seine Medikamente. Die beiden Welpen nehme ich zu mir ins Bürozimmer, wo sie, während ich dies schreibe, dann auch allmählich müde werden und unter meinem Bürostuhl einschlafen.

Dienstag, 15. September 2015

Nachdem ich den Vormittag damit verbracht habe mit der Bürokratie zu kämpfen, fahre ich mittags zum Sunshine Resort an der Naklua Road, um nochmal nach der Hündin mit den drei Welpen zu fahnden. An der Rezeption sagt man mir, dass sich die Hunde nicht mehr im Hotelbereich aufhalten und so gehe ich rüber zum Green Park Resort, da Samira und Ramona die Hunde da ebenfalls gesehen hatten. Dort erklärt man mir, dass die Hunde weggeschafft wurden. Wohin konnte oder wollte mir niemand sagen. 

Am frühen Nachmittag fahre ich Amy und Yana in die Klinik. Amy ist mit der zweiten Impfung dran und Yana mit Sterilisation. Ich lasse Amy in der Klinik und fahre zur Thepprasit Road, um Berta einzufangen. Überraschenderweise lässt sie sich willig von mir aufnehmen und in den Käfig schieben. In der Klinik erklärt mir Dr. Sam, dass Bertas Sterilisation ein gewisses Risiko in sich berge, da sie ziemlich fett und schon recht betagt sei. Da das Risiko auf einer Skala von 1 bis 5 bei 3 angesiedelt ist, also im tolerierbaren Bereich liegt, nehme ich die Verantwortung, falls etwas schief gehen sollte, auf mich. 

Zurück mit Amy zu Hause erhalte ich über K9Aid eine Adoptionsanfrage von Christel aus Bang Saray für einen jungen, braunen Rüden. Dafür kommen zwei in Frage: Yobo, der bei mir ist und einer der Welpen von der Thepprasit Road. Ich schicke Christel Fotos von den beiden Hunden. 

Kurze Zeit später informiert mich Karin, dass Christine drei ausgesetzte Welpen hat, von denen sie nicht weiß, wo sie sie lassen kann. Ich erkläre mich bereit, die Welpen aufzunehmen. Wir verabreden uns morgen Vormittag bei Dr. Sam zu treffen, damit dort die notwendigen Untersuchungen vorgenommen, die Welpen auf Parvo und Staupe getestet und geimpft werden können. Christine schickt mir ein Foto von den dreien, das ich an Christel weiterleite, da die Welpen alle eine braune Fellfarbe aufweisen.

Bei der abendlichen Medikamentenvergabe an Lek stelle ich fest, dass die Beule auf seinem Nasenrücken wieder angeschwollen ist. Ich rufe Dr. Sam an und er möchte, dass ich Lek morgen früh zu ihm bringe. Nema geht es weiterhin recht gut. Sie bekommt die vorerst letzte Infusion vor der nächsten Blutabnahme.

Montag, 14. September 2015

Karin schlägt vor Malee am Mittwoch zu ihr zu bringen, damit Dr. Praew die erste Chemo geben kann. Ich fahre zu Khun Daeng und erkläre ihr die Situation. Sie wird am Mittwoch Mittag zur Stelle sein um Malee einzufangen. Nach Beendigung der Behandlung bringe ich Malee wieder zurück. Diese Prozedur werden wir dann im wöchentlichen Rhytmus wiederholen. 

Mit Dr. Sam vereinbare ich die dicke Hündin, die ich immer Dickmops gerufen habe aber nun Berta nenne, am Dienstagabend in die Klinik zu bringen. Der zweite Hund wird dann Yana sein. 

Anschließend fahre ich zum Tuk.com Parkhaus. Ich möchte die Katze sterilisieren lassen, die zusammen mit Flake vor dem Shophaus gelegen hat. Leider ist die aber schon trächtig. Ich bin frustriert und ärgere mich über mich selbst, dass ich die Katze nicht schon früher geholt habe. Im Parkhaus sehe ich die beiden noch nicht sterilisierten Hündinnen, Farah und Fanta, die ja beide sterilisiert sind. Unten auf dem Parkplatz entdecke ich nach langer Zeit auch mal wieder Asuka und Arika; auch Figo sehe ich. Die drei sind ja ebenfalls schon sterilisiert. Ich muss unbedingt mal die Frau, die die Hunde füttert, abfangen. Vielleicht kann Sek die beiden Hündinnen beim Füttern blowdarten. 

Beim Best empfangen mich Rudi und Bo. Bo ist der Hund von den Supermarkt-Besitzern. Bo ist immer ganz aufgedreht wenn er mich sieht und ist eifersüchtig wenn ich mich auch mal Boss zuwende, der stets etwas zurückhaltender ist. Boss bekommt von mir 16 mg Ivermectin, damit sein Zustand stabil bleibt. 

Da ich für die Präsentation im Expat Club noch aktuelle Bilder von Boss und Nora brauche, fahre ich noch an den Amari Strand und dann in den Slum. Am Strand sehe ich außer Boss noch Alana und auch Hoht, den ich zusamen mit Alana aus Plutaluang herausgeholt hatte. Hoht ist mittlerweile ganz zutraulich zu mir. Im Slum füttert Em gerade die Hunde. Es sind nun fünf an der Zahl. Ein junger Rüde ist hinzu gekommen. 

Auf dem Weg zurück zum Haus fahre ich noch in Tongklom vorbei, liefere die 500 Baht ab und gebe dem Rüden, er wird Gatie gerufen, Ivermectin. Im Haus verabreiche ich Lek seine abendliche Dosis und anschließend erhält Nema eine weitere Infusion.

Sonntag, 13. September 2015

Heute Vormittag mache ich mich daran die restlichen neun Hunde, der dreißig, die ich zur Zeit bei mir habe, nach Zecken abzusuchen. Die vermeintlich eher schwierigen Fälle hebe ich mir zum Schluss auf. Es sind die drei großen Hunde Lady, Jori und Lek. Allerdings stellt sich heraus, dass ich mit ihnen gar kein Problem habe, außer die bis zu dreißig Kilo schweren Tiere auf dem Schoß zu halten. Für Jori und Lek ist die Prozedur ja ganz neu, aber auch sie machen mir die etwas heikle Arbeit leicht. Der schwierigste Fall ist Aya, die zwar leicht ist, aber das Zeckenziehen überhaupt nicht mag und sich ständig meinem Griff entwinden will. 

Am Nachmittag fahre ich zum Wat. Auf dem Wege halte ich in Tongklom, um nach den Hunden dort zu sehen und der Frau, die für sie sorgt, die monatlichen 500 Baht zu geben. Allerdings sehe ich weder eine Menschen- noch eine Hundeseele. 

Im Wat schaue ich nach Kimchi während ich nach den Hunden sehe, kann ihn aber nicht entdecken. Er wird wohl das Weite gesucht haben. Einen weiteren Integrationsversuche kann ich mir glaube ich sparen. Satya und Panya waren die letzten, die ich dort ansiedeln konnte. Alana verschwand ebenfalls und Dang wurde vergiftet.

Auf dem Rückweg halte ich an der Thepprasit Road, um Fotos von Jack und Silver zu machen. Ich treffe dort auf Khun Daeng, die ganz in der Nähe von Silvers und Malees Platz wohnt. Khun Daeng sieht mich Silver streicheln und berichtet mir, dass sie sehr froh war sie wiederzusehen, da sie annahm, dass sie tot sei. Ich frage Khun Daeng ob sie Malee einfangen könne und sie bejaht das. Wir verabreden uns für morgen Mittag zu treffen, damit ich Malee abholen kann.

Zurück im Haus verteile ich die Medikamente an Yobo, Yota, Kami, Lek und Nema. Nema erhält eine erneute Infusion.

Samstag, 12. September 2015

Heute Morgen sehe ich durch das Fenster Skinny mit Amy spielen. Ui sagt, dass sie nun morgens immer herauskomme. Sobald ich aber vor die Tür trete, ist Skinny verschwunden. 

Nema hat in der Nacht das Bürozimmer mit Leila geteilt. Zur morgendlichen Gartenarbeit nehme ich sie mit nach draußen. Die Hunde akzeptieren sie recht gut, aber sie ist immer noch ein wenig ängstlich, wenn sie mich nicht sieht. Isi hat sich nun besser eingefügt und verlangt keine Sonderbehandlung mehr. 

Lek taut mehr und mehr mir gegenüber auf. Heute Morgen springt er an mir hoch und beißt mir zärtlich in die Hand. Wenn ich morgens rausgehe, kommen alle Hunde zu mir und ich begrüße jeden einzelnen von ihnen, indem ich sie tätschele und beim Namen nenne. Das hat sich Lek einige Male angeschaut und ist nun bei der morgendlichen Begrüßungsrunde auch dabei. Er lässt sich von mir auch willig die Tabletten in den Hals schieben. 

Während ich im Haus bin, bleibt Nema noch ein Weilchen auf der kleinen Terrasse sitzen. Sie kommt aber wieder ins Haus als ich die Tür öffne. 

Mittags kommt eine vielköpfige Thaifamilie mit Farang Anhang mit der Absicht einen Hund zu adoptieren. Es stellt sich heraus, dass es ein Pudel sein soll. Den haben wir nicht im Sortiment. 

Am Nachmittag fahre ich zu Wan Song und bringe ihr zwei Sack Trockenfutter für die Naklua Hunde. Ich fahre weiter zur Thepprasit Road und verteile Ivermectin an Silver, ihren Bruder und an die Welpen an der Pattaya Mail. Die beiden weiblichen Welpen sind jetzt auch bald soweit, dass sie sterilisiert werden können. Anschließend fahre ich zum Makro und kaufe Leber, eingefrorenes Hundefutter und Rippchen, damit die Hunde was zu kauen haben. Wahrscheinlich gibt es Hauereien, selbst wenn jeder Hund eines bekommt, aber versuchen muss ich es mal damit. 

Weiter geht es zur Klinik um Yota und Yobo abzuholen. Dr. Sam berichtet, dass Yota flüssigen Durchfall hat. Das kann verschiedene Ursachen haben. Naturgemäß sind Yota und Yobo in der fremden Umgebung verängstigt und die Operation trägt auch nicht zu ihrer Beruhigung bei. Zur Sicherheit testen wir Yota aber auf Parvo. Ich gehe davon aus, das der Test negativ ausfällt und so ist es auch. Dr. Sam gibt mir für Yota ein Medikament gegen Durchfall mit, das ich ihr zwei Tage lang verabreichen soll. Für Lek, dessen Schwellung im Kopfbereich anhält bekomme ich ein Flüssigkeit entziehendes Mittel mit, dass ich ebenfalls für zwei Tage anwenden soll. 

Zurück im Haus entlasse ich Yota und Yobo und die sind heilfroh wieder in ihrer gewohnten Umgebung zu sein. Am frühen Abend verteile ich die Medikamente an Yota, Kami, Nema und Lek und anschließend erhält Nema ihre Infusion. Die Verabreichung von 600 ml Kochsalzlösung wird von ihr gut vertragen. Nema wird noch drei weitere Infusionen erhalten und am Mittwoch werde ich sie dann wieder in die Klinik zu bringen, damit ihr Blut erneut getestet wird.

Freitag, 11. September 2015

Nema hat die Nacht bei mir im Schlafzimmer verbracht. Schon gestern Abend zeigte sie guten Appetit und sie trank auch viel. Heute Morgen bekommt sie Reis und Leber. Zuvor schon hat sie sich an Leilas Futternapf bedient und mir eine Scheibe Brot vom Teller gestohlen. Sie hat immer noch eine kleine Schwellung von der gestrigen Infusion, aber die ist unbedenklich. Nema hat dafür, dass sie eigentlich schwer krank ist, noch erstaunlich viel Energie. Sie giftet Isi an, die von Ui ins Haus gelassen wurde und kann auch kraftvoll bellen. An Leila muss sie sich erst noch gewöhnen, aber das wird schon. Ich habe die beiden schon soweit zusammengeführt, dass ich sie gleichzeitig streicheln kann. Kami hat offensichtlich einen Mordsrespekt vor Leila. Sie macht immer einen großen Bogen um sie.

Nach der Gartenarbeit mache ich mich daran Zecken zu entfernen. Ich nehme mir einen Hund nach dem anderen ins Haus und auf den Schoss und pule ihnen die Viecher aus Pfoten und Ohren. Ich habe Geduld bis zum einundzwanzigsten Hund, die restlichen spare ich mir für morgen auf. Manche Hunde haben mehr Zecken, manche weniger. Die mit höherem Befall behandele ich mit Fibromil, einem Mittel gegen Zecken und Flöhe. Flöhe allerdings hat keiner der Hunde. 

Am Nachmittag fahre ich Yobo und Yota zum Sterilisieren in die Klinik. Pong ist übrigens schon seit einigen Tagen wieder an ihrem alten Platz und wird von den Leuten dort versorgt. 

Auf der Rückfahrt halte ich am Best Supermarkt, um nach Rudi zu schauen. Zu meiner Freude ist sein Zustand stabil. Wir freuen uns beide uns wiederzusehen und ich streichle Rudi ausgiebig. Danach gehe ich runter an den Amari Strand. Dort sehe ich zuerst Alana. Sie ist immer hin und hergerissen wenn sie mich sieht. Einerseits freut sie sich, andererseits befürchtet sie wieder von mir entführt zu werden. Immerhin kann ich sie kurz streicheln, bevor sie wieder Reißaus nimmt. 

Auf der Promenade sehe ich Boss liegen. Ich habe ihn ja schon einige Wochen nicht mehr besucht und so ist die Wiedersehensfreude groß. Ich wusste, dass es ihm und Alana gut geht, denn die Frau, die die beiden versorgt, hatte mich angerufen und nach einem Hund gefragt, der von einem der Strandleute betreut wurde. Wegen Bauarbeiten am Strand war der Hund und auch der Mann verschwunden. 

Am frühen Abend versorge ich Lek, Kami und Nema mit ihren Medikamenten. Leks Zustand ist unverändert. Wenn er schläft, schnarcht er kräftig. Wenigstens haben sich die Hunde an seine Schnarcherei gewöhnt und in der Nacht war es vergleichsweise ruhig. Nach der Medikamentenvergabe erhält Nema die erste Infusion mit Kochsalzlösung von mir. Nema verhält sich sehr kooperativ und macht mir die Sache leicht. Ihrem Verhalten nach zu urteilen ist sie auf dem Weg der Besserung, sie frisst ordentlich, trinkt viel und macht regelmäßig ihre Geschäfte. Ich hoffe, ich täusche mich nicht.

Donnerstag, 10. September 2015

Die vergangene Nacht war anstrengend. Immer wieder fing Yobo an zu bellen, obwohl Lek auf der Terrasse eingesperrt war. Yobo stört wohl Leks lautes Schnarchen. Sobald er mit der Bellerei beginnt, stimmen einige andere mit ein. Ich muss öfters raus, um sie zu beruhigen. Irgendwann nach Mitternacht habe ich die Faxen dicke und die Hunde erhalten einen kräftigen Einlauf. Danach ist Ruhe im Karton und ich kann noch ein paar Stunden schlafen.

Da ich heute Morgen ohne Ui auskommen muss, gehen die ersten Stunden des Vormittags mit den morgendlichen Arbeiten und der Beaufsichtigung der Hunde drauf. Es kommt immer wieder zu Kabbeleien und nun stürzt sich Lek auch gelegentlich auf ein paar seiner Plagegeister. Isi spielt mittlerweile ebenfalls verrückt. Sie nimmt wohl an, dass ihr eine Sonderstellung gebührt und knurrt alle Hunde an, die mir zu nahe kommen. Die Integration von Lek und Isi ist also nicht ganz problemlos, aber ich bin zuversichtlich, dass ich die Dinge in den Griff bekomme. 

Überraschenderweise hat sich Rocco ganz prächtig gehalten und die Nacht in Uis Zimmer verbracht. Auch morgens läuft er zwischen den anderen Hunden umher und scheint Ui nicht so zu vermissen wie es Coco immer getan hat.

Am frühen Nachmittag habe ich ein Meeting mit Stewart, um unsere Präsentation für den Expat Club vorzubereiten. Anschließend fahre ich in die Klinik um Kami und Nema abzuholen. Kami ist ok aber zu Nema hat Dr. Sam eine schlechte Nachricht. Sie hat ganz schlechte Blutwerte und ihre Nieren arbeiten nur noch unzureichend. Nemas Prognose ist ungünstig. Sie hat gestern schon eine subkutane Infusion mit Kochsalzlösung erhalten und erhält eine weitere während ich dabei bin. Die Infusionen müssen erstmal für weitere fünf Tage gelegt werden. Dazu erhält Nema morgens und abends jeweils 50 mg Doxicyclin. 

Ich bezahle die Rechnung und fahre mit den Hunden nach Hause. Erfreulicherweise frisst und trinkt Nema nach kurzer Eingewöhnung reichlich und macht auch sonst einen recht positiven Eindruck. Das macht mir Mut für die kommenden Tage. Kami lasse ich ebenfalls im Haus, da es regnet. Rocco liegt bei Ui im Zimmer. Lek habe ich wieder auf die Terrasse verlegt, wo er unbehelligt schlafen kann. Die Therapie hat bei ihm noch nicht angeschlagen und er hat weiterhin Atemprobleme.

Mittwoch, 9. September 2015

Kami war über Nacht im Haus, damit sie weder Futter noch Wasser zu sich nimmt. Nach Erledigung meiner morgendlichen Arbeiten fahre ich sie in die Klinik. 

Von dort aus fahre ich zum Wat, um nach Kimchi und Nema zu schauen. Futter und Wasser sind noch reichlich vorhanden und so mache ich mit den Hunden unseren Strandgang. Eine Fischersfrau holt winzige Welpen unter einem Boot hervor. Ich dachte eigentlich, dass alle Hündinnen nun sterilisiert seien. Die Fischersfrau macht den ungeschickten Versuch mir die Welpen zu geben, da sie weiß, dass ich mich um Hunde kümmere. Ich bedeute ihr, dass die Welpen zur Mutter gehören und bringe ihr einen Beutel Trockenfutter. 

Nema hatte ich vor dem Strandgang schon in den Käfig gesteckt, damit sie mir nicht wieder entkommt. Ich fahre zurück zur Klinik und sie wird untersucht. Nema hat Fieber, ist dehydriert und da Dr. Sam ein Nierenproblem vermutet, wird ihr Blut abgenommen. Sie bleibt bis morgen in der Klinik. Der Bluttest wird Aufschluss geben, wie sie behandelt werden muss. 

Da mittlerweile der zytologische Test für Lek vorliegt, fahre ich ihn zur erneuten Untersuchung holen. Das Testergebnis hat ergeben, dass eine bakterielle Entzündung vorliegt. Tumorzellen sind nicht auffindbar. Ein Tumor kann jedoch nicht absolut ausgeschlossen werden. Dr. Sam schlägt eine Behandlung mit Amoksiklav und Itraconazole vor, da eine Pilzinfektion nicht ausgeschlossen werden kann. Da die Vergabe der Medikamente morgens und abends erfolgen muss, nehme ich Lek mit zu mir. 

Kami hat die Operation gut überstanden, hat jedoch keine rechte Lust weiter in der Klinik zu bleiben. Da ich aber nur einen Käfig dabei habe, vereinbare ich mit Dr. Sam sie noch heute zu holen wenn sie schwierig werden sollte. 

Zu Hause angekommen, lasse ich Lek sofort aus dem Käfig und da er ein großer Hund ist, schert er sich auch kaum um die ihn Umstehenden. Lek läuft durch Hof und Garten und wie es auch bei Kimba war, fangen nun Maisha, Yobo und noch ein paar der Kleinen an ihn anzubellen. Irgendwann ist es dann Lek zuviel und er jagt hinter einem der Kleinen her. Das ist nun das Signal für die anderen Solidartät zu zeigen und die ganze Meute bellt Lek an. Die Situation ist also wieder da. 

Irritierend für die Hunde ist wohl auch die Tatsache, dass Lek nicht richtig atmen kann und dadurch schnarchähnliche Laute von sich gibt. Irgendwann bin ich es satt und sperre Lek auf die Terrasse und verschließe sie. Erst spät in der Nacht sind die Hunde dann endlich ruhig. 

Während ich dies hier schreibe, liegen Isi, Selina, Rocco und Leila bei mir am Schreibtisch. Ui ist am Nachmittag zu ihrer Familie nach Lopburi gefahren und kommt erst morgen zurück. Ich hatte schon befürchtet, dass Rocco die ganze Nacht weinen würde, aber er hält sich tapfer. Isi ist superlieb und hat sich tagsüber auch recht gut in die Meute eingefügt. Ich hoffe, das bleibt auch so. 

Lennard und Luna verhalten sich nun, da ich sie schon ausquartieren wollte, wie ausgewechselt. Dass sie meine schwarzen Schwingungen empfangen haben, ist offensichtlich. Das sowas nicht nur mir passiert hat mir Roland bestätigt. Darya hatte sich drei Tage lang verkrochen und er überlegte schon ernsthaft sie zurückzugeben. Von der Minute an, kam sie hervor und schloss sich den anderen vier Hunden an. Ich nehme an, Hunde sind in gewisser Weise feinfühliger als wir Menschen.

Dienstag, 8. September 2015

Nicky hatte mich gebeten mich um einen Hund zu kümmern, der aus der Nachbarschaft kommend, in dem Hotel, in dem Nicky arbeitet, zum Problem geworden ist. Nicky berichtet mir, dass der Besitzer des Hundes mit Kimchi nicht fertig werde und ihn deswegen häufig schlage. Kimchi sei deshalb vor dem Hotel erschienen und dort auch gefüttert worden. Allerdings sei er, obwohl eigentlich recht freundlich, nicht immer berechenbar und habe schon einmal nach einem Kind geschnappt. Kimchi könne deshalb am Hotel nicht mehr geduldet werden und sein Besitzer will ihn auch los werden. 

Da ich das fragile Zusammenleben der Hunde im Haus mit einem potenziell problematischen Neuzugang nicht gefährden möchte, kann ich Nicky nur anbieten Kimchi mit zum Wat Amparahm zu nehmen. Dort hat er die Möglichkeit sich entweder dem Vorhallenrudel oder der Bootgruppe anzuschließen. Sollte das nicht klappen, kann er noch versuchen einen Platz inmitten der anderen Tempelhunde zu finden. Oder er sucht sich einen ganz anderen Platz. Alle diese Alternativen sind sicher besser als angekettet und geschlagen zu werden. 

Des weiteren hat mich David, dessen Hund während seiner Abwesenheit verschwunden ist, gebeten mit ihm nach Plutaluang zu fahren, um zu schauen ob der Hund dort abgeliefert wurde. Ich fahre zunächst zum Hotel und danach zu Kimchis Besitzer. Dort stecken wir Kimchi in die Box und anschließend hole ich David ab. 

Da die Herausnahme eines Hundes aus Plutaluang ohne die Erlaubnis des Veterinary Department nicht möglich ist, fahre ich mit David zum Vet Container der Stadt, wo mir die Telefonnummer von einem Dr. Kong gegeben wird. Ihn solle ich anrufen, wenn ich in Plutaluang bin. 

Auf dem Wege dorthin fahren wir zu den Hunden an der Vorhalle, wo ich Kimchi herauslasse. Während ich die Behälter säubere und fülle, verhalten sich die Hunde Kimchi gegenüber neutral. Ba Bät kommt vorbei, um die Hunde mit Reisfutter zu versorgen. Ich erkläre ihr, dass Kimchi nun auch dazu gehöre und von ihr mit versorgt werden müsse. 

Nema macht mir Sorge. Sie ist abgemagert und hat einige wunde Stellen im Fell, die Ba Bät bereits mit Gentian Violet behandelt hat. Ich will sie auf dem Rückweg von Plutaluang mitnehmen und in der Klinik vorstellen. 

Mit David in Plutaluang angekommen verhandele ich mit dem Manager und telefoniere mit Dr. Kong mit dem Ergebnis, dass David seinen Hund, falls er ihn findet und ich den Hund, den ich mir bei meinem vorigen Besuch ausgesucht habe, herausnehmen dürfe. Ich laufe mit David alle Gehege ab. "Meinen" Hund finde ich schnell wieder aber Davids Bemühungen seinen Hund auszumachen bleiben erfolglos.

Da ich nicht weiß, wie die Hündin reagieren wird wenn ich sie aus dem Gehege herauszuholen versuche, bitte ich einen der Arbeiter mir dabei zu helfen und der kommt mit einer Hundefängerschlinge an. Da ich die Hündin nicht noch weiter traumatisieren will, schiebe ich den Arbeiter und meine Bedenken zur Seite, gehe ich in das Gehege und nehme die Hündin auf den Arm. Sie lässt sich auch willig in die bereitgestellte Box schieben und wir fahren zurück in den Tempel. Dort sehen wir alle Hunde außer Kimchi und Nema. Ich suche das ganze Gelände ab, kann aber weder von ihm noch von ihr eine Spur entdecken. 

An der South Pattaya Road setze ich David ab und fahre mit der Hündin in die Klinik zur Grunduntersuchung. Dr. Sam fragt mich sie heißt und ich nenne sie Isi. Isi erfährt die Routinebehandlung, wird geimpft sowie auf Parvo und Staupe getestet. Außer, dass sie Flöhe hat, scheint sie gesund zu sein. 

Im Haus lasse ich Isi zunächst in der Box, damit sie sich bei geöffneter Tür an die Hunde und die neue Umgebung gewöhnen kann. Nach Einbruch der Dunkelheit nimmt Ui sie ins Haus, damit sie die Nacht geschützt und sicher verbringen kann. Kami ist heute Nacht auch bei uns. Sie ist läufig und wird morgen sterilisiert werden. Rocco ist natürlich auch im Haus. Er weicht Ui nicht von der Seite und weint, wenn sie auch nur eine Minute außer Sicht ist.

Montag, 7. September 2015

Ich hatte mich mit Roland, der Nelly, Leela und Darya zu sich genommen hatte, verabredet ihn heute zu besuchen. Klaus und ich fahren am frühen Nachmittag zu ihm nach Takientia. Roland betreibt dort eine Fischfarm auf einem weitläufigen Areal. Ich habe sogleich den Eindruck, dass es die Hunde dort gut getroffen haben und sie scheinen das auch so zu sehen. Wir machen einen Rundgang durch die Farm und Rolands zwei Hunde und "meine" drei begleiten uns. Als wir uns verabschieden verhalten sich Nelly, Darya und Leela so als würden sie schon lange auf der Farm leben.

Ui berichtet mir, dass es heute Nachmittag keine Schwierigkeiten mit Lennard und Luna gegeben hat. Ich bringe es nicht übers Herz sie wie geplant zurückzuschaffen und sage Wan ab. Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben. Ich will den beiden jedoch nochmal eine Chance geben.

Rocco ist mittlerweile schon Uis Hund und weint, wenn sie mal außer Sichtweite ist. Draußen kommt er gut mit den Hunden zurecht und schnappt schon mal zurück, wenn sie es zu toll mit ihm treiben. Sie scheinen ihn aber alle gern zu haben. Im Haus hat Rocco sich mit Selina und Prana angefreundet, die immer mal wieder drinnen auftauchen.

Sonntag, 6. September 2015

Nachdem die Meute heute Nachmittag Lennard minutenlang durch Hof und Garten gejagt haben und ich sie das erste Mal nicht davon abbringen konnte sich immer wieder auf ihn zu stürzen, habe ich Wan gefragt ob wir es nicht mal wieder versuchen sollten, Lennard und Luna wieder mit ihrer Mutter im Pattaya Bazaar zusammenzubringen. 

In den vergangenen zwei Tagen ist Yoshi immer wieder auf Lennard losgegangen und wenn der sich im Küchenvorhof sehen ließ auch von Bieow. Sobald einer der beiden ein Händel mit Lennard angefangen hatte, dauerte es nicht lange und die meisten anderen Hunde waren auch dabei. Wenn auch Bieow zuweilen ein wenig zickig ist, so braucht es bei Yoshi schon einiges um ihn so zu reizen wie es Lennard zustande bringt. 

Ich hatte ja schon mehrfach erwähnt, dass er einen etwas zweifelhaften Charakter besitzt und das schlägt nun voll auf ihn zurück. Morgen Abend werde ich Lennard und Luna zum Pattaya Bazaar zurückbringen. Wollen mal sehen, ob die beiden sich dort wohler fühlen als bei uns. Wan wird sich um sie kümmern.

Samstag, 5. September 2015

Überraschenderweise hält die Werkstatt ihre Zusage ein und ich kann meinen Wagen heute abholen. Samira und Ramona haben noch einige Mitbringsel für die Hunde dabei und wir erkundigen uns an der Hotelrezeption erneut nach dem Mutterhund und ihren drei Jungen. Anscheinend haben die jedoch das Areal verlassen. Nachdem ich schon wieder unterwegs bin, ruft mich Ramona an und berichtet mir, dass sie den Mutterhund auf der Straße gesehen habe. Er sei aber sehr scheu. Ich werde mich anfangs der Woche nochmal um die Hündin kümmern.,

Auf dem Weg zur Werkstatt halte ich an der Soi 14, um nach den Hunden dort zu schauen. Mirko kommt verschlafen aus dem Vorhof der Häuserzeile und danach auch Anja. Sila sehe ich nicht. Vor dem Hotel ein paar Schritte weiter sehe ich Shira, Mae, Mae Song und Alfredo. Um die Ecke liegt der Platz, an dem Arkan, Jule, Raita und Terje lebten, verlassen dar. Eine Soi weiter entdecke ich aber Terje und Jule. Arkan und Raita, die mir am zutraulichsten waren, bleiben verschwunden. Ich vermute, sie wurden von den Anwohnern mitgenommen. Zumindest bei Arkan weiß ich, dass sich ein paar Frauen um ihn gekümmert hatten. 

Ich halte auch bei Em. Sie berichtet, dass es Nora gut gehe. Ich gehe runter in den Slum und sehe Nora mit Mudita, Nicky und einem schwarzen Rüden. Nora freut sich sichtlich mich zu sehen und begrüßt mich in ihrer zurückhaltenden Art. Mudita und Nicky sind freundlich wie immer. Allen Hunden scheint es recht gut zu gehen. Sie werden ja nun auch von Em versorgt. Die ist verlässlicher als die Slumbewohner. 

Während ich mich mit den Hunden beschäftige kommt ein Winzling angelaufen. Ich frage die Leute wo der herkomme, denn alle Hündinnen dort sind ja sterilisiert. Sie sagen, dass er plötzlich auftauchte. Jemand hat ihn wohl loswerden wollen. Da der Slum ja so eine Art Todesstation für Welpen ist, überlege ich nicht lange und sage den Leuten, dass ich ihn zu mir nehmen werde. Sie sind nicht böse darüber. 

Ich hole das Auto und fahre zum Haus zurück. Bua kommt eine halbe Stunde später und holt Corazón ab. Dann lade ich Pong in einen Käfig und nehme die Box für den Welpen mit. Wir fahren wieder zum Slum und holen den Welpen ab. Mit beiden Hunden fahre ich in die Klinik. Pong soll noch einen Tag dort bleiben, da die Wunde nicht optimal verheilt ist. Während Rocco, so nenne ich den Kleinen, untersucht, grundversorgt und geimpft wird, fahre ich zum Makro und hole die Wochenration Fleischfutter. Anschließend hole ich Rocco ab und wir fahren nach Hause. Dort nimmt Ui ihn in Empfang und er verbringt die erste Nacht in ihrem Zimmer.

Freitag, 4. September 2015

Heute sitze ich fast den ganzen Tag am Schreibtisch. Stewart hat eine Einladung vom Expat Club erhalten, um über seine Arbeit mit den Hunden einen Vortrag zu halten und hat mich gefragt, ob ich Interesse hätte auch über meine Arbeit zu berichten. Selbstverständlich nehme ich diese Gelegenheit wahr. Stewart hat Jahrzehnte lange Erfahrung in professioneller Darstellung und so erfordert meine Präsentation eine entsprechende Vorbereitung. 

Am Nachmittag ziehe ich Buffy, Bunnie, Maisha und Juma die Fäden. Nur Buffys Wunde ist nicht völlig sauber und so erhält sie weiterhin Antibiotika. Eigentlich sollte heute Nachmittag Corazón von Bua abgeholt werden, aber Karin hat das TVT Gehege noch nicht völlig in Ordnung und so bleibt Corazón noch bis morgen bei uns.

Donnerstag, 3. September 2015

Heute Mittag meldet sich Roland mit seiner Frau an. Sie haben schon zwei Straßenhunde adoptiert und möchten sich noch einen weiteren zulegen, der ihr weitläufiges Anwesen bewachen soll. Einen richtigen Wachhund habe ich ja nicht anzubieten, eigentlich käme dafür nur Yobo in Frage. Roland und seine Frau entscheiden sich schließlich für Nelly. Da Rolands Frau aber auch noch an Leela und Darya Gefallen findet, nehmen die beiden gleich alle drei mit auf ihre Fischfarm. 

Ich rufe Roland noch am späten Nachmittag an, um mich zu erkundigen wie es mit den Hunden geht und er berichtet, dass ihn Nelly und Leela schon auf seinem Rundgang durch die Farm begleitet hätten. Darya hielte sich noch ein wenig im Hintergrund. Wir verabreden, dass ich Roland am Montag besuchen gehen werde. Dann werde ich genau feststellen können, wie es den Hunden geht.

Da ich einige Besorgungen in der Stadt zu machen habe, schwinge ich mich auf den Scooter und fahre die Soi Siam Country hinunter. Noch am Reservoir sehe ich einen jungen Hund, der offenbar soeben überfahren wurde, in einer Blutlache auf der Straße liegen. Ich nehme den noch ganz warmen Körper auf und lege ihn ins Gras. Auf dem Rückweg will ich ihn dann mitnehmen und begraben. 

In der Klinik bezahle ich die Rechnung für die Sterilisation von Juma und der beiden Hunde aus der Soi Wat Bun. Auf dem Rückweg halte ich an der Stelle, an der der Hund überfahren worden war. Sein Körper ist allerdings verschwunden. Ich frage die Leute in einem Restaurant ein paar Meter weiter, aber keiner von ihnen hat den Unfall bemerkt und weiß auch nichts vom Verschwinden des Hundes.

Durch die Vergabe von Amoksiklav hat sich die Entzündung an den Wunden von Juma und Bunnie vollständig zurückgebildet. Ich werde das Antibiotikum aber noch ein paar Tage weiter verabreichen. Die Doxicyclinbehandlung für Buffy und Maisha sowie die Behandlung für Pong mit Metronidazol ist nach der heutigen Verabreichung abgeschlossen.

Corazón erholt sich weiter gut. Sie liegt nun abwechselnd im Wohnraum oder auch bei mir neben dem Schreibtisch. Zuweilen macht sie es sich auch auf dem Sofa bequem.

Mittwoch, 2. September 2015

Heute Morgen schmeißt mich Leila wieder mal sehr früh aus dem Bett. Sie miaut so lang hinter der Tür bis ich die öffne. Selbst wenn ich mich dann wieder hinlege, ist sie zufrieden. Anscheinend muss sie wohl nur wissen, dass ich da bin. 

Ich glaube, dass sie mittlerweile ziemlich auf mich fixiert ist. Wenn ich am Schreibtisch sitze, liegt sie immer neben mir. Und wenn ich sie anspreche, antwortet sie mir und ich kann nun auch aus der Variation ihres Miauens ziemlich genau heraushören in welcher Stimmung sie ist und was sie möchte. 

Nachdem ich aufgestanden bin schaue ich als Erstes nach Corazón. Sie liegt nun nicht mehr nur unter dem Esstisch, sondern auch im Wohnraum und am Nachmittag hat sie sich es schon auf dem Sofa bequem gemacht. Die Blutung hat aufgehört und ich nehme ihr das Pflaster von der Sterilisationswunde ab. Die Wunde sieht gut aus. Corazón möchte schon nach draußen, aber ich will jedes Risiko ausschließen und lasse sie nur mal einen Blick in den Garten werfen. Am Freitag wird Bua sie wieder abholen und dann kann sie sich mit Karins anderen TVT Hunden auch draußen aufhalten. 

Durch die Verabreichung von Amoxiklav hat sich die Entzündung an Bunnies Wunde stark zurückgebildet. Jumas Wunde ist noch etwas frisch aber in einigen Tagen werde ich wohl die Fäden bei ihr, Bunnie, Buffy und Maisha ziehen können. Pongs Wunde sieht auch gut verheilt aus. Die Fäden möchte ich jedoch in der Klinik ziehen lassen.

Dienstag, 1. September 2015

Am späten Vormittag kommt Klaus zu mir. Ich hatte ihn gebeten mich zu den Tempelhunden zu fahren. Wir laden einen Sack Trockenfutter ein und fahren zum Wat Amparahm. Als wir ankommen füttert Ba Bät die Hunde gerade mit Reisfutter. Ich fülle die Behälter auf und gehe mit den Hunden an den Strand. 

Anschließend fahren wir zu dem Slum in dem Sita, Titan, Nero und Tara leben. Ich habe vor, Tara die Fäden zu ziehen, aber da keiner der Anwohner da ist um mir zu helfen und Tara nicht sehr freundlich zu mir ist, muss ich das auf meinen nächsten Besuch dort verschieben. 

Wir fahren weiter nach Plutaluang. Ich will mal schauen, ob ich die Hündin von der Nongprue Polizeistation wiederfinde. Ich suche alle Gehege ab, kann sie jedoch nicht ausmachen. Allerdings habe ich sie ja auch nur zweimal gesehen und es kann sein, dass ich sie unter den achthundert Hunden dort übersehen habe. Da ich aber nicht ohne Hund aus Plutaluang fahren will, suche ich mir eine Hündin aus, die Bliss sehr ähnlich sieht. Bliss habe ich seit ihrer Sterilisation nicht mehr gesehen. Die Hündin ist sehr freundlich und da ich nicht alle Hunde aus dem Lager dort herausholen kann, will ich wenigstens einer eine Chance auf ein besseres Leben geben. Allerdings wird mir bedeutet, dass ich zuerst die Erlaubnis der zuständigen Behörde einholen müsse. 

Das Lager macht nun einen wesentlichen besseren Eindruck als zuvor. Es sind Gehege erneuert worden, die Hunde scheinen genug zu fressen zu bekommen, denn ich sehe Trockenfutter in vielen Gehegen. Ich kann auch keine unterernährten Hunde mehr ausmachen. Die meisten von ihnen sind in recht gutem Zustand; ich sehe nur wenige räudige Hunde. Die Anlage wird nun besser sauber gehalten; Arbeiter säubern das Gelände während ich nach dem Hund suche und es gibt sogar nun einen Wachmann, der anscheinend seine Arbeit ernst nimmt. Im Gehege für die Neuankömmlinge sehe ich vier Hunde. Bei meinen vorigen Besuchen war dieses Gehege immer brechend voll. Das kann natürlich Zufall sein. Immerhin ist der Bestand nach meiner Schätzung bei achthundert Hunden in etwa konstant geblieben.

Zurück im Haus schaue ich zuerst nach meinen Sorgenkindern. Die Wunden von Maisha, Juma, Pong und Buffy sehen weiterhin gut aus. Bunnies Wunde ist weniger stark entzündet. Ich habe ihr nun Amoksiklav gegeben und da sie noch den Kragen trägt, kann sie an der Wunde nicht mehr lecken, was die Entzündung ausgelöst hat.

Corazón liegt weiterhin getrennt von den anderen Hunden im Esszimmer. Sie hat immer noch eine leichte Schmierblutung, kann aber aufstehen und ihre Geschäfte erledigen.

Nelly hat sich wie erwartet sehr gut eingefügt. Sie ist zwar nicht die größte und stärkste gehört aber zu den Hunden, die sich ihren Platz in der Gruppe schnell erobern. Ein Außenstehender würde sie nicht als gerade neu Angekommene ausmachen können.