Samstag, 30. Juni 2012

Als ich mittags die Hunde versorge, schaut eine Frau durchs Tor. Ich spreche sie an und sie teilt mir mit, dass sie in einem der zwei bewohnten Häuser in der Gasse lebt. Sie sagt, dass sie mich öfter schon hat, hin und herfahren sehen und dass sie die Hunde auch schon gefüttert hat. Sie lädt mich in ihr Haus ein, Arnie und Prince kommen gleich mit. Wir unterhalten uns eine Weile und sie erzählt mir, dass sie aus Bangkok ist und dort ein Geschäft hatte, dass sie aber während der lang andauernden Unruhen 2010 dort verloren hat.

Als ich mich von ihre verabschiede, wollen Prince und Arnie am liebsten dableiben und ich muss sie hinausbugsieren. Ich bin froh, dass die Nachbarin den Hunden gegenüber positiv eingestellt ist, sodass ich von dort wohl keine Schwierigkeiten erwarten muss. 

Immer wenn ich beim Haus vorfahre, schaue ich erst einmal, ob die Hunde noch da sind. Ich weiß ja, dass Leute ein und ausgehen, da das Tor häufig anders geöffnet oder gar zugeschoben ist, als ich es verlassen habe.

Bisher war es immer so, dass zumindest die großen Hunde wenn nicht im Haus so doch irgendwo auf dem Brachgelände liegen und angerannt kommen, wenn sie mich hören. Scottie ist auch immer noch von der Partie und wächst prächtig heran.

Freitag, 29. Juni 2012

Am Morgen fülle ich Trockenfutter und Wasser nach. Scottie ist noch vorhanden.

Nach der Arbeit auf dem Wege zum Apartment erlebe ich eine freudige Überraschung. Jenny und Josy liegen wieder an ihrem alten Platz. Als sie mich ankommen sehen laufen sie auf mich zu, und als ich anhalte, legt sich Jenny auf den Rücken. Sie hat ein Pflaster auf dem Bauch, ist also zur Sterilisierung weggebracht worden. Auf Nachfrage erklären mir Angestellte des koreanischen Restaurants an der Ecke dass die Besitzerin Jenny und Josy hat sterilisieren lassen. Ich werde sie mal aufsuchen, um ihr zu danken, denn ich hatte schon angenommen, dass die Hunde in einem koreanischen Kochtopf gelandet sind.

Abends, auf dem Weg zum Haus begegne ich den beiden älteren Mädchen. Ich frage sie ob sie etwas über den Verbleib von Solo und Spike wissen; sie verneinen es. Vor dem Haus begrüßen mich alle Hunde, auch Scottie. Heute Abend gibt es wieder mal für jeden einen Knochen denn ich habe mein Gehalt bekommen. Arnie muss ich dabei unter Kontrolle halten, denn er versucht allen ihre Knochen wegzunehmen.

Lizzy und Venus verziehen sich mit ihrer Beute nach draußen, Shana verkriecht sich mit Scottie in den Käfig und Prince muss ich wieder zu seinem Glück zwingen indem ich ihn in das versprerrbare Zimmer trage. Er springt, wie beim letzten Mal auch schon, nach Beendigung seines Mahls durch die Fensteröffnungen nach draußen.

Donnerstag, 28. Juni 2012

Fülle am Morgen Trockenfutter und Wasser nach, alles scheint so weit in Ordnung zu sein.

Mittags schreibe ich eine SMS an Rattana in der ich sie unterrichte, dass wir eine website in Arbeit haben in die wir auch ihre Einrichtung aufnehmen wollen. Ich bitte sie mir ihre email Adresse mitzuteilen, damit sie mir Hintergrundinformationen und Bilder zumailen kann.

Nach der Arbeit fahre ich bei Tony vorbei um mich erkundigen, was Eve im Wat erfahren hat. Er teilt mir mit, dass sie noch nicht gefahren sei, da der Pickup nicht zur Verfügung stand. Sie wird angeblich in den nächsten Tagen fahren. Ich bitte Tony Eve zu sagen, dass sie Informationen über die gegenwärtige Lage im Wat sammeln und Fotos vom Baufortschritt an dem Regenschutz machen, soll. Ich erinnere ihn auch daran ein PayPal Konto für die website einzurichten.

Am Abend erwartet mich eine erneute Frustration. Als ich am Haus ankomme, muss ich feststellen, dass nun auch Spike geklaut worden ist. Natürlich suche ich alles ab finde ihn aber nicht. Als Nächstes wird dann wohl Scottie dran sein. Ich nehme an, dass die Welpen von irgendwelchen Widerlingen für gutes Geld verkauft werden und dann am Spieß enden. Als ich gehe, verabschiede ich mich schon mal vorsorglich von Scottie. Am Liebsten würde ich ihn wegschaffen, aber ich weiß nicht wohin.

Mittwoch, 27. Juni 2012

Fülle am Morgen Trockenfutter und Wasser nach. Alle Hunde sind wohlauf.

Am Abend mische ich Venus 6mg Ivermectin unter das Reisfutter. Venus' Fell ist erstaunlicherweise schon viel weicher und glatter. Das bessere Futter hat bei ihr voll angeschlagen. Aber auch das Fell der anderen ist in einem besseren Zustand. Als Nächstes werde ich alle mal regelmäßig bürsten. Bisher haben ja alle Hunde, dies nach einer gewissen Eingewöhnung genossen.

Dienstag, 26. Juni 2012

Im Haus ist heute Morgen alles in Ordnung, ich fülle Trockenfutter und Wasser nach.

Tony schreibt mir mittags, dass er die Bilder an Eve weitergeleitet hat und dass er mit Ben vereinbart hat, dass die website nur 5 Seiten beinhalten soll. Ich schreibe an Ben, wie wir nun weiter verfahren können.

Auf der Zufahrt vom Haus treffe ich Ohm, die mit ihrem Fahrrad unterwegs ist. Sie sagt mir, dass Venus sich im Vorgarten eines der anderen verlassenen Häuser aufhält. Ich schaue nach und stelle fest, dass sie sich durch das versperrte Torgatter gezwängt hat und nicht wieder heraus kommt. Ich versuche sie heraus zu ziehen werde aber von den Welpen daran gehindert, die mir dazwischen funken. Ich überlege sie kurz einzusperren und es dann noch mal versuchen Venus zu befreien. Als ich im Haus ankomme, trifft auch Venus ein, sie hat es allein geschafft heraus zu kommen.

Heute Abend gibt es Reisfutter und auch mal wieder Knochen, die hochwillkommen sind. Alle schnappen sich einen, aber wie üblich lässt sich Shana ihren Knochen von einem der Welpen abnehmen und Prince hält sich wieder zurück in der Erwartung dass Arnie ihm den Knochen wieder abnimmt. Ich führe ihn deswegen in einen Raum, den ich zusperren kann, und gebe ihm dort die Knochen. Shana bekommt natürlich auch noch einen.

Montag, 25. Juni 2012

Solo ist immer noch verschwunden. Ich werde heute Abend versuchen Ohm ausfindig zu machen, denn allein wird er nicht mehr zurückkehren. Venus begrüßt mich mit allen anderen Hunden. Sie ist nun angekommen und fühlt sich sichtlich wohl.

Abends auf dem Wege zum Haus kommt mir Ohm mit ihrer Mutter entgegen. Ich frage sie ob sie etwas über den Verbleib von Solo weiß, sie hat auch keine Ahnung und ich glaube ihr.
Ich fahre anschließend zu Tony um zu sehen ob die Welpen, die ich gestern vermisst habe wieder aufgetaucht sind. Leider hat sich meine Befürchtung bestätigt und sie sind wieder über die Straße gelaufen und Rocco ist überfahren worden. Er ist tot.

Daraufhin entschloss sich Tony alle Welpen in den Tempel zu bringen. Im Pickup fingen sie jedoch so an zu fiepen, dass er es nicht übers Herz brachte, sie wegbringen zu lassen und nur Bennie und Ricco gingen mit. Ich sehe Saddam im Laden, Bessie und Coco liegen draußen.

Tony teil mir mit, dass seine Freundin Eve morgen zum Wat fährt, um zu sehen ob Rico und Bennie dort verbleiben können. Ich bitte ihn ihr Fotos von Babe, Ronnie, Gina und Holly zu geben, damit sie sich nach ihr umschauen kann. Insbesondere um Holly mache ich mir Gedanken, ob sie überhaupt wieder aufgetaucht ist.

Spät am Abend fahre ich noch mal zum Haus. Ich stelle meinen Scooter am Condominium ab und will das letzte Stückchen gehen. Aber kaum steige ich ab umrundet mich die ganze Meute einschließlich Venus; sie haben mich trotz der Dunkelheit am Motorengeräusch erkannt. Wir laufen alle gemeinsam zum Haus und ich schaue ob noch genügend Trockenfutter und Wasser vorhanden ist. Von Solo natürlich keine Spur. Ich habe nur noch wenig Hoffnung ihn wieder zu sehen.

Sonntag, 24. Juni 2012

Als ich heute Mittag ins Haus trete, sehe ich, dass jemand den Hunden Thai Food hingestellt hat, aber offenbar dafür Solo mitgenommen, denn der ist weder im noch am oder vor dem Haus zu finden.
Während ich Wasser hole, suche ich den gesamten Talat Rung Roht ab, kann Solo aber nicht entdecken. Ich hoffe, dass Ohm ihn vielleicht ausgeliehen hat.

Tagsüber versuche ich inhaltlich an der website zu arbeiten, die allmählich, vor allem durch Bens Arbeit, Form annimmt. Da ich keine guten Fotos von Tonys Welpen habe, fahre ich zu seinem Laden. Saddam, Bessie und Coco sind im Shop aber Rocco, Ricco und Bennie sehe ich weder drinnen noch draußen. Für das Adoptionspanel mache ich Fotos von Bessie und Saddam. Coco ist ja schon von Tonys Freundin adoptiert worden.

Hatte gehofft Solo heute Abend wieder im Haus zu sehen aber das ist leider nicht der Fall. Ich weiß auch nicht, wo Ohm wohnt, sonst würde ich mal bei ihr vorbei schauen. Nun muss ich warten, dass entweder Solo allein wieder auftaucht oder dass ich Ohm mal tagsüber erwische.

Es gibt aber auch etwas Erfreuliches zu berichten. Venus scheint nun wohl endgültig akzeptiert worden zu sein. Sie kommt nun auch zusammen mit den anderen aus dem Haus um mich zu begrüßen und lässt sich Seite an Seite mit Arnie liegend von mir streicheln. Arnie holt sich ja immer seine Streicheleinheiten ab indem er sich vor mir auf den Rücken legt.

Auf dem Rückweg scanne ich noch mal den Talat Rung Roht treffe aber nur Bobby, Diana und Charly. Diana und vor allem Bobby gebärden sich immer ganz närrisch wenn sie mich eine Zeit lang nicht gesehen haben, während Charly nach wie vor Distanz hält. So verschieden sind sie doch alle.

Samstag, 23. Juni 2012

Heute ist wieder Samstag und deswegen fahre ich erst nach der Arbeit gegen ein Uhr zum Haus. Ich wecke die Hunde aus ihrem Mittagsschläfchen. Venus kommt auch verschlafen aus ihrem Zimmer und gesellt sich zu uns. Die Welpen folgen mir als ich zu ihr gehe aber bellen sie nicht mehr an. Die großen Hunde sind gar nicht mehr an ihr interessiert. 

Als ich gehe, liegt Venus relativ entspannt im Wohnraum, zwar abseits von den Großen, aber doch nicht mehr so isoliert. Ich denke, es wird nicht mehr lange dauern, bis sie ihren Platz gefunden hat.

Als ich am Abend spät beim Haus eintreffe, sehe ich nur Solo und dann auch Scottie und Venus hervorkommen. Das Haus innen ist leer und auch vor dem Haus auf dem Brachland sehe ich im Dunkeln keinen der Hunde. Auf mein Pfeifen hin rührt sich ebenfalls nichts. Ich gehe ein Stück die Gasse hinunter und da sehe ich dann Shana, Lizzy und Arnie um die Ecke traben. Als sie mich erkennen, kommen sie angerannt. Von Prince und Spike ist jedoch nichts zu erkennen.

Ich füttere die Hunde, heute gibt es auch mal wieder Knochen, und fahre dann Wasser holen. Ich suche den Platz zu Fuß ab und sehe plötzlich Prince aus dem Dunkeln auftauchen. Er, der sonst immer so reserviert ist, springt ganz närrisch an mir hoch und die Freude des Wiedersehens ist beiderseitig.

Spike jedoch ist nicht auszumachen. Ich schwinge mich auf den Scooter und fahre zum Haus zurück. Prince rennt neben mir her. Es fällt mir ein Stein vom Herzen, als ich drei Welpen vor dem Tor sehe, Spike hat sich wieder eingefunden.

Freitag, 22. Juni 2012

Auf dem Wege zum Haus sehe ich Venus auf der Gasse. Als ich vor dem Haus anhalte, stürmt die Meute heraus und als sie Venus sehen stürzen sich alle auf sie und sie verschwindet in einem leer stehenden Nachbarhaus. Ich versuche sie zu beruhigen, indem ich die Hunde von ihr abhalte. Sie lässt sich von mir anfassen und streicheln. Anscheinend hat sie nun zu mir ein gewisses Vertrauen gefasst und scheint zu wissen, dass ich sie schützen will.
 
Nachdem sich die Aufregung gelegt hat, gehe ich mit den Hunden ins Haus und auch Venus folgt kurz danach. Ich gebe allen Trockenfutter und gehe. Vermutlich versucht sich Venus einzuordnen aber die Alteingesessenen machen es ihr nicht leicht.

Nachdem am Abend alle in aller Ruhe gefressen haben, hole ich wie immer einen Kanister Wasser und nehme Reisfutter für Old Man mit. Er liegt normalerweise vor dem Haus, an dem ich Wasser hole, kann ihn aber nicht gleich entdecken. Die Hausbewohnerin, die sich auch um Old Man kümmert und die mich auch immer freundlicherweise von ihrem Hahn Wasser zapfen lässt teilt mir mit, dass Old Man von einem Auto überrollt wurde unter dem er lag, um sich vor der Sonne zu schützen. Das ist ein tragischer und unnötiger Tod verursacht von einem unachtsamen Menschen. Wenn auch Old Mans Dasein alles andere als freudvoll war so musste sein Leben nun nicht unbedingt so enden. Ruhe in Frieden Old Man.

Als ich zum Haus zurückkehre, sehe ich Venus im Garten hinter dem Haus mit den drei Welpen spielen. Zumindest die scheinen sie ja nun akzeptiert zu haben. Venus lässt sich jetzt auch mehr und mehr von mir anfassen und scheint das Gröbste überstanden zu haben.

Auch Kobi und Nico lassen sich nun zaghaft von mir streicheln. Wenn ich mit dem Scooter auf den Apartmentvorhof fahre, kommen sie meistens angelaufen und so ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis wir Freundschaft geschlossen haben.

Später am Abend fahre ich noch bei Brad und Whitney vorbei. Brad frisst den Rest vom Reisfutter und beide bekommen einen Knochen. Sie sehen beide gut und wohlgenährt aus, vielleicht werden sie ja auch von den Bauarbeitern gefüttert. Auf jeden Fall füttert Tonys Angestellte sie beide mit wenn sie Tonys Hunde abends versorgt.

Donnerstag, 21. Juni 2012

Heute morgen wird die ganze Schüssel mit Reisfutter leer gemacht, besonders Venus scheint dieses Menü zu schmecken, sie ist ja nicht gerade verwöhnt. Solos Auge sieht besser aus, vielleicht erledigt sich die Geschichte ja von selbst.

Nach Bueroschluss treffe ich mich mit Ben dem Webdisigner fuer unsere Webseite Iamstillalive.org bei Tony. Gerade als ich ihn vor der dem Shop begruessen will, laufen mehrere Welpen ueber die stark befahrene Strasse und kurz darauf wieder auf uns zu. Sie achten natuerlich nicht auf den Verkehr und ich laufe auf die Strasse um die Autos anzuhalten. Alle Welpen kommen wohlbehalten auf unserer Seite wieder an aber wenn sie das noch mal machen gibt es garantiert Probleme. Es ist wirklich verrueckt wieviel Sorgen man sich um die Hunde machen kann.

Ben hat bereits ein Template erarbeitet und wartet nun auf Inhalte. Ich hoffe ich finde am Wochenende Zeit daran zu arbeiten.

Fahre danach einen 20-Kilo-Sack Trockenfutter kaufen, den Tony spendiert. Auf dem Wege dorthin halte ich bei Brad und Withney an, denen es gut zu gehen scheint.

Anschliessend fahre ich zum Haus. Heute gibt es Knochen und Trockenfutter. Nachdem ich Wasser holen gefahren bin bleibe ich noch ein Weilchen auf der Terasse sitzen. Ueberraschenderweise laesst sich Venus blicken und kommt nahe an mich heran. Spike scheint sich besonders fuer sie zu interessieren und macht Besteigungsuebungen. Arnie schnuppert auch an ihr herum und sie legt sich spielerisch vor ihn hin. Es scheint, dass sie schon wieder laeufig ist. Untermauert wird mein Verdacht duruch eine unvermittelte Attacke von Lizzy der diese amoroesen Spielchen anscheinend garnicht gefallen. Meine erste Massnahme am Monatsbeginn wird mit Venus der Gang zum Doktor sein.

Mittwoch, 20. Juni 2012

Venus kommt heute Morgen aus dem Garten hinter dem Haus. Sie scheint sich also allmählich zu bewegen. Als ich auf sie zugehe, stürzen sich allerdings die Hunde auf sie, allen voran Shana, sodass ich sie schützen muss und sie verschwindet in einem Zimmer, in dem ich ihr dann auch Futter gebe. Sie verbindet mich mit der sie angreifenden Meute und weicht mir nach wie vor aus, wenn ich mich ihr nähere. Nur meine ausgestreckte Hand beschnuppert sie und mit etwas Geduld lässt sie mich ein wenig ihren Kopf streicheln. Alle scheinen hungrig zu sein, denn der ganze Reis wird gefressen und auch das Trockenfutter. 

Auf dem Wege zu meinem Apartment wo mich sonst immer Jenny und Josy begrüßt haben sehe ich nur noch Castor, der immer mit ihnen zusammen war. Muss mich mal bei den Anwohnern erkundigen, wo sie abgeblieben sind. Georgie und Rufus habe ich auch schon seit einigen Tagen nicht mehr gesehen; mache mir immer Sorgen, dass ihnen was passiert ist.

Es gibt aber auch etwas Erfreuliches zu berichten. Ich habe gesehen wie der Wachmann des Apartmenthauses Kobi und Nico ein paar Hähnchenknochen gegeben hat. Ab und zu sehe ich auch im Vorbeifahren wie einfache Thais Straßenhunden etwas zum Fressen hinstellen. Das freut mich immer, selbst wenn ich nur sehe, dass Hunde freudig hinter einem Mopedfahrer hinterherlaufen, rührt es mich, da ich dann annehme, dass er für sie sorgt. 

Fahre am Nachmittag bei Tony vorbei. Habe in der Immigration für mein neues Visum bezahlen müssen und bin nun komplet pleite für diesen Monat. Muss deswegen Tony anpumpen und bekomme von ihm 5,000 Baht bis Ende des Monats. Reis und Trockenfutter sind auch schon wieder alle und so gehen gleich wieder 730 Baht weg.

Im Haus ist am Abend alles in Ordnung. Auf dem Wege dorthin sehe ich den Mann, der an einem der ersten Tage vorbei kam und der mir bedeutete das Haus bald wieder zu verlassen. Er kommt jedoch nicht zum Haus. Vielleicht haben ihn die Kinder überzeugt uns in Ruhe zu lassen. Venus sitzt jetzt in einem der Zimmer, wo ich sie auch füttere. Sie frisst gut und das ist das Wichtigste. Irgendwann wird sie sich wohl schon mit mir und den anderen Hunden anfreunden. Möglicherweise kommt sie ja auch tagsüber heraus. Sie muss ja Kot und Urin absetzen und tut das nicht im Haus, wie übrigens die anderen Hunde auch nicht.

Dienstag, 19. Juni 2012

Nach diesem unerfreulichen Erlebnis fahre ich heute Morgen etwas angespannt zum Haus, stelle dann aber beruhigt fest, dass alles in Ordnung ist. Venus hat sich immer noch nicht aus ihrer Ecke herausbewegt aber sie frisst ordentlich. Ich denke, die anderen Hunde lassen sie in Ruhe wenn ich weg bin und sind an ihr nur interessiert, wenn es Futter gibt.

Der Abendbesuch verläuft, ähnlich wie der Morgenbesuch außer dass sich Venus zuweilen aus ihrer Ecke bewegt und auch an meiner Hand schnuppert, die ich ihr hinhalte, damit wir uns näher kommen.

Heute Abend gibt es Trockenfutter und Knochen; auch Venus frisst ordentlich. Als ich das Haus verlasse, liegen alle Hunde außer Venus vor dem Haus auf der Gasse und genießen die kühle Nachtluft.

Montag, 18. Juni 2012

Venus hat sich immer noch nicht von ihrem Platz bewegt, als ich morgens im Haus eintreffe. Ich gebe ihr Reisfutter und stelle ihr auch Trockenfutter und Wasser hin. Das Trockenfutter scheint neu für sie zu sein, denn sie rührt es erst an, nachdem ich es ihr reiche. Sie frisst erst aus meiner Hand und dann auch aus dem Napf. Es geht also langsam voran mit ihr. Während ich bei ihr bin, kommt Arnie und knurrt sie an. Als ich ihm aber bedeute sie in Ruhe zu lassen trollt er sich. Scottie und Spike scheinen völlig wohlauf zu sein, nur Solo hat seit einigen Tagen eine kleine Schwellung unter seinem linken Auge. Ich beobachte das mal weiter.

Abends begrüßen mich die Hunde auf der Gasse. Venus hockt immer noch in ihrer Ecke, und als ich ihr Futter gebe, folgen mir Shana und die Kleinen und ich muss Shana davon abhalten sie einzuschüchtern und die Kleinen sie anzubellen.

Beim Wasserholen folgen mir Arnie, Prince, Lizzy, Scottie und Spike. Auf dem Rückweg erblicken mich Charly, Bobby und Diana. Bobby und Prince geraten kurz aneinander. Ich kann aber schnell dazwischentreten und es passiert nichts.

Dann habe ich allerdings ein sehr unangenehmes Erlebnis. Einer der deutschen Anwohner schnauzt mich an, dass ihm die Bellerei auf den Geist geht und ruft mir zu dass er Blacky schon 'entsorgt' hätte. Nachdem ich das Wasser ins Haus gebracht habe, gehe ich zu ihm. Er sitzt mit einigen andern Deutschen vor einem der Shophäuser. Ich frage ihn höflich was er mit Blacky gemacht habe und er fährt mich mit hochrotem Kopf an, dass mich das gar nichts angehe und dass ich Arschloch verschwinden solle ansonsten würde es Prügel setzen. Ich frage die Anwesenden ob sie das gehört hätten. Natürlich keine Reaktion. Ich erwidere diesem bedauernswerten Menschen, dass es mich immer wieder erstaunt wie übel Menschen doch drauf sein können. Die Quittung ist ein höhnisches Gelächter.

Sonntag, 17. Juni 2012

Chatree ruft mich um 8 Uhr morgens an, dass er die weiße Hündin eingefangen hat und bittet mich zu kommen, damit wir sie zusammen ins Haus bringen. Chatree organisiert einen Pickup-Taxi und wir fahren zum Talat Rung Roht. Venus, so nenne ich nun die Hündin, wird nicht sehr freundlich von den Hunden begrüßt und insbesondere Shana versucht sie sofort zu vertreiben. Auch Lizzy ist ihr gegenüber aggressiv. Scottie, Spike und Solo bauen sich auch um sie herum auf und bellen sie an. Arnie und Prince sind eher neugierig und schnell desinteressiert. 

Natürlich erinnern sich die Großen an Chatree und er freut sich sichtbar sie alle wohlauf zu sehen. Chatree erzählt mir, dass auch Lizzy eine Schwester von Shana ist und somit natürlich auch eine Schwester von Venus. Nicht immer können Geschwister ja gut miteinander, wenn sie getrennt aufwachsen und dann wieder zusammengeführt werden. Wir bleiben ungefähr eine Stunde bei den Hunden um den Schwestern Gelegenheit zu geben sich wieder aneinander zu gewöhnen. Als wir gehen, liegt Venus abseits im Inneren des Hauses. Chatree stellt ihr Futter und Wasser hin. 

Auf dem Wege zu Derek mache ich einen Abstecher zum Haus, um zu sehen, wie die Lage ist. Venus liegt noch an dem Platz, an dem sie lag, als wir heute Morgen das Haus verließen. Ich nähere mich ihr nur auf einige Meter, um sie nicht weiter zu beunruhigen. Die Welpen und Lizzy folgen mir. Lizzy schnuppert an Venus und die Welpen schauen dabei zu, ohne zu bellen. Ich hoffe, dass es nicht mehr all zu lange dauern wird, bis sich alle zusammengerauft haben. 

Im Hundeasyl am Lake Mabprachan angekommen stellt Derek mich seiner Frau Malee vor, die ich bisher noch nicht persönlich kennengelernt habe, und führt mich auf dem Gelände herum. Danach lädt er mich ins Haus ein und wir tauschen uns aus. Ich teile ihm mit, dass Tony ihn nur unterstützen wird, wenn er einen potenten Sponsor findet. Tonys Schwester hat Zugang zu einem sehr reichen amerikanischen Unternehmer, den sie seit geraumer Zeit zu kontaktieren versucht, um ihn für unsere Sache zu gewinnen. Wir alle hoffen, dass sie damit Erfolg hat, denn die meisten Probleme lassen sich mit ausreichenden finanziellen Mitteln lösen.

Derek zeigt mir Fotos von den Baufortschritten seines Asyls in Tha Mai. Er legt mir auch dar, dass er für den Unterhalt der Asyle am Lake Mabprachan und in Tha Mai insgesamt monatlich rund 150,000 Baht benötigt. 100,000 Baht kommen als Spenden herein und 50,000 Baht zahlt er aus eigener Tasche. Zurzeit werden in beiden Asyle insgesamt 180 Hunde versorgt. Derek spricht auch davon das Asyl am Lake Mabprachan aufzugeben, das Grundstück mit dem Haus zum Verkauf anzubieten und nach England zurückzukehren. Er ist ja schon über 80 Jahre alt und lebt für die Hunde nun bereits 10 Jahre. Malee unterstützt ihn aufopferungsvoll, aber Derek wird allmählich müde und möchte seine letzten Jahre noch auf eine etwas weniger aufreibende Art verbringen. Sollte allerdings der Sponsor gewonnen werden können, könnte sich die Lage wieder anders darstellen. 
Ich nehme mir vor Derek und Malee im kommenden Monat wieder aufzusuchen. 

Venus sitzt am Abend noch immer an der gleichen Stelle, aber ich kann mich ihr nun schon nähern. Shana und Arnie muss ich allerdings von ihr fernhalten, während sie frisst. Arnie und Prince begleiten mich auf dem Wege zu Old Man, der brav seine Reisportion vertilgt. Bobby kommt auch vorbei und bekommt auch etwas ab.

Samstag, 16. Juni 2012

Heute am Samstag fahre ich erst nach der Arbeit um die Mittagszeit zu den Hunden, die mich ganz verschlafen begrüßen und Prince lässt sich überhaupt nicht stören. Ich teile Reis und Trockenfutter aus und fahre dann um nach Tonys Welpen zu schauen. Saddam ist immer noch sehr ruhig, und als ich ihn aufnehme, bleibt er ganz still in meinen Armen liegen. Ich mache mir Sorgen um ihn, da sein Gaumen sehr hell aussieht und er aus dem Anus blutet. Ich säubere ihn aber es blutet weiter. Ich würde ihn gern zum Tierarzt bringen, habe aber kein Geld dafür übrig. Da Tony wie immer sehr beschäftigt ist, ich schreibe ihm eine SMS. Rufe dann Derek an und verabrede mit ihm ihn morgen um 3 Uhr aufzusuchen. 

Ich fahre heute Abend etwas früher zum Haus. Auf dem Wege dorthin winkt mir Ohm zu und fährt hinter mir her zum Haus. Sie ist diejenige der Kinder, die oft mit den Hunden gespielt hat und auch andere Kinder mitgebracht hat. Dieses Mal stehen zwei junge Mädchen vor dem Haus und ich sehe auch eine große Plastikschale vor der Hausmauer. Ohm sagt mir, dass einer der Wächter des Condominiums Futter für die Hunde gebracht hat. Das erstaunt mich nun wirklich. Die Wächter haben, seitdem ich mit ihnen gesprochen habe, nie den Eindruck vermittelt als hätten sie es eilig mich und die Hunde wegzubekommen. Aber dass einer von ihnen Futter hinstellt, lässt mich hoffen, dass wir wirklich noch eine Zeit lang bleiben können.


Die beiden halbwüchsigen Mädchen sind nicht so spontan wie die kleineren Kinder zuvor, gehen dann aber doch neugierig ins Haus als sie sehen, dass ich mich nicht um sie kümmere, ihnen aber auch nicht bedeute zu verschwinden. Sie werfen sogar einen Blick ins Obergeschoss und verlassen dann das Haus wieder.

Freitag, 15. Juni 2012

Nachdem ich die Hunde mit Trockenfutter versorgt habe rufe ich Rattana an und teile ihr mit, dass ich ihr 3,000 Baht überweisen werde. Sie sagt, dass alle Hunde geimpft und entwurmt worden sind. Ich verspreche ihr im kommenden Monat 5,000 Baht zu überweisen. Ich werde heute auch 3,000 Baht ans Wat überweisen. Danach muss ich mal sehen wie ich zurande komme. 

In der Mittagspause fahre ich das Geld überweisen. Je 3,000 Baht gehen an Rattana und ans Wat in Sa Kaeo. Nach der Arbeit hole ich einen 10-Kilo-Sack Trockenfutter da der 20-Kilo-Sack bei Tony so gut wie leer ist und ich ihn nicht bitten möchte wieder einen neuen zu kaufen. Ich werde mich ihm gegenüber die nächsten Wochen etwas zurückhalten, um ihn nicht mit meinen ständigen Bitten zu überfordern. 

Als ich abends beim Haus eintreffe, sehe ich wie eine Frau den Hunden Trockefutter gibt. Ich frage sie, woher sie weiß, dass sich Hunde im Haus befinden und sie sagt, dass es mittlerweile alle in der Gegend wissen, dass ich die Hunde dort einquartiert habe. Ich danke ihr und denke mir, dass wir vielleicht doch noch ein Weilchen dort bleiben können, wenn sie die Anwohner damit arrangiert haben. 

Die Entwurmungstabletten hatten sich mittlerweile schon aufgelöst und so mische ich sie unter das Reisfutter und Old Man frisst auch alles auf. Später dann ruft mich Chatree an. Ich fahre zu ihm und er erzählt mir, dass der Verwalter mit einer Zwille auf die Hunde geschossen hat, um sie zu vertreiben. Er fragt mich ob ich die weiße Hündin, die nicht mit nach Pakchong wollte aufnehmen kann. Da sie die Schwester von Shana ist, erkläre ich mich bereit sie mit im Haus unterzubringen, obwohl ich dadurch das ganze Unternehmen gefährden kann. Aber sie ist so ein liebes Tier und ist jetzt völlig verängstigt, dass ich versuchen werde sie aufzunehmen, vorausgesetzt Chatree kann sie überhaupt einfangen. Da sie nicht sterilisiert ist, muss ich das im nächsten Monat unbedingt machen lassen. Noch mehr Nachwuchs kann ich mir absolut nicht leisten.

Donnerstag, 14. Juni 2012

Heute Morgen gibt es wieder nur Trockenfutter, aber ich muss ab jetzt auch eine Mahlzeit ausfallen lassen. Nach der Arbeit fahre ich erst mal zu Tony, um das letzte Trockenfutter zu bunkern. Er hat wie immer keine Zeit und deswegen verkneife ich es mir auch ihn nach Geld für einen neuen 20- Kilo-Sack zu fragen. Werde mir selbst einen 10-Kilo-Sack holen. Die Welpen sind gut drauf und Ricos Wunde sieht zwar schlimm aus ist aber trocken. Saddam ist merkwürdig ruhig und sieht gedrückt aus. Ich hoffe, dass ihn niemand geschlagen hat. 

Eigentlich wollte ich Rattana morgen 5,000 Baht überweisen, aber das wird wohl nicht möglich sein. Wenn ich 3,000 Baht an den Tempel gehen lasse, bin ich so gut wie abgebrannt und habe vielleicht noch nicht einmal genügend für mich und die Hunde zu essen. Ich muss nun radikal sparen. Fange damit an, nur noch eine Dose Nassfutter unter den Reis zu mischen und das Abendessen ausfallen zu lassen. 

Als ich beim Haus eintreffe, empfängt mich nur Solo und auch im Haus ist niemand zu finden. Natürlich denke ich wieder an das Schlimmste und dass sie Solo nicht gefunden haben, da er oben war. Aber dann sehe ich am Anfang der Gasse die Hunde um die Ecke laufen und die Kinder rufen: "Falang ma laeow" was heisst "der Ausländer ist gekommen". Als die Hunde mich sehen, kommen sie alle angestürmt. Ich sehe mit gemischten Gefühlen, dass sich Spike und vor allem Scottie, der anscheinend am erkundungsfreudigsten ist, so weit vom Haus entfernen. Andererseits müssen sie ja auch lernen ihre Kreise zu erweitern. Interessanterweise folgt Solo ihnen nicht, obwohl er der größte von den Kleinen ist. Er zieht es vor im Obergeschoss zu liegen und kommt jetzt auch allein die Treppe rauf und runter. 
Die Welpen bekommen jetzt von mir auch wieder Knochen. Ich denke sie sind alt genug sie zu verdauen und ich habe ja mit Babes Jungen gute Erfahrungen gemacht sie mit raw food zu füttern. 

Old Man gebe ich Reis mit Nassfutter vermischt, unter den ich die beiden Tabletten mische, zu fressen. Ich muss aber feststellen, dass sie beide übrig geblieben sind. Werde die Tabletten morgen in Würstchen verstecken und hoffen, dass Old Man sie dann frisst.

Mittwoch, 13. Juni 2012

Die Hunde sind noch ganz verschlafen, als ich sie morgens besuche und es gibt auch nur Trockenfutter und frisches Wasser. Wir müssen alle den Gürtel enger schnallen. 

Nach der Arbeit fahre ich zu Tony um Trockenfutter zu bunkern. Der 20-Kilo-Sack ist auch schon wieder fast leer. Draußen begrüßen mich alle Hunde. Randy ist nun ganz zutraulich, Bella war es ja schon seit Langem, Faye ist wie immer freundlich zurückhaltend und Foxy lässt mich nicht näher als eine Handlänge an sich heran. Dafür sind alle Welpen, Bessie, Benny, Coco, Rocco, Rico und Saddam ganz außer sich und bestürmen mich. Saddam, der sich letztens in Rico verbissen hat, beobachte ich insbesondere aber er verhält sich ganz normal, und als ich ihn hochnehme, leckt er mich ab. Ricos Beinchen sieht besser aus, obwohl er immer noch nicht rund läuft und auch der Erste ist, der sich wieder auf den Sandhaufen zurückzieht. Seine Beinwunde klafft immer noch bedenklich offen ist aber trocken und Rico scheint keine Schmerzen zu haben. 

Ich fahre noch schnell bei einer Tierklinik vorbei und hole mir zwei Entwurmungstabletten für Old Man. Die bekommt er morgen Abend unter das Nassfutter gemischt. 

Auf dem Wege zum Haus sehe ich einen der Welpen auf der Gasse herumlaufen. Da es schon dunkel ist, versucht er sich durch ein Tor eines der Nachbarhäuser zu zwängen, um mir zu entgehen. Als ich ihn rufe, kommt er hervor und rennt hinter mir her. Es gefällt mir, dass er sich vor Fremden zu verstecken sucht. Insgeheim befürchte ich immer, dass irgendein Widerling die Hunde mitnimmt, um sie zu verkaufen. Was mit Sammy und Sharkey passiert ist weiß ich schließlich auch nicht. In Kambodscha bekommen die Thais für einen ausgewachsenen Hund bis zu 1,500 Baht. Der Handel an der Grenze ist schwunghaft. 

Die Hunde im Haus begrüßen mich wie immer enthusiastisch. Solo ist ausnahmsweise auch unten. Heute Abend gibt es nur Trockenfutter aber das scheint ok zu sein.

Dienstag, 12. Juni 2012

Versorge am Morgen die Hunde im Haus. Sie sind noch ganz verschlafen, als ich eintreffe. Solo ist wieder wie fast jeden Morgen die Treppe ins Obergeschoss hochgelaufen und kommt allein nicht mehr herunter. Für Scottie und Spike ist das kein Problem. Ich trage Solo also herunter und er ist spielt sogleich mit Scottie und Spike. 

Am Nachmittag chatte ich mit Naree und erzähle ihr von unserem Trip nach Pakchong. Um in diesem Monat über die Runden zu kommen, muss ich alle der Reihe nach anpumpen und fange mit Naree an. Sie überweist mir 4,000 Baht. Die gehen morgen an Rattana. 

Abends bin ich wieder bei den Hunden. Ich wundere mich schon, dass uns noch niemand aus dem Haus geworfen hat. Zusammen mit Scottie und Spike erkunde ich das Gelände, ob es vielleicht in der Nähe eine Alternative für uns gibt. Hinter einer Begrenzungsmauer sehe ich das Dach eines Schuppens, aber wir kommen nicht an die Mauer heran, da das Gestrüpp zu dicht ist.

Montag, 11. Juni 2012

Als ich heute Morgen vor dem Haus eintreffe, umrunden mich die Hunde nicht wie sonst immer. Ich schaue nach Sugar und sehe sie im Käfig liegen. Sie ist tot. Ich hoffe sie hat nicht zu sehr gelitten, immerhin war ihre letzte Ruhestätte ein weiches Polster. Ich wickele sie in ein Handtuch ein, lege sie auf die Terrasse und lasse meiner Trauer freien Lauf. Die Hunde helfen mir dabei. Danach trage ich Sugar nach oben in einen Raum, den ich verschließen kann. Ich werde sie heute Abend im Garten beerdigen. 

Die Kinder kommen wie schon häufig zuvor und ich muss ihnen sagen dass Sugar gestorben ist. Sie wollen sie sehen und ich zeige sie ihnen. 

Am frühen Abend wickele ich Sugar in ein neues Tuch und begrabe sie im Garten hinter dem Haus. Scottie, Spike, Solo und Prince sehen dabei zu. Als ich gerade das Grab mit wuchernden Gewächsen abgedeckt habe, kommen die Kinder wieder und mit ihnen noch weitere andere die auch Sugar sehen wollen. Ich zeige ihnen aber das Grab nicht und sage ihnen dass Sugar nun in Ruhe gelassen werden möchte. 

Später dann fahre ich bei Tony vorbei und berichte ihm von unserem Trip nach Pakchong. Er sagt mir, dass er mir in diesem Monat kein Geld mehr geben kann, da die Überdachung im Tempel in Sa Kaeow fertiggestellt werden müsse, es regnet dort heftig. Dafür müsse er 20,000 Baht zur Verfügung stellen. Ich weiß nun nicht wie ich das Geld für Rattana auftreiben kann, werde mir wohl wieder etwas leihen müssen. 

Auf dem Rückweg vom Einkaufen bringe ich Brad und Whitney einen Knochen vorbei. Bella, Randy, Foxy und Faye kann ich in diesem Monat nicht mehr weiter versorgen aber sie bekommen ja von Tony zu fressen.

Sonntag, 10. Juni 2012

Heute sehe ich ganz früh am Morgen nach den Hunden denn das Einsammeln von Chatrees Hunden ist für 7 Uhr geplant. Der Fahrer mit Dereks Hundetransporter ist pünktlich zur Stelle und auch Chatree wartet schon, als ich eintreffe. Das Einsammeln der Hunde dauert eine drei viertel Stunde, da die Hunde Gefahr wittern. Schließlich schafft es Chartee mit einem Freund alle Hunde bis auf eine Hündin, es ist die, die ich in der Toilette übersät mit Zecken vorgefunden hatte und deren beide Junge gestorben sind, einzufangen und in den Truck zu verfrachten. Die Fahrt zu Rattanas Haus dauert gute vier Stunden und verläuft ohne Zwischenfälle, wenn man einmal davon absieht, dass sich etliche Hunde, die ja eine Autofahrt nicht gewohnt sind, übergeben müssen. 

Rattana ist nicht gerade begeistert uns zu sehen und sagt mir, dass wir ganz schnell wieder verschwinden müssten, damit ihr Mann uns nicht sieht. Er hat hier verboten, noch mehr Hunde aufzunehmen. Chatree trägt alle Hunde in einen vorbereiteten Zwinger in dem sie erst mal zu Quarantänezwecken bleiben müssen. Rattana erzählt mir, dass sie kürzlich 30 Hunde verloren hat, da neu aufgenommene Hunde eine Krankheit eingeschleppt hätten. Sie fragt mich, ob die Hunde geimpft seien, sind sie natürlich nicht. Das muss nachgeholt werden, bevor sie sich frei auf dem Gelände bewegen können. Ich versichere Rattana, dass wir alle Ausgaben, die ihr entstehen, ersetzen werden und dass wir ihr dann monatlich 5,000 Baht überweisen werden. Ich weiß zwar noch nicht wie, aber irgendwie wird es schon gehen.Sie zeigt mir zwei riesige Kochtöpfe voller gekochtem Reis und sagt, dass sie unbedingt einen Dritten braucht der 1,500 Baht kostet. Ich gebe ich 2,000 Baht. 

Danach verlassen der Fahrer und ich mit dem Truck das Grundstück und warten vor dem Tor auf Chatree, der sich von den Hunden verabschiedet. Zurück in Pattaya wird der Truck wieder vollgetankt und der Fahrer bezahlt. Ich rufe ich Derek an, um ihm mitzuteilen, dass wir wieder wohlbehalten in Pattaya sind und um ihn zu fragen, wie viel ich ihm noch schulde. Er sagt, dass wir das am kommenden Wochenende, wenn ich ihn aufsuche, regeln können. 

Ich fahre danach zum Haus, um nach den Hunden zu sehen. Sugar frisst nur wenig und ist sehr schwach. Ich mache mir ernsthafte Sorgen um sie.

Samstag, 9. Juni 2012

Heute am Samstag erlaube ich mir ein wenig länger zu schlafen und versorge die Hunde erst nach Büroschluss am Mittag. Als ich am Haus ankomme, ist alles still und es bewegt sich erst etwas, als ich vor dem Tor auspacke, es ist Siesta angesagt und die Hunde haben auch keinen großen Appetit. Sugar versucht aufzustehen, als sie mich sieht. Vielleicht kommt sie ja doch noch auf die Beine, ich muss wohl Geduld mit ihr haben und das Beste hoffen. 

Auf dem Wege zum Apartment erwartet mich wie immer Jenny mit Josy im Schlepptau. Sie bekommen ja nie etwas von mir aber freuen sich immer über die Streicheleinheiten. Georgie ist auch auf dem Parkplatz und hat offensichtlich großen Hunger und so bekommt er seine Ration Trockenfutter am Geisterhäuschen. 

Am Nachmittag fahre ich bei Tony vorbei. Er gibt mir 3,500 Baht und verspricht mir am Abend noch mal 700 Baht zu geben, damit meine Kosten für den Trip nach Pakchong abgedeckt sind. Er ist nun zuversichtlich sein Apartment im Juli verkaufen zu können und damit dann flüssig zu sein. Der kleine Schwarze mit dem verletzten Beinchen hat schon wieder Pech gehabt. Er hat eine große Bisswunde am verletzten Beinchen, ist aber sehr tapfer und jammert nicht. Selbstverständlich wird die Wunde versorgt. 

Einige Tage zuvor erzählte mir Tony, dass einer der schwarzen Welpen sehr aggressiv sei und sich in andere Welpen verbeiße und selbst dann nicht loslasse, wenn man ihn hochhebt oder mit Wasser begießt. Er ist auch von der Freundin von Tonys Angestellten wieder zurückgegeben worden, da er das gleiche Verhalten mit dem anderen schwarz-weißen Welpen, den sie auch adoptiert hatte, gezeigt hatte. Nun darf ich selbst Zeuge seiner Aggressivität werden. Saddam, wie ich ihn nenne, verbeißt sich in Rico den verletzten Welpen, und selbst als ich ihn hochhebe, lässt er nicht locker. Erst als ihm mit der flachen Hand eine Lektion erteile, lässt er fahren. Ich nehme Saddam zur Brust und teile ihm unmissverständlich mit, dass ich so etwas nicht noch einmal sehen möchte. Bemerkenswerterweise springt er an mir noch, ich lasse ihn aber stehen und gehe in den Shop. Als ich wieder herauskomme, nehme ich Saddam hoch und er leckt mein Gesicht. Er scheint mir meine Ansage nicht übel genommen haben. Ich werde sein Verhalten weiter beobachten. 

Treffe nach Tony den Betreiber eines Internetforums. Er meint, ich könne im Forum einen Thread eröffnen und einen Link zu meinem Blog einstellen. Vielleicht erreiche ich damit Leute, die sich auch für die Straßentiere engagieren wollen und mich und Tony in unserer Arbeit unterstützen. 

Am Abend gibt es für die Hunde ein Menü aus Reis mit Nassfutter, Trockenfutter und Knochen für Groß und Klein sowie Hähnchen für die Kleinen und Knochen für die Großen. Sugar scheint es besser zu gehen, sie richtet sich von selbst auf und bleibt für einige Sekunden stehen, bevor sie sich wieder hinlegt. Shana kümmert sich um sie und leckt sie ab und auch ihre Brüder kommen ab und zu vorbei und sehen nach ihr. Sugar hat ein ausgesprochen angenehmes Wesen und ich hoffe, dass das Zusammensein mit den anderen Hunden, die sie ja schon von Anfang an kennt, ihr hilft wieder gesund zu werden. 

Auf dem Rückwege zum Apartment bekommt Old Man den Rest vom Reisfutter und Bobby und Diana, was noch vom Trockenfutter übrig geblieben ist.

Freitag, 8. Juni 2012

Die Hunde im Haus sind weiterhin ok, ich denke sie fühlen sich wohl dort und abends ist es auch recht idyllisch. Bin mit Sugar nicht zum Tierarzt, da ich keine Zeit habe. Es geht ihr unverändert. Spreche mit Derek, der mir versichert, dass der Fahrer am Sonntag um 7 Uhr morgens am Pattaya Bazaar bereitstehen wird. Er klagt, wie alle anderen auch die sich intensive um Tiere kümmert, über die Überbelastung und die immensen Kosten. Er fragt mich, ob ich mit Tony sprechen könne, ob der ihn finanziell unterstützen könne. 

Spreche mit Tony, der mir sagt, dass seine finanziellen Mittel auch begrenzt sind und dass er sich auf die Unterstützung des Tempels in Sakaeow konzentrieren müsse. Er bedeutet mir, dass er eigentlich nur mit mir etwas zusammen machen möchte, weil sonst die Situation uferlos würde. Ich werde am übernächsten Wochenende mal zu Derek fahren und mit ihm reden. 

Sugar scheint es am Abend etwas besser zu gehen. Die Welpen bekommen portioniertes Hähnchenfleisch und die Großen Reis und Trockenfutter. Knochen wird es nur noch jeden zweiten Tag geben. Ich bin in diesem Monat schon wieder sehr knapp mit dem Geld und muss auch noch am 15. dieses Monats 3,000 Baht für Babe, Ronnie, Gina und Holly ans Wat überweisen.

Donnerstag, 7. Juni 2012

Versorge die Hunde. Sugar geht es nicht gut, sie frisst zwar aber wenn sie sich aufrichten will zittern ihre Hinterläufe und sie speichelt. Ich mache mir große Sorgen um sie und werde sie am Freitag zum Tierarzt bringen. 

Nach der Arbeit ruft mich Derek an und teilt mir mit, dass er einen Fahrer aufgetrieben hat. Der würde am Samstag den Truck von Thamai holen und am Sonntagmorgen dann zum Pattaya Bazaar kommen wo Chatree die Hunde in den Truck verfrachten wird. Die ganze Unternehmung wird einschließlich der Benzinkosten für ca. 800 Kilometer 4,500 Baht kosten. Muss Tony fragen, ob er das finanzieren kann. 

Georgie hockt wieder hinter dem Lattenzaun auf dem Nachbargrundstück des Apartmenthauses und miaut, als er mich kommen sieht. Ich versuche ihm etwas Trockenfutter durchzureichen und er frisst auch miaut aber immer noch. Durch einen Spalt im Zaun greife ich ihn unter Schwierigkeiten und er lässt sich willig herausheben. Als ich mich mit ihm hinsetze, schnurrt er heftig und schmiegt sich an mich als würden wir uns schon seit Jahren kennen. 

Auf der Zufahrt zum Apartmenthaus liegen immer Josy und Jenny und folgen mir meistens, wenn ich auf den Vorhof fahre. Neuerdings kommt auch Nico angetrabt, tut aber so als würde er zufällig vorbeikommen. Er lässt mich nun auf zwei Meter an sich heran. Auch Kobi wedelt nun mit dem Schwanz, wenn ich ihn rufe oder anspreche. Mal sehen, wie lange es dauert, bis sie mich an sich heranlassen. 

Beim Einkaufen treffe ich einen alten Geschäftspartner, der eine lokale Zeitschrift verlegt. Ich spreche mit ihm über meine Arbeit mit den Tieren und er bietet mir an, einen Artikel für sein Magazin zu schreiben. Werde ich tun, sobald ich etwas Zeit habe. Kann ja sein, dass ich damit bei jemandem etwas anstoße. 

Da ich vor Einbruch der Dunkelheit noch einiges zu erledigen habe, komme ich erst im Dunkeln im Haus an. Sugar kann ich zunächst nicht finden, aber dann sehe ich sie im Gras liegen. Ihr Zustand ist unverändert. 

Mache später am Abend noch einen Abstecher zu Alanas Bar und spiele einige Runden Pool. Fahre dann noch, es ist schon 1 Uhr morgens, zum Foodland und kaufe Dosenfutter. Danach treibt es mich noch mal zu den Hunden. Ich stelle meinen Scooter auf dem Parkplatzinnenhof des Condominiums, das sich vor der Zufahrt zum Haus befindet, und werde sogleich von den vier Großen umrundet und stürmisch begrüßt. Sie scheinen sich wohl nachts außerhalb des Hauses aufzuhalten. Durch das Geheule von Lizzy und Shana angelockt kommen auch Scottie, Solo und Spike angerannt. Gemeinsam laufen wir zum Haus. Ich vorne weg, damit ich nicht auf die Kleinen trete, die immer zwischen meinen Füßen herumwuseln. 

Sugar liegt wieder im Gras und hat offensichtlich wie alle Tage zuvor auch Bauchschmerzen. Aber ihre Augen sind nach wie vor klar und sie freut sich, auch wenn sie mich sieht.

Mittwoch, 6. Juni 2012

Als ich mich gerade auf den Scooter schwingen will, um zum Haus zu fahren, sehe ich hinter dem Zaun zum Nachbargrundstück einen anderen Kater hocken. Rufus bekommt auch sein Trockenfutter. 

Heute Morgen ist wieder Hähnchentag für Sugar, Scottie, Solo und Spike. Während Sugar immer noch sehr schwach ist, entwickeln sich die drei Jungs prächtig und balgen ordentlich miteinander. Die Großen bekommen Reis und Trockenfutter. Als ich Wasser holen fahre, begleiten mich Arnie, Prince und Lizzy. Sie scheinen sich nun auch von selbst etwas weiter vom Haus zu entfernen. Das ist kein Wunder, schließlich sind sie ja auf der Straße groß geworden. Sie scheinen auch nichts dagegen zu haben dass ich Old Man, den ich gestern vernachlässigen musste, da es regnete, den Rest des Reisfutters gebe. Vielleicht kann ich sie ja, wenn sie uns aus dem Haus verjagen, im Talat Rung Roht lassen und sie dort versorgen. Sie wären ja nicht die ersten Neulinge dort. Das Problem sind allerdings die Welpen, insbesondere Sugar. 

Während der Mittagspause gehe ich nach Chatrees Hunden schauen. Die Kleinen sind noch alle da, von den Großen sehe ich nur wenige. Am Abend verabreiche ich Tonys Welpen die zweite Dosis Entwurmung. Das kleine Schwarze mit dem verletzten Beinchen ist auch wieder draußen. Ihm geht es etwas besser, ich bin aber nach wie vor davon überzeigt, dass die Verletzung schwerwiegend ist, hoffentlich täusche ich mich. 

Der Restaurantbesitzer sagt mir, dass sein Freund keine Zeit habe den Fahrerjob zu übernehmen. Rufe alle möglichen Leute an und einer hat einen Fahrer, der den Job übernehmen würde, er will allerdings 3,500 Baht haben. Zur Erläuterung der Relationen: Der monatliche Mindestlohn für die Provinz Chonburi, in der Pattaya liegt, beträgt 6,000 Baht. Ich schaue mal weiter. 

Fahre dann zum Haus. Sugar liegt vor dem Haus auf der Straße, auf der ja glücklicherweise keine Autos oder Motorräder unterwegs sind, da sie unmittelbar nach dem Haus im Niemandsland endet. Sugar kann immer noch nicht laufen, vielleicht haben die Kinder sie mit hinausgenommen und dann draußen liegen lassen. Old Man versorge ich auch noch und auch Diana und Bobby. Will am späten Abend noch zu Brad und Whitney, aber es fängt an zu regnen, als ich mich gerade aufmachen will.

Dienstag, 5. Juni 2012

Sugar hat sich am Morgen auf die Terasse herausgeschleppt und liegt dort auf dem Bauch. Ich habe ihr wieder Hähnchenfleisch mit Aufbaumittel vermischt gegeben und sie macht ein ganzes Schälchen leer. Scottie, Solo und Spike bekommen auch erstklassiges Hähnchensteak serviert, ist aber immer zu wenig für sie. Die Großen bekommen Reis und Trockenfutter.

Arnie und Prince sehen wieder einigermaßen wohlgenährt aus, Lizzy und Shana müssen noch zulegen. Ich mache mir Gedanken, wo ich für sie in Naklua einen anderen Platz finden kann, eigentlich möchte ich sie nicht weggeben; muss mich mal in den nächsten Tagen vor Anbruch der Dunkelheit auf die Suche machen.

Nach der Arbeit gehe ich zum Toilettenvorplatz um Chatree aufzusuchen. Ein Mütterchen, das ich schon seit Jahren mit einer Karre beladen mit Körben und Säcken, in denen sie verstaut hat, was sie unterwegs findet, in Naklua unterwegs sehe, leert gerade einen Eimer voll Reis um die Hunde zu füttern. Ich habe sie schon wiederholt gesehen, wie sie Straßenhunde füttert, aber bin doch überrascht sie hier zu sehen. Chatree scheint sich nicht mehr um die Fütterung zu kümmern, obwohl ich ihm am Samstag noch 10 Kilo Reis gegeben hatte. Ich spreche mit der Frau, die sehr zurückhaltend aber doch freundlich ist, und sage ihr, dass ich sie schon seit Jahren Hunde versorgen sehe. Sie lächelt nur scheu.

Ich gehe dann Chatree suchen um ihm über meine Unterhaltung mit Derek zu berichten und um zu erfahren, ob er einen Fahrer gefunden hat. Er hat keinen gefunden, aber ich ringe ihm das Versprechen ab, am Sonntag mit nach Pakchong zu fahren.

Als ich wieder beim Mütterchen vorbeikomme, sehe ich, dass sie Tabletten an die Hunde verteilt. Ich frage sie, welche Medizin das ist und sie erklärt mir, dass es Antikonzeptiva sind. Ich bin noch mehr erstaunt und ziehe innerlich meinen Hut vor ihr. Ich erkläre ihr, dass ich versuchen wolle, die Hunde vor der City Hall zu retten und nach Korat zu bringen.

Ich rufe Derek an und er möchte wissen, wie nun zu verfahren ist. Ich erkläre ihm, dass ich einen Fahrer finden werde, der am Samstag nach Thamai in Trat fahren wird, um den Truck abzuholen. Derek verspricht, den Truck bereitzuhalten. Ich überlege dann, wen ich nach einem Fahrer fragen könnte, und entscheide mich einen Restaurantbesitzer zu fragen, der früher Bauaufseher war. Er meint, ein Freund von ihm könnte das machen und verspricht mir morgen Abend Bescheid zu geben.

Kurz vor Einbruch der Dunkelheit fahre ich zum Haus. Normalerweise sind die großen Hunde vor dem Haus auf der Straße, dieses Mal sehe ich nur einen Welpen, der mich erkennt, als ich auf ihn zufahre und auf sein aufgeregtes Quieken hin stürmen alle anderen außer Sugar aus dem Tor und umringen mich.

Heute Abend gibt es wieder Hähnchenfleisch für Sugar und auch für Scottie, Solo und Spike. Arnie und Shana folgen mir ins Obergeschoss wo sie Knochen bekommen und unten warten Lizzy und Prince auf ihre Knochen. Prince muss ich immer etwas von Arnie fernhalten wenn es was zu Fressen gibt, denn obwohl sie dicke Freunde sind, versteht Arnie bei der Fütterung keinen Spaß und nimmt Prince die Knochen weg. Als ich gehe, sind alle satt und zufrieden, aber obwohl Sugar wieder gut gefressen hat stöhnt sie doch und steht nicht auf. Wenn ich sie auf ihre vier Beine stelle, legt sie sich nach ­fünf Sekunden wieder hin. Das geht jetzt schon über eine Woche und ich mache mir allmählich Sorgen um sie.

Neben den Waschmaschinen draußen sehe ich einen Kater sitzen, der offensichtlich Hunger hat. Ich gebe ihm den Rest des Trockenfutters, was er gierig frisst. George, wie ich ihn nenne, ist noch relativ jung und zutraulich. 

Montag, 4. Juni 2012

Ich überlege, was ich Sugar an speziellem Futter geben könnte, damit sie wieder zu Kräften kommt. Ich weiß nicht, ob Shana noch Milch produziert, lege aber Sugar an und sie nuckelt heftig. Habe auch gebratenes Hähnchenfleisch vermischt mit dem Aufbaumittel vorbereitet und Sugar frisst es mit Heißhunger. Das also werde ich ihr von nun an geben und die Hähnchenknochen bekommen Solo, Spike und Scottie.

Knochen bekommen von nun an abends die Großen in einem anderen Raum, sodass sich die Kleinen keinen schnappen können. Morgens gibt es nun immer Reis mit Nassfutter vermischt und Trockenfutter.

Nach dem Frühstück fahre ich zu Tony, um den Welpen das Entwurmungsmittel zu verabreichen. Als ich dem Kleinen mit dem gebrochenen Beinchen sehe, wie es sich hinschleppt, bekomme ich wieder den Gedanken es zum Röntgen zu bringen. Als ich ihm das Entwurmungsmittel geben will, attackiert mich der geistegestörte Angestellte und es kommt dieses Mal wirklich fast zu einer Schlägerei, weil ich ihm nun mit deutlichen Worten und Gesten bedeute, dass ich die Schnauze von seinem Nonsens voll habe. Seine Frau wirft sich zwischen uns, aber es wird wohl nicht lange dauern, bis es zum Knall kommt. Muss wohl mein Kampftraining wieder etwas auffrischen.

Sage Tony, dass er dem Welpen das Mittel geben soll. Rufe Derek Doyle an, der in der Nähe von Pattaya ein Tierasyl betreibt, ob er mir seinen Truck für den Transport nach Pakchong leihen kann. Er sagt, dass der Truck in Trat, drei Stunden von Pattaya in seinem zweiten Asyl steht und er keinen Fahrer mehr hat. Der Grund ist auch wieder so eine Thaiverrücktheit. Die Frau des Fahrers meint, dass ihr Mann zu oft mit Dereks Frau zusammen ist und hat ihm deshalb verboten weiter im Asyl zu arbeiten.

Derek erklärt mir, dass ich den Truck haben könne, aber selbst einen Fahrer besorgen müsse. Fahre zu Chatree und erkläre ihm die Situation und bitte ihn für einen Fahrer zu sorgen. Spreche danach mit dem Verwalter und erkläre ihm, dass wir versuchen die Chatrees Hunde am kommenden Sonntag nach Pakchong zu bringen. Er ist einverstanden. Als ich ihn um eine Spende für die Aktion bitte, lehnt er ab. Hätte mich auch gewundert, wenn er etwas beigesteuert hätte.

Sonntag, 3. Juni 2012

Versorge morgens die Hunde und speziell Sugar mit den Aufbaumitteln. Fahre dann mit einem Kleinbus nach Bangkok, wo ich mich mit Naree und ihrer Tochter treffe und wir fahren mit ihrem Wagen in Richtung Korat, genauer gesagt in den Bezirk Pakchong.

Rattanas Haus liegt mitten zwischen Feldern und ist durch eine Zufahrt zu erreichen. Auf dem Gelände begrüßen uns jede Menge Hunde, die alle sehr freundlich sind und uns nicht anbellen. Ich bekomme ja mittlerweile mit fast allen fremden Hunden schnell Kontakt, wahrscheinlich, weil ich immer nach Hund rieche.

Im Haus treffe ich einen Ausländer, der sich mir als Rattanas Mann vorstellt. An seiner englischen Aussprache erkenne ich ihn als Deutschen und er erzählt mir, was ihn hier hält.

Allerdings schmeißt Rattana den Laden. Sie zeigt mir das Anwesen, auf dem sich schätzungsweise 200 Hunde befinden. Die meisten laufen frei herum, nur einige wenige sind in Zwingern untergebracht, da sie entweder neu aufgenommen wurden oder sich nicht einfügen.

Ich wundere mich über Dutzende von weissen Spitzen, die um mich herumwuseln. Rattana sagt mir, dass sie alle aus einem einzigen Haus stammen, das vom Hochwasser in Bangkok betroffen war. Sie hat während dieser Monate auch viele andere Hunde aufnehmen müssen. Rattana erklärt sich bereit Chatrees Hunde aufzunehmen, allerdings müssten wir sie dabei finanziell unterstützen, da sie schon jetzt mehr für den Unterhalt der der Hunde ausgibt als sie sich leisten kann.
Auch sie leidet unter dem gleichen Syndrom dass auch ich sehr gut kenne und das Chatree bewogen hat, sich von der Sorge um die Hunde zurückzuziehen.

Ich komme spät am Abend wieder in Pattaya an und versorge noch die Hunde im Haus. Sugar ist immer noch sehr schwach und kann nicht laufen.

Samstag, 2. Juni 2012

Gehe nach der Arbeit wieder auf den Toilettenvorplatz und mache Fotos von den verbliebenen Hunden. Sugar geht es nicht besser. Fahre mit ihr am Nachmittag zur South Pattaya Klinik, wo sie Aufbaumittel verschrieben bekommt. Sie ist immer sehr geduldig und lieb.

Mache danach Fotos von den Hunden im und vor dem Haus und danach auch Fotos von Nico, Kobi, Josy und Jenny vor dem Apartmenthaus. Kobi und Nico lassen mich nun schon auf einige Meter an sich heran.

Am Nachnittag versorge ich Chatree noch einmal mit 10 Kilo Reis. Morgen fahre ich um 7 Uhr mit einem Kleinbus nach Bangkok und treffe dort Naree. Freue mich schon auf die Fahrt, denke es wird nicht so eine stressige Irrfahrt wie die letzte.

Freitag, 1. Juni 2012

Am frühen Morgen bringe ich Futter ins Haus. Die vier großen Hunde begrüßen mich aber nicht die Welpen. Ich gehe ins Haus und finde nur Sugar vor. Ich schaue auf dem Grasland vor dem Haus nach und sehe Spike antraben, aber weder Solo noch Scottie sind zu sehen. Ich suche alles ab und rufe nach ihnen aber sie tauchen selbst nach einer halben Stunde nicht auf. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie sich verlaufen habe und vermute, dass die Kinder sie mitgenommen haben. Werde heute Abend nachforschen, weiß, ja wo ich den Anwohner, den ich mit den Kindern vor dem Haus getroffen hatte, finden kann.

Sugar geht es nicht besser. Sie liegt nur noch auf dem Bauch, aber ihre Augen sind klar und sie wedelt mit dem Schwanz, wenn sie mich sieht. Ich gebe den Hunden vermischten Reis und Trockenfutter. Mittags spreche ich mit Chatree und teile ihm mit, dass ich am kommenden Sonntag nach Korat fahren werde, um mir Rattanas Anwesen anzuschauen. Er erklärt sich bereit den Transport der Hunde zu begleiten, wenn Rattana die Hunde aufnehmen kann.

Abends mache ich die große Runde; Bella, Randy, Faye, Foxi, Brad und Whitney bekommen alle ihre Knochen. Das Kleine mit dem Beinproblem liegt nun oben bei Tony und Angestellte kümmern sich um ihn. Sie sind mit ihm in der städtischen Klinikstation gewesen, wo man angeblich keinen Bruch festgestellt und eine Bandage angelegt hat. Ich halte das für einen Witz aber kann nichts dazu sagen, weil ich mit einem der Angestellten, der sich um den Welpen kümmert, schon wegen einer anderen Sache Krach habe er er mir ständig Schläge androht, wenn ich mich dem Hund nähere. Er ist ein Fall für den Psychater und es kommt nur deswewgen nicht zu einer Schlägerei, weil sich seine Frau zwischen uns stellt.

Fahre danach zum Haus füttere die Hunde und danach zu Old Man, Diana und Bobby.