Donnerstag, 29. Dezember 2011

Ronnies Bein ist schlecht verheilt und er zieht es heftig nach. Vielleicht habe ich ihn zu früh zu viel rumlaufen lassen, aber ihn ständig im Käfig zu halten ist einfach nicht möglich.
Gina entwickelt sich prächtig und ist quietschfidel. Ihr Fell ist so gut wie vollständig nachgewachsen und fühlt sich gut an. Sie ist total süß.


Hollys Haut ist noch nicht glatt, aber ist auch schon viel besser. Das Fell wächst auch allmählich nach. Sie ist ja eine Nachzüglerin und viel ängstlicher als Gina, traut sich aber auch mehr und mehr.

Ronnie hat vor allem Gina nun voll angenommen und spielt auch manchmal mit Holly, aber sie ist einfach noch zu klein. Gina kabbelt sich schon ordentlich mit Ronnie lässt sich nicht viel bieten und schnappt häufig zurück. Sie wird ein ganz selbstbewusster, schöner Hund werden.

Samstag, 24. Dezember 2011

Gina und Holly haben sich nun endgültig eingelebt und werden nun auch von Babe ab und zu mit einer Aufmerksamkeit bedacht. Die beiden Kleinen allerdings scheinen sie trotz Babes reserviertem Verhalten als Ersatzmutter zu betrachten und nähern sich ihr oft. Ich versuche natürlich ihnen so viel Wärme wie möglich zu geben, aber sie sind doch sehr scheu und orientieren sich eher an Babe und vor allem an Ronnie, der ihnen freundlich gesinnt ist. 

Freitag, 16. Dezember 2011

Gina und Holly freunden sich allmählich mit der neuen Umgebung an. Babe scheint nicht besonders glücklich über die Neuzugänge aber akzeptiert die neue Situation. Ronnie ist froh neue Spielgefährten bekommen zu haben und ist freundlicher zu Gina und Holly. Sie werden nun von mir alle vier Tage gebadet, was sie gar nicht mögen aber schließlich über sich ergehen lassen müssen.

Dienstag, 13. Dezember 2011

Von den drei Kätzchen Ricky, Paco und Lula hat es nur Paco geschafft. Er hat zwar noch immer Augenprobleme, aber er scheint über den Berg zu sein. Lucy hat sich als Einzige nicht angesteckt. Heute habe ich das erste Mal auch wieder Meow zu Gesicht bekommen. Er ist auch befallen, sein linkes Auge ist entzündet, aber er ist nicht abgemagert. Lady scheint sich vollkommen erholt zu haben. Das größte Problemkind ist Pico, er ist stark befallen und abgemagert, aber möglicherweise wird er sich erholen. Seine Augen sehen nicht gut aus, aber ich komme nicht an ihn heran. Ich muss andauernd den Futterplatz wechseln, da die Anwohner die Katzen als Plage betrachten und mich darauf hinweisen, dass sie überall hinscheißen. Empathie ist eben nicht das hervorstechende Merkmal der Thai.

Sonntag, 11. Dezember 2011

Gina und Holly
Nun bin ich also nur noch mit Babe und Ronnie im Haus. Ronnie hat sich recht gut mit seiner unangenehmen Situation abgefunden und läuft auf drei Beinen herum. Ich bin mit ihm einmal wöchentlich in der Klinik zum Bandagenwechsel. Der Bruch scheint gut zu verheilen, allerdings macht mir die Steifheit seines Beines Sorgen. Oi meint, dass die Flexibilität wieder zurückkommt, wenn der Verband nicht mehr nötig sei.

Am 12. Dezember macht mich Mike, ein englischer Freund, darauf aufmerksam, dass jemand vor einigen Tagen einen Plastikkorb mit zwei ca. einen Monat alten Welpen in der Nähe des Verkaufsstandes seiner Frau zurückgelassen hat. Er sagt mir, dass sich eigentlich niemand um sie kümmert und dass sie sich in einem bedauernswerten Zustand befinden.

Ich schaue mir die Welpen an und stelle fest, dass sie großflächig Fell verloren haben und in ihrem Dreck wohl nicht überleben würden. Ich bringe sie in die Naklua Klinik und stelle sie Oi vor. Sie empfiehlt die beiden 2-mal wöchentlich mit einem Spezialshampoo zu waschen. Ich nehme die Welpen mit nach Hause und bade sie. Das Größere nenne ich Gina und das Kleinere Holly. Ich entschließe mich sie eine Weile bei mir zu behalten, schließlich habe ich ja nun die Möglichkeit dazu.

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Das Haus in der Soi Nernplubwan
Die Klinik gibt mir nun noch eine Woche, dann müssen auch die übrigen Vier eine neue Bleibe finden. Ich kalkuliere meine Kosten und komme zu dem Ergebnis, dass ich mir ein Haus nur leisten kann, wenn ich persönliche Ausgaben radikal einschränke. Aber was ist die Alternative? Ich klappere alle infrage kommenden Siedlungen ab und entdecke ein Schild „Zu vermieten“ vor einem Haus. Die Bewohnerin erklärt mir allerdings, dass nicht ihr Haus zu vermieten ist, sondern ein anderes, das sie mir zeigen könne.

Kurz entschlossen miete ich es für sechs Monate und ziehe am 20. November mit Babe, Ronnie, Ruby und Robbie ein.

Ich räume alle Möbel aus dem Wohnzimmer in eines der Schlafzimmer, stelle den Küchentisch und einen Stuhl ins Wohnzimmer und quartiere mich im anderen Schlafzimmer ein. Die Hunde gewöhnen sich schnell ein und toben durch die Räume und der kleine Garten wird stellenweise umgepflügt.

Die kleine Terrasse wird durch ein Tor von der Gasse getrennt, auf die ich die Hunde jedoch nicht herauslasse. Erst nach einigen Tagen gehe ich mit den Vieren durch die Siedlung und wir finden am Rande ein Stück Brachland, auf dem die Hunde nach Herzenslust herumtoben können.

Nachdem wir einige Tage zweimal täglich die Wiese aufsuchen und ich sicher sein kann das alle auch allein wieder zurückfinden, lasse ich sie auch schon mal vor dem Tor liegen. Als ich sie einmal für einen Moment aus den Augen lasse, höre ich einen von ihnen aufheulen, und als ich nach draußen stürze, sehe ich dass ein Autofahrer, wohl in der Annahme, die Hunde würden davonlaufen, wenn er sich mit dem Wagen nähert, Ronnie überfahren hat.

Ich bin rasend und versuche den Mann aus dem Auto zu ziehen, er verriegelt jedoch zu seinem Glück und zu meinem auch die Tür und fährt weiter. Ich kümmere mich um Ronnie und fahre ihn in die nächste Klinik, wo eine Röntgenaufnahme gemacht wird. Das Bild zeigt einen Oberschenkelbruch. Kosten der notwendigen Operation sollen ca. 20,000 Baht, das sind 500 Euro sein. Ronnie wird bandagiert und ich fahre mit ihm in die Naklua Klinik. Dort wird für eine Operation 5,000 Baht veranschlagt. Ich lasse Ronnie dort und als ich ihn am kommenden Tag aufsuche, ist er schon operiert worden. Ich nehme ihn mit nach Hause.

Ich bekomme im Abstand von wenigen Tagen zwei Anrufe von der Klinik. Es besteht eine Anfrage für Ruby und eine für Robbie. Mit Robbie geht es ganz schnell. Ein Engländer mit seiner Thaifrau interessiert sich für ihn. Ich treffe ihn in der Klinik und wir fahren in seinem SUV zum Haus, wo ich Robbie mit ihm bekannt mache. Robbie hat verständlicherweise keine Lust mit ihm zu gehen und so fahre ich mit ihm auf dem Schoß wieder in die Klinik. Auf dem Wege dorthin versuche ich ihn zu beruhigen und in der Klinik angekommen, übergebe ich ihn der Thaifrau, die ihn im Arm hält, als ich mich von ihm verabschiede. Es fällt mir nicht leicht.

Zwei Tage später meldet sich ein Italiener, der gern Ruby für seine Freundin adoptieren möchte. Ich lade ihn und seine Freundin ein, sich Ruby aus der Nähe anzusehen, denn sie kennen sie ja nur von dem Foto auf dem Anschlag. Sie kommen nach einer Woche und nehmen Ruby mit. Ich denke, dass auch sie gute Leute sind, die liebevoll nach ihr schauen werden.

Mittlerweile bin ich auch schon wieder bei Patty gewesen. Die neue Besitzerin lädt mich freundlich ein, sie zu sehen und Patty scheint zufrieden mit dem neuen Zuhause zu sein.

Ich erkundige mich nach einer Woche sowohl beim Engländer als auch beim Italiener nach den Hunden und beide versichern mir, dass sie wohlauf sind und sich gut eingelebt haben.

Sonntag, 4. Dezember 2011

Staupe im Katzenapartment
Ich gehe nun jeden Abend in das Katzenapartment, säubere es und füttere die Katzen hauptsächlich mit Fisch über den sie sich hermachen, nachdem sie sich alle eingefunden haben. Gewöhnlich kommt auch Catherine, wenn ich sie rufe, selten aber Mimi, die von einer Nachbarin adoptiert wurde. Auch Catherine hält sich häufig im Haus einer anderen Nachbarin auf, ich sehe sie jedoch meistens auf der Gasse unter einem Auto liegen.

Da ich sie gelegentlich mit einem jungen Kater zusammen sehe, entschließe ich mich sie sterilisieren zu lassen. In den ersten Wochen verschwinden Paco, Ricky und Lula immer im Inneren des Sofas, das als einziges Möbelstück das Apartment ‘schmückt’. Später dann sehe ich sie auf dem Sofa sitzen, wenn ich komme und insbesondere Ricky aber mit Abstrichen auch Lula werden allmählich zutraulicher. Nur Paco flitzt schnell nach draußen und versteckt sich in einem Abflussrohr.

Zwei Monate lang scheint alles seinen Gang zu gehen und ich richte mich auf eine längere Anmietung des Apartments ein, zahle die Miete allerdings nur von Monat zu Monat.

In der zweiten Septemberwoche stelle ich bei Johnny eine Bindehautentzündung an einem Auge fest. Als die Entzündung nach zwei Tagen auch auf das andere Auge übergreift, bringe ich Johnny zur Klinik. Dort wird ein Bluttest vorgenommen und die Tierärztin macht mir die betrübliche Mitteilung, dass sie bei Johnny Staupe festgestellt hat. Sie klärt mich darüber auf, dass eine Behandlung langwierig und sehr teuer und dass Staupe unheilbar sei. Johnny muss von den anderen Katzen separiert werden, da Staupe hochansteckend ist. Die Ärztin schließt nicht aus, dass sich andere Katzen im Apartment schon angesteckt haben und ich solle diese auf Symptome hin beobachten.

Ich bin am Boden zerstört und denke, dass wenn ich die Katzen aus der Soi 2 nicht umgesiedelt hätte, hätte sich Johnny nicht angesteckt.

Außerdem stehe ich nun vor dem Problem Johnny von den anderen Katzen fernzuhalten. Ich habe zwar zwei getrennte Zimmer in dem Apartment zur Verfügung und füttere die Katzen im Flur, aber nachdem ich Johnny einen Tag in einem der Zimmer gelassen habe, dreht er vollkommen durch und versucht mit aller Gewalt zu entweichen.

Ich weiß nicht was ich tun soll. Nach einem weiteren Tag in Isolationshaft und einer weiteren Verschlechterung seines Zustandes, entschließe ich mich Johnny zu mir ins Apartment zu nehmen.

Ich muss ihn heimlich hineinschmuggeln, da mein Vermieter die Anwesenheit von Pipo gerade noch hingenommen hat, mir aber bei Johnny die rote Karte zeigen würde.

Im Apartment lasse ich Johnny frei herumlaufen und er beruhigt sich allmählich, nachdem er seine neue Umgebung erforscht hat. Ich habe nun auch die Möglichkeit ihm die Medikamente zu verabreichen, die ich für ihn in der Klinik erhalten habe.

Ich gehe nun jeden Abend ins Katzenapartment mit der Befürchtung, Symptome auch an anderen Katzen feststellen zu müssen.

Allerdings sehen alle nach wie vor gesund aus und verhalten sich normal. In mir keimt die Hoffnung auf, dass sich vielleicht nur Johnny irgendwo angesteckt haben könnte, allerdings war er neben den drei Jungen der Einzige, der sich selten außer Haus bewegte.

Johnny schläft viel, ich verabreiche ihm seine Medizin und bringe ihn nach zwei Wochen wieder zur Untersuchung in die Klinik. Er hat abgenommen und ist apathisch. Allerdings ist die Bindehautentzündung stark zurückgegangen. Ein weiterer Bluttest erbringt das gleiche Resultat wie der Erste.

In der folgenden Woche frisst Johnny kaum noch etwas und wird zunehmend klappriger.

Am 14. Oktober muss ich für einen Tag nach Bangkok, und da ich Johnny in seinem Zustand nicht allein lassen möchte, bringe ich ihn in die Klinik. Als ich ihn am nächsten Tag abholen will, teilt mir die Ärztin mit, dass Johnny in der Nacht gestorben sei.

Am 16. Oktober stelle ich bei Lula eine Bindehautentzündung fest und tags darauf auch bei Ricky. Meow und Lady sehe ich nicht und auch nicht Pico. Ich bin nun in großer Sorge, dass alle nach und nach sterben werden.

Ich entschließe mich das Apartment aufzugeben, was ich mit Ende des Monats auch tue. Lady kommt nach einigen Tagen zurück und hat sich offensichtlich angesteckt. Paco mittlerweile auch. Ricky ist verschwunden und Lula geht es von Tag zu Tag schlechter. Pico geht es am schlechtesten und ich kann ihm noch nicht einmal die Augen säubern, da ich nicht an ihn herankomme. Er ist stark abgemagert und macht es sicher nicht mehr lange. Paco taucht nach ein paar Tagen mit stark geschwollenen Augen auf, lässt sie mich aber säubern. Meow sehe ich Mitte November einmal aus der Entfernung, ein Auge scheint entzündet zu sein.

Am 24. November teilt mir am Abend eine Anwohnerin mit, dass Lula gestorben sei und dass sie sie entsorgt habe. Übrig sind nun nur noch Paco, dessen Zustand sich stabilisiert hat und Lucy, die sich womöglich gar nicht angesteckt hat; sie zeigt zumindest keine sichtbaren Symptome. Hoffentlich kommt auch Paco durch. Er ist nun sehr anhänglich und lässt sich, wenn auch widerstrebend immer, wenn ich abends Trockenfutter für die beiden bringe, die Augen säubern, die von Woche zu Woche besser aussehen. Auch wächst Paco und das lässt mich hoffen, dass er mit der Infektion leben kann.

Samstag, 3. Dezember 2011

Babes Nachwuchs
Wenn ich nach dem Besuch im Katzenapartment in den Talat Rung Roht gehe um nach den Hunden zu sehen, finde ich Babe immer vor dem gleichen Hauseingang liegen. Ich setze mich zu ihr und entferne die Zecken, die allmählich weniger werden. Auch die Verschorfung der Haut bessert sich.

Babe und Blacky scheinen aneinander Gefallen gefunden zu haben und ich befürchte, dass sie womöglich Nachwuchs produzieren werden. Bevor ich mich entschließe, Babe sterilisieren zu lassen, ist es dann offenbar passiert. Babes Leibesfülle nimmt spürbar zu und ich gebe ihr extra Rationen zu futtern.

Mitte August ist Babe plötzlich für einige Tage verschwunden.

Als ich am 20. August die Anwohnerin, vor deren Haus Babe sonst lag, daraufhin anspreche, teilt diese mir mit, dass Babe tags zuvor ihre Jungen bekommen hat. Die Frau zeigt mir die Stelle wo Babe liegt und ich versuche sie im Dunkeln eines Betonunterstandes, der voller Plastikmüll ist, auszumachen.

Es ist zu dieser Jahreszeit sehr heiß und selbst des Nachts fällt die Temperatur selten unter die 30-Grad-Marke. Ich organisiere eine Plane, die ich versuche unter Babe und die Jungen zu schieben. Da es stockdunkel ist, besorge ich mir eine Kerze, um in die Höhle hineinzuleuchten. Prompt fällt die um und setzt den Müll in Brand, den ich mit bloßen Händen hinauswerfe. Das Resultat sind ein paar nette Brandblasen an den Fingern, aber die Hunde sind wohlauf.

Als ich am nächsten Abend nach Babe und den Jungen schaue, kommt sie aus der Höhle hervor und ich kann mich in den Müllberg zwängen, um zu sehen, wie viele Welpen es denn sind. Ich entdecke fünfe, allerdings ist ein Welpe schon tot. Die anderen sind schwer am Hecheln, denn es ist drückend heiß in dem Loch. Ich hole alle fünf heraus, lasse die Lebenden bei Babe, wickele das Tote in ein Tuch und entsorge es. Dann gehe ich zurück, nehme die vier Überlebenden in mein T-Shirt und bedeute Babe mir zu folgen.

Ich entschließe mich die Hunde vorübergehend in die Naklua Klinik zu geben, da ich keinen anderen Platz für sie weiß. In ihrem Loch würden sie es höchstwahrscheinlich nicht lange machen.

Ich halte ein Pickup-Taxi an, und da ich keine Hand freihabe, muss ich mich darauf verlassen, dass Babe mir folgt. Sie springt auch auf die Ladefläche und wir fahren zur Klinik.

Ich fahre nun in jeder Mittagspause und nach der Arbeit in die Klinik um nach Babe und den Kleinen zu sehen. Da der Käfig, den die Klinik zu Verfügung gestellt hat bald zu klein ist, kaufe ich einen größeren und später noch einen weiteren.

In den kommenden Wochen entwickeln sich die Welpen prächtig, da sie von Babe ausreichend gestillt werden. Wenn ich Babe mittags und abends in den an die Klinik angrenzenden Grasplatz herauslasse, bekommt sie von mir dann auch noch extra gutes Futter, wie rohes Fleisch und Suppenknochen, damit sie genügend Milch produzieren kann.

Sobald die Welpen die Augen geöffnet haben, nehme ich sie auch mit heraus und sie tummeln sich auf dem Grasplatz, nachdem ich sie mit rohem Fleisch gefüttert habe.

Die Wochen vergehen und die Routine bleibt die Gleiche. Die Klinik bedeutet mir, dass ich die Hunde nun bald umquartieren müsse, aber ich wohne ja in einem kleinen Apartment und meine finanziellen Mittel erlauben es mir kaum ein passendes Haus für mich und die Hunde zu mieten.

Meine Hoffnung ist, Adoptivfamilien für die Kleinen zu finden und Babe müsste dann wieder auf die Straße.

Ende Oktober teilt mir die Ärztin Oi mit, dass ein Obstbauer aus der Provinz Interesse an der Übernahme der Welpen geäußert hat. Sie kennt ihn schon seit Jahren und verbürgt sich für ihn. Mein Problem scheint gelöst. Ich schaue mir den Interessenten an. Es ist ein junger Mann, dessen Charakter in Ordnung zu sein scheint. Wir vereinbaren, dass er am darauf folgenden Wochenende die vier Welpen, es sind zwei Rüden, Robbie und Ronnie und zwei Hündinnen, Ruby und Patty.

Am Samstag warte ich auf den Bauern und auch am Sonntag kommt er nicht. Ich frage Oi und sie sagt, dass er noch ein oder zwei Wochen warten möchte, bevor er die Hunde holt. Der Grund sei, dass das Hochwasser, das bereits große Teile Thailands bedroht, nun auch in Richtung auf seine Farm zukommt und er unter Umständen evakuieren muss.

Einige Tage später meldet sich jemand anderes auf den Anschlag, den ich an die Glasfront der Klinik geklebt habe. Es ist eine Thai, die nach Aussage von Oi ein Haus mit einem großen Garten hat, in dem schon etliche Hunde leben.

Ich vertraue dem Urteil von Oi und als ich am folgenden Tag nach den Hunden schaue, ist Patty schon vergeben. Am Tag darauf suche ich die neue Besitzerin auf und stelle beruhigt fest, dass es Patty wohl ganz gut getroffen hat.

Freitag, 2. Dezember 2011

Chatree
Ich fahre jeden Morgen mit meinem Scooter zur Arbeit und stelle ihn in der Tiefgarage des Gebäudes, in dem ich arbeite, ab. Eines Morgens Anfang August bellt mich eine Hündin an, die ich zuvor gelegentlich gesehen habe. Ich gehe auf sie zu, aber sie bellt nur noch wütender.

Am Abend, nach Büroschluss, als ich zu meinem Scooter gehe, sehe ich sie wieder nervös herumlaufen und bemerke einen Welpen, der hinter einer Wandverschalung verschwindet. Nun wird mir ihr Verhalten klar. Ich versuche hinter die Verschalung zu schauen, aber es ist zu dunkel um etwas auszumachen.

In den nächsten Tagen schaue ich immer mal nach ob Welpen aus der Wand hervorgekrochen sind. Cora, wie ich die Mutter nun nenne, wird etwas zutraulicher und lässt mich näher an sich heran.

Eines Morgens sehe ich zwei tote Welpen neben einem geparkten Auto liegen und zwei Welpen in der Verschalung verschwinden. Ich informiere den Verwalter des Gebäudes und bitte ihn die toten Welpen zu entsorgen.

Am Abend gehe ich nachschauen und sehe weder die toten Welpen noch Cora oder ihre hoffentlich noch lebenden Jungen. Ein älterer Thai, der sich in der Nähe aufhält, verhält sich in meinen Augen verdächtig und ich spreche ihn auf die Hunde an. Er druckst erst herum, bedeutet mir dann aber ihm zu folgen. Der Thai führt mich zu einer an das Gebäude angrenzenden riesigen, verlassenen Markthalle und dort zu einem Holzverschlag, um den herum sich ein ganzes Rudel Hunde einfindet, als ich eintreffe.

Aus dem Verschlag kommt ein anderer Thai heraus, der mich freundlich anlächelt. Er sagt mir, dass er vier Welpen aufgenommen hat und dass er nicht möchte, dass der Verwalter davon erfährt, da der keine Hunde in seinem Gebäude duldet und auch eigentlich nicht möchte, dass Hunde in der Markthalle versorgt werden. Selbstverständlich versichere ich dem Mann, der sich mir als Chatree vorstellt, dem Verwalter nichts zu sagen.

Ich frage Chatree wieviel Hunde er wohl versorgt und er sagt so gegen zwanzig. Er hat einen Reiskocher in seinem Verschlag und ich sage ihm, dass ich ihm von nun ab regelmäßig einige Kilo Reis vorbeibringen werde. Etliche der Hunde schnappen sich auch ab und zu etwas, was ihnen aus den Garküchen am Gebäude zufällt. Chatree erhält von dort auch Küchenabfälle für die Hunde.

Schon bei meinem ersten Besuch umrunden mich die meisten von ihnen recht freundlich und bei meinen späteren Besuchen, wenn ich Chatree Reis bringe, werde ich von ihnen immer enthusiastisch begrüßt. Ist schon interessant, denn sie, kennen mich ja kaum und es liegen häufig Wochen zwischen meinen Besuchen.

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Paco, Lula und Ricky
Ohne dass ich es gemerkt habe, hat Lady wieder Junge bekommen. Ihr Bauch ist mittlerweile so ausgeleiert, dass sie eine Schwangerschaft gut verbergen kann.

Ich werde auf die Jungen auch nur deshalb aufmerksam, weil ich eines Abends eines von ihnen jämmerlich von einem Balkon miauen höre. Da das Haus momentan nicht bewohnt ist, kann ich den Bewohner der dritten Etage nicht aufsuchen. Ich besorge mir nach einigem Suchen eine lange Leiter und überrede einen jungen Thai sich für 100 Baht vom Balkon im zweiten Stock, der mit der Leiter erreichbar ist, zum dritten Stock hochzuhangeln und das Kätzchen herunterzulassen. Ein zweites Junges finde ich auf der Terrasse eines anderen Hauses und ein drittes Kätzchen im Gerümpel eines weiteren Abbruchhauses.

Ich bringe sie alle drei in das Katzenapartment und hoffe, dass sich Lady um sie kümmert. Die beiden Katerchen bekommen von mir den Namen Ricky and Paco und das Kätzchen nenne ich Lula.